|
Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
|
Wissenschaft Kompakt
Die Schneehöhe
In den vergangenen Tagen war von ihr häufiger die Rede als in manch
anderen Wintern: Gemeint ist die sogenannte Schneehöhe. Dass eine
Schneehöhe nicht gleich eine Schneehöhe ist und wie sie überhaupt
erfasst werden kann, soll im heutigen Thema des Tages näher
betrachtet werden.
Dazu wird erst ein Blick auf die Definition der Schneehöhe, genauer
gesagt der Schneedeckenhöhe, geworfen: Die Schnee(decken)höhe ist die
senkrecht zum Erdboden gemessene Höhe einer Decke aus festen
Niederschlägen, allen voran Schnee im klassischen Sinn, die jedoch
mindestens 50% des Bodens bedecken muss.
Dabei gibt es einerseits die Gesamtschneehöhe, welche die Summe aus
alten und neuen Ablagerungen darstellt. Hierbei ist häufig ein Mix
aus hartem Altschnee und weichem Neuschnee zu beobachten. Der
Neuschnee wiederum wird andererseits in der sogenannten Neuschneehöhe
erfasst, welche lediglich den Zuwachs von Ablagerungen seit dem
letzten Bemessungszeitraum (bspw. 1 oder 24 Stunden) meint.
Nicht zu verwechseln ist die Schneehöhe mit der Höhe von
Schneeverwehungen. Bei Schneewehen handelt es sich um Ablagerungen
von Schnee meist im Lee von Hindernissen, die nicht selten deutlich
über der Höhe der durchschnittlichen Schneehöhe liegen und zu
massiven Problemen im Straßen- und Schienenwesen führen können.
Aber wie kann der Schnee nun gemessen werden?
Hierbei gibt es prinzipiell zwei, um ganz genau zu sein sogar drei
verschiedene Wege. Die erste Variante ist die manuelle Messung der
Schneehöhe. Dabei wird ein sogenannter Schneepegel, ein Messstab
meist aus Metall mit Markierungen im Abstand von einem Zentimeter,
senkrecht in die Schneedecke bis zum festen Boden geführt. Hierbei
sollte als Unterlage ein Schneebrett dienen, das weiß lackiert ist
und auf dem sich der Schnee ohne Unebenheiten akkumulieren kann. Im
Vergleich zur Messung auf einer mit Gras bewachsenen Wiese kann es
allein daher zu Abweichungen bei der Schneehöhenmessung von mehreren
Zentimetern kommen, da das unebene Gras die Messung quasi
"verfälscht". Dennoch wird und wurde an Wetterwarten insbesondere bei
Lagen mit starken Schneeverwehungen auch auf einen Grasuntergrund
ausgewichen, damit man möglichst viele Messpunkte erhält und zwischen
diesen die Schneehöhe mitteln kann.
Da die Schneehöhenmessung heutzutage im Zuge der Automatisierung der
Wetterstationen häufig nicht mehr manuell vorgenommen wird, zählt
noch die automatische Messung durch einen Sensor mit Sendekopf zu den
bekanntesten Messmethoden.
Hierbei wird unterschieden zwischen der Laser- und der
Ultraschallmessung.
Bei der Lasermessung sendet ein Laser kurze Lichtimpulse zum Boden
aus, welche von der Schneedecke zurückgeworfen werden. Mittels
Messung der Laufzeit kann nun bestimmt werden, wie hoch der Schnee
liegt. Dabei gilt, je schneller der Impuls zurückgeworfen wird und
somit je kürzer der zurückgelegte Weg ist, desto höher ist die
Schneedecke. Da es sich jedoch nur um eine Punktmessung handelt,
können diese Werte durch Schneeverwehungen deutlich verfälscht und
faktisch unbrauchbar sein.
Neben der Methode der Lasermessung gibt es noch die Möglichkeit der
Ultraschallmessung. Dieser Sensor steht senkrecht zur Erdoberfläche
und sendet ein periodisch wiederkehrendes Ultraschallsignal aus. Auch
hier gilt wieder, je schneller das vom Schnee zurückgesandte Signal
empfangen wird, desto höher ist die Schneedecke. Diese Methode hat
jedoch den Nachteil, dass sie temperaturabhängig ist und einer
solchen Korrektur bedarf. Ebenso handelt es sich auch hier nur um
eine reine Punktmessung.
Blicken wir zum Abschluss noch auf die aktuelle Schneedeckenhöhe, so
wird deutlich, dass der meiste Schnee in etwa von Nord- über
Osthessen nach Thüringen und bis in den Nordosten zu finden ist. Aber
auch weite Teile des Nordens und Nordostens konnten noch ein paar
Zentimeter Schnee um 7 MESZ melden, während der Westen und Südwesten
praktisch schneefrei sind.
In den kommenden Tagen wird es dieser Schneedecke häufig "an den
Kragen" gehen, aber wer weiß, was das Wetter ab Mitte der kommenden
Woche für uns bereit hält. Man darf gespannt sein.
M.Sc.-Met. Oliver Reuter
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
|
|
Wetter aktuell
Wetterfrösche in dicken Pullis
Am "Tag der Wetterleute" beschäftigt sich das Thema des Tages mit der
Wetterprognose für die kommenden Tage, unter anderem auch am morgigen
"Dicke-Pulli-Tag".
Am heutigen Donnerstag haben wir Meteorologen und Meteorologinnen
unseren Ehrentag. Genau genommen können diesen Feiertag alle begehen,
die beruflich mit dem Thema Wetter zu tun haben oder in diesem
Bereich ihre Berufung gefunden haben. Warum der 05. Februar als
Ehrentag von uns Wetterfröschen gewählt wurde, liegt am Geburtstag
von John Jeffries. Er war einer der ersten täglichen Wetterbeobachter
der USA und startete seine Aufzeichnungen im Jahr 1774. Beruflich
hatte er als Arzt allerdings eher weniger mit dem Wetter zu tun.
Daneben war er aber auch ein Luftfahrtpionier und da schadete es
sicherlich nicht, sich mit dem Wetter zu beschäftigen. Am 07. Januar
1785 überquerte er zusammen mit dem französischen Ballonfahrer
Jean-Pierre Blanchard in einem mit Wasserstoff gefüllten Ballon den
Ärmelkanal und gilt somit als "erster fliegender US-Amerikaner". Doch
schon wenige Wochen zuvor bestieg er am 30. November 1784 in London
einen Ballon, stieg damit auf und machte von dort die weltweit ersten
gezielten meteorologischen Beobachtungen aus einem Ballon.
Am morgigen Freitag ist dann der "Dicke-Pulli-Tag". Dieser wurde 2020
von der Bonnerin Corinna Nitsche Haine initiiert und wird immer am
ersten oder zweiten Freitag im Februar begangen. Der rheinische
Karneval schließt aus, dass der "Dicke-Pulli-Tag" am Tag nach
Weiberfastnacht stattfindet. Warum dieser Aktionstag auf einen Termin
im Februar fällt, hat zwei Gründe. Zum einen passt er gut in den
Februar, da normalerweise die meisten Heizungen noch in Betrieb sind,
wobei man dank eines dickeren Pullovers weniger heizen muss
(zumindest in der Theorie). Zum anderen war es den Initiatoren
wichtig, an das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar
2005 zu erinnern.
Nun zu der Frage, ob wir in den kommenden Tagen einen dicken Pullover
benötigen? Für die meisten ist die Antwort sicherlich klar: Ja!
Hoch DANIEL scheint sich nämlich in Fennoskandien weiterhin sehr
wohlzufühlen und erschwert damit das Vorankommen atlantischer
Tiefausläufer. Diese versuchen von Süden her immer wieder gegen
dieses "Kältebollwerk" anzukommen.
In den Westen und Süden Deutschlands werden dabei milde Luftmassen
gelenkt, während in den Norden und Osten mit einer östlichen Strömung
kalte Festlandsluft einfließt. Dadurch ergeben sich starke
Temperaturgegensätze in Deutschland. So verharrt der Norden am
heutigen Donnerstag bei Höchstwerten zwischen -3 und 0 Grad im
Dauerfrost, im Breisgau werden hingegen um 10 Grad erreicht.
Insbesondere an den Küsten fühlen sich die Temperaturen deutlich
kälter an, denn dort weht ein strammer Ostwind, der zeitweise
stürmisch aufleben kann.
Daneben kommt es am heutigen Donnerstag und in der Nacht zum Freitag
im Osten und Nordosten Deutschlands zu zeitweiligen Niederschlägen.
Teils treten die Niederschläge als leichte bis mäßige Schneefälle
auf, teils ist aber auch gefrierender Regen ein Thema. Gebietsweise
kommt es zu erheblicher Glätte durch Glatteis. Beim Verlassen des
Hauses ist dann entsprechende Vorsicht geboten. Egal ob per Auto, mit
dem Fahrrad oder zu Fuß sollte man sich den örtlichen Begebenheiten
dementsprechend anpassen.
Am morgigen Freitag kommen von Südwesten neue Niederschläge auf, die
bei Höchsttemperaturen zwischen 5 und 10 Grad meist als Regen fallen.
Im Nordosten ziehen die nächtlichen Niederschläge Richtung Ostsee ab.
Dauerfrost ist dort dann zwar meist kein Thema mehr, dennoch liegen
die Höchsttemperaturen nur im niedrigen einstelligen Bereich. Die
Sonne sucht man allerdings meist vergeblich am Himmel. Allenfalls an
den Nordrändern der Mittelgebirge und an den Alpen gibt es
vorübergehend Auflockerungen.
Im Laufe der Nacht zum Samstag kommen die Niederschläge von Südwesten
und Westen bis zur Elbe und Ostbayern voran. In der Mitte und im
Südosten ist nach aktuellem Stand der Modelle dann erneut mit
gefrierendem Regen und damit Glatteis zu rechnen.
Das Wochenende präsentiert sich insbesondere im Südwesten und Westen
schon fast von seiner vorfrühlingshaften Seite. Entlang des Rheins
liegen die prognostizierten Höchsttemperaturen um 10 Grad, am Samstag
sind im Breisgau bis zu 14 Grad möglich. Dazu zeigt sich auch längere
Zeit die Sonne. Anders sieht es hingegen im Nordosten aus. Aus einer
dichten Bewölkung fällt zeitweise Niederschlag (teils als Regen,
teils als Schnee), die Höchsttemperaturen verbleiben weiterhin im
niedrigen einstelligen Bereich.
Zusammengefasst gehört ein dicker Pullover in den kommenden Tagen
also sicherlich nicht zur schlechtesten Kleiderwahl, Richtung Westen
und Südwesten kann man die dicksten Wollpullover aber oftmals im
Schrank lassen. Ist man längere Zeit im Freien unterwegs, sollte man
sich insbesondere in der Nordosthälfte hingegen noch ein bisschen
dicker einpacken. Übrigens: In Anlehnung an wollige Kleidungsstücke
gibt es einen Lifehack bei Glatteis, alte Wollsocken über die Schuhe
zu ziehen. Diese saugen Schmelzwasser auf und begünstigen eine
bessere Bodenhaftung.
M.Sc. Tanja Egerer
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
|
|