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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Hoch ULI und die späten Nachtfröste



Mit einer nördlichen Strömung strömt kühle und trockene Luft nach
Deutschland. In den kommenden Nächten sorgt diese Kombination
vielerorts für leichte Nachtfröste.



Prominent "thront" Hoch ULI auf der Wetterkarte bei Island. Mit mehr
als 1040 Hektopascal Kerndruck ist ULI nicht nur ein kräftiges,
sondern auch ein umfangreiches Hoch. Sein Einfluss erstreckt sich
über große Teile Europas. Auch das Wetter in Deutschland wird
maßgeblich von ULI bestimmt.

In einem großen Bogen wird im Uhrzeigersinn Luft um das Hoch herum
nach Mitteleuropa geführt. Mit einer nordöstlichen Strömung hat den
Norden Deutschlands heute bereits trockene und kühle Luft polaren
Ursprungs erreicht. Noch vor wenigen Tagen befand sich diese
Luftmasse in der Nähe von Spitzbergen. Auf ihrem Weg nach Süden hat
sie sich zwar etwas erwärmt, aber kaum Feuchtigkeit aufgenommen. Dies
hat nicht nur Auswirkungen auf die Bewölkung, sondern auch auf die
Nachttemperaturen, aber dazu etwas später. Während also im Norden bei
Temperaturen um 13 Grad die Sonne nahezu ungestört scheint, liegt im
Süden noch eine feuchtere Luftmasse. Dichte Wolken und Schauer sind
das Ergebnis.
In der Nacht zum Mittwoch setzt sich die kühl-trockene Luft auch im
Süden durch. Die Wolken lösen sich auf und bei schwachem Wind sinkt
die Temperatur deutschlandweit kräftig ab. Mittwochfrüh werden
Tiefstwerte zwischen -3 und +5 Grad erwartet. Im Westen gibt es nur
örtlich Frost, sonst liegen die Tiefstwerte gebietsweise unter dem
Gefrierpunkt.
Leichte Fröste Ende April waren in der Vergangenheit keine
Seltenheit, befinden wir uns doch immerhin noch drei Wochen vor den
Eisheiligen. In Anbetracht der Erwärmung des hiesigen Klimas und des
dadurch früheren Vegetationsbeginns hat sich auch die
spätfrostrelevante Zeit nach vorne verschoben. Eine Grafik vom
Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie zeigt mit
Daten des Deutschen Wetterdienstes den über die Jahrzehnte nach vorn
verschobenen Beginn der Apfelblüte. Zwischen dem Zeitraum 1961-1990
und 1997-2020 hat sich der Beginn vom 6. Mai auf den 25. April um 11
Tage nach vorne verschoben. Zuletzt gab es Jahre, die nochmals einen
um rund 15 Tage früheren Blühbeginn zeigten. Besonders früh blühten
die Apfelbäume in Hessen 2024 (8. April).

Im Westen und Südwesten hat die Apfelblüte bereits begonnen, wenige
Tage früher als im langjährigen Mittel. Damit wären diese Regionen
besonders durch mögliche Auswirkungen von Spätfrösten der kommenden
Tage gefährdet. Glücklicherweise sind gerade diese Regionen weniger
von Frösten betroffen. In der Nacht zum Mittwoch gibt es vor allem im
Norden, Osten, der Mitte und im Südosten gebietsweise leichte Fröste
bis -3 Grad. In der Nacht zum Donnerstag ist dann vor allem
Süddeutschland von gebietsweise leichten Frösten betroffen. Die
tiefen Lagen des Südwestens bleiben allerdings verbreitet frostfrei.
In den Folgenächten nimmt die Frostgefahr auch im Süden ab, in
ungünstigen Lagen kann es dort aber weiterhin in den Frühstunden
kurzzeitig unter null Grad gehen. Damit ist die Gefahr aber noch
nicht gebannt. Für das kommende Wochenende ist ein erneuter
Kaltluftvorstoß von Norden wahrscheinlich. Die Intensität der
Kaltluft und die Frage, wie weit diese nach Süden vordringen kann,
unterliegen aber noch größeren Unsicherheiten.


M.Sc.-Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.04.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Heftige Regenfälle im Osten und Nordosten



Von Sonntagnachmittag bis Montagmittag (19./20.04.2026) kam es im
Osten und Nordosten des Landes gebietsweise zu ergiebigem Dauerregen.
Größere Schäden blieben aber aus.



Am gestrigen Sonntag (19.04.) leiteten teils kräftige Gewitter und
Starkregenfälle endgültig die konvektive Saison des Jahres 2026 ein.
Entlang und im Vorfeld einer Kaltfront entwickelten sich in einer für
die Jahreszeit ungewöhnlich feuchten und instabilen Luft insbesondere
über der Mitte und an den Alpen sowie in Teilen des Ostens Gewitter,
die neben örtlichem Hagel und stürmischen Böen vor allem Starkregen
brachten. Dieser trat zunächst noch eher lokal auf. Das änderte sich
ab dem Nachmittag. Die Gewitter "verclusterten" zunehmend und
bildeten entlang der stationär gewordenen Front ein größeres,
zusammenhängendes Regengebiet über dem Osten und Nordosten aus. Die
Niederschläge nahmen demnach eher Dauerregencharakter an und hielten
über die Nacht bis weit in den Montag hinein an.


Die DWD-Wetterstationen registrierten im Osten und Nordosten
verbreitet Mengen von 30 bis 50 l/qm, in Brandenburg und Mecklenburg
stellenweise sogar bis zu 80 l/qm (siehe Abbildung 2, rechts).
Ansonsten brachten Gewitter und Starkregen meist Mengen von 15 bis 30
l/qm, allerdings häufig in kurzer Zeit. Im linken Teil der Abbildung
sind die Blitze dargestellt, anhand derer man die Gewittertätigkeit
erahnen kann. Insgesamt traten binnen 24 Stunden über 43.000 Blitze
auf, mit Schwerpunkten über der Mitte und am Alpenrand.


Angesichts der hohen Niederschlagsmengen mag es erstaunen, dass keine
größeren Schäden aufgetreten sind. Aber zum einen fielen die Mengen
relativ gleichmäßig über einen längeren Zeitraum, zum anderen ist die
betroffene Region durch ihre orographischen Eigenschaften wie Relief
und Bodenbeschaffenheit nicht so anfällig gegenüber größeren
Niederschlagsmengen wie beispielsweise der Mittelgebirgsraum. Dazu
kommt noch die sehr trockene Vorgeschichte, wodurch Böden, Bäche und
Flüsse verhältnismäßig große Wasseraufnahmekapazitäten aufwiesen.

Generell dürften viele, insbesondere die Landwirte, angesichts dieser
unverhofft ergiebigen "Bewässerung" erleichtert sein, verläuft das
Frühjahr doch gerade im Osten bisher außerordentlich
niederschlagsarm. Leider war es das auch erst mal: Nach Abzug letzter
Regenfälle setzt sich im Wochenverlauf wieder trockenes
Hochdruckwetter ein - und nennenswerte Niederschläge deutet sich auch
mittelfristig erst mal nicht mehr an.


Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.04.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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