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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wissenschaft kompakt
Einzigartige Schneekristalle
Wie eine weiße Decke hüllt er dieser Tage wieder ganze Landschaften
ein. Schaut man sich den Schnee jedoch genauer an, erkennt man, dass
jede Schneeflocke auf ihre eigene Art und Weise einzigartig ist. Aber
wie entstehen ihre schönen, filigranen Strukturen?
Am gestrigen Sonntagabend (15. Februar 2026) und in der vergangenen
Nacht zum Montag griff der Ausläufer eines Nordseetiefs auf
Deutschland über. Dabei fielen teils kräftige Schneefälle bis in
tiefste Lagen. Die Milderung ließ aber nicht lange auf sich warten.
Bereits im Laufe der zweiten Nachthälfte stieg die Schneefallgrenze
im Südwesten schon deutlich an. Entsprechend gingen die Schneefälle
auf der milderen Seite rasch in Regen über.
Am heutigen Montag (16. Februar 2026) kommen die Schneefälle dann
weiter nordostwärts voran, schwächen sich aber auf ihrem Weg etwas
ab. In der Südwesthälfte treten hingegen Regenschauer auf, nur im
Bergland ab 600 bis 800 m fällt noch Schnee.
Schaut man sich die Nutzermeldungen in der DWD-WarnWetter-App an, so
zeigen sich vielerorts verschneite Landschaften. In einigen Staulagen
der westlichen Mittelgebirge kamen vereinzelt sogar bis zu 16 cm
Neuschnee zusammen, wie an der Station Lichtenau in Westfalen. In
einzelnen Alpenstaulagen fiel sogar noch etwas mehr.
Nun nimmt man den Schnee meist als eine Art Decke war, die sich über
die Landschaft legt. Doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich die
faszinierenden Strukturen einzelner Schneeflocken. Schon im 17.
Jahrhundert beschrieben Johannes Kepler und René Descartes
verschiedene Formen von Schneekristallen. In den folgenden
Jahrhunderten entstanden zahlreiche Zeichnungen und Fotografien
dieser Eiskristalle.
Besonders bekannt ist das Buch "Snow Crystals" von Bentley und
Humphreys aus dem Jahr 1931 mit über 2400 Fotografien natürlicher
Schneekristalle. Der Fotograf Wilson Bentley, ein Landwirt ohne
wissenschaftliche Ausbildung, inspirierte damit unter anderem den
Physiker Ukichiro Nakaya von der Hokkaido University. Nakaya
fotografierte tausende Schneekristalle, ordnete sie in rund 40
Kategorien und erzeugte als einer der Ersten künstliche Kristalle im
Labor.
Nakaya erkannte zudem den Zusammenhang zwischen Kristallform und
atmosphärischen Bedingungen. Anhand des Aussehens von Schneeflocken
lassen sich Rückschlüsse auf Temperatur und Feuchte in höheren
Luftschichten ziehen, weshalb er sie als "vom Himmel gesandte Briefe"
bezeichnete. Entscheidend für die Kristallbildung sind Temperatur und
Wasserdampfgehalt: Je nach Temperatur entstehen Plättchen oder
prismatische Formen, mit zunehmender Feuchtigkeit werden die
Strukturen komplexer und filigraner.
Da Schneekristalle auf ihrem Weg zur Erde wechselnde Bedingungen
durchlaufen, entstehen zahlreiche Übergangsformen. Schon kleine
Änderungen lassen sie anders weiterwachsen - mal breiter, mal feiner
verzweigt. So erhält jede Schneeflocke ihre einzigartige Gestalt.
In den kommenden Tagen wird man auch weiterhin Schneeflocken
bestaunen können. Insbesondere in mittleren und höheren Lagen sowie
im Nordosten werden weitere Schneefälle vorhergesagt. Ab Mittwoch
sind auch mit etwas Glück im Südwesten und Westen vorübergehend
Schneefälle möglich. Vielleicht schauen Sie dann einmal genauer hin
und lesen die verschiedenen Geschichten der Briefe des Himmels.
MSc.-Met. Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 16.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Turbulentes Winterwetter über Fasching
Nach einem ruhigen Faschingssonntag sorgt Tief WALLY pünktlich zu
Rosenmontag und Faschingsdienstag für turbulentes Winterwetter.
Schnee, kräftige Schauer und teils stürmischer Wind prägen die
närrischen Tage.
Zwischenhoch FELIX beschert uns am heutigen Faschingssonntag
überwiegend ruhiges und trockenes Winterwetter. Letzte Schneefälle an
den Alpen klingen ab. Das Frontensystem von Tief WALLY über
Nordwesteuropa erreicht erst am späten Abend den Südwesten
Deutschlands. Dadurch bleibt es bei den großen Umzügen heute trocken.
Von den zentralen Mittelgebirgen bis zur Ostsee gibt es dazu auch
längere sonnige Abschnitte. Warme Kleidung ist aber auf jeden Fall
empfehlenswert. In der Nordosthälfte bleibt es nämlich größtenteils
bei Dauerfrost und auch nach Südwesten hin liegen die Höchstwerte bei
maximal 5 Grad. Dazu weht ein lebhafter Südostwind.
Am Abend erreichen die Niederschläge der Okklusionsfront von Tief
WALLY den Südwesten Deutschlands. Dabei fällt bis Mitternacht
größtenteils bis in die Niederungen Schnee, lediglich am Oberrhein
mischt sich von Beginn an auch Regen unter den Schnee. Im Verlauf der
Nacht steigt die Schneefallgrenze im Südwesten vorübergehend deutlich
an, sodass dort bis in höhere Lagen vorübergehend Regen fällt.
Besonders in den westlichen Mittelgebirgen schneit es dagegen längere
Zeit. Dort werden größere Neuschneemengen erwartet. Vom Hunsrück über
den Taunus bis zum Rothaargebirge kommen in höheren Lagen bis
Montagmorgen durchaus 10 bis 15 Zentimeter zusammen, in Staulagen
örtlich bis 20 cm. Aber auch sonst ist im Südwesten bis in die
Niederungen etwas Neuschnee zu erwarten, der zum Berufsverkehr am
Montagmorgen teils zu erheblichen Behinderungen führen kann.
Tagsüber setzt sich in den Niederungen der Südwesthälfte Tauwetter
durch. Dabei treten weitere, teils kräftige Schauer auf. Im Südwesten
und Westen sind zu den großen Karnevalsumzügen auch einzelne
Graupelgewitter möglich. Dazu weht ein lebhafter Südwestwind. Im
Süden gibt es bis in die Niederungen, besonders in Schauernähe,
starke Böen, im höheren Bergland auch Sturmböen. Nach Nordosten hin
bleibt es dagegen ruhiger und insgesamt häufig beim Dauerfrost. Die
Niederschläge schwächen sich auf dem Weg dorthin deutlich ab. Für
wenige Zentimeter Neuschnee reicht es bis zum Abend aber von
Brandenburg bis nach Mecklenburg trotzdem noch. Lediglich ganz im
Osten kommt kaum etwas an.
Auch am Faschingsdienstag bleibt uns das turbulente Schauerwetter
erhalten. Lediglich im Nordosten fällt kaum Niederschlag. Dort bleibt
es gebietsweise weiterhin beim Dauerfrost. Nach Südwesten und Süden
hin fällt vor allem am Morgen und Vormittag in Verbindung mit einem
kleinen, aber markanten Randtrog gebietsweise kräftiger Schnee. In
den Niederungen bleibt es dagegen beim Regen. Im höheren Bergland
stellen sich tiefwinterliche Bedingungen ein, denn im Tagesverlauf
kommen weitere Schauer auf, die dort als Schnee fallen. Alle
Wintersportfreunde werden sich freuen. In den höheren Lagen der
Mittelgebirge und in den Alpen gibt es nämlich dadurch eine satte
Neuschneeauflage. Häufig werden dort bis Mittwoch 15 bis 35
Zentimeter Neuschnee erwartet. In den Alpen auch teils noch deutlich
mehr.
Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei - auch das Wetter
beruhigt sich in weiten Landesteilen wieder. Lediglich im Nordosten
und an den Alpen gibt es noch einzelne Schneeschauer. Sonst setzt
sich zunehmender Hochdruckeinfluss durch. Erst in der Nacht auf
Donnerstag könnten im Süden in Verbindung mit einem Tiefdruckgebiet
über Norditalien neue kräftige Schneefälle auftreten. Diesbezüglich
bestehen aber noch größere Unsicherheiten.
Insgesamt bleibt uns also eine närrische Zeit mit allem, was der
Winter zu bieten hat ? von Dauerfrost über nasskaltes Schmuddelwetter
bis hin zu kräftigen Schneefällen.
M.Sc.-Met. Nico Bauer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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