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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Die Omegawetterlage



Derzeit bestimmt eine stabile Omegawetterlage das Wetter über
Mitteleuropa und sorgt für ungewöhnlich warmes und trockenes
März-Wetter. Doch wie kommt es zu dieser Blockierung des Jetstreams
und wie lange bleibt sie bestehen?



Bisher sorgte anhaltendes Hochdruckwetter für einen trockenen und
ungewöhnlich warmen Start in den März. Ursache ist eine sogenannte
Omegawetterlage. Diese stellte sich Ende Februar ein, als es im
Nordosten Kanadas zu einem kräftigen Kaltlufteinbruch kam. Dabei
fließt die Kaltluft über dem vergleichsweise warmen Atlantik aus und
sorgt dort für Tiefdruckbildung. Somit liegt über dem Nordatlantik
ein sich immer wieder regenerierendes Höhentief, also ein
Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten zwischen etwa 4 und 9 km
Höhe.
Auf dessen Ostseite gelangt mit südlicher Strömung sehr warme Luft
aus Nordafrika nach West- und Mitteleuropa. Dadurch hat sich ein
kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa aufgebaut. Dieses kann
jedoch nicht nach Osten abziehen, da sich über Westrussland ein
weiteres Höhentief befindet. Eingekeilt zwischen diesen beiden
Höhentiefs bleibt die Lage des Hochdruckgebietes relativ stabil,
sodass solche Wetterlagen meist über einen längeren Zeitraum hinweg
bestehen bleiben.
Bei einer Omegalage nimmt die Höhenströmung die Form des griechischen
Buchstabens ? an, daher der Name. Solche blockierenden Wetterlagen
entstehen, wenn der Jetstream stark gewellt ist und ein kräftiges
Hochdruckgebiet zwischen zwei Tiefdruckgebieten festliegt. Dadurch
wird der Westwindstrom umgelenkt oder unterbrochen und das Muster
bleibt über längere Zeit nahezu stationär.
Zusätzlich wirkt der sogenannte Beta-Effekt: Er beschreibt, dass die
Corioliskraft (scheinbare Ablenkung durch die Erdrotation) mit
zunehmender geografischer Breite stärker wird und dadurch die Dynamik
großräumiger Wellen im Jetstream beeinflusst. In ausgeprägten
Wellenlagen trägt dieser Effekt dazu bei, dass sich das Muster nur
langsam weiter verlagert und länger bestehen bleibt. In einer
Omegalage unterstützt er somit die typische Wellenform der
Höhenströmung und die Stabilität der Lage.
In den vergangenen Jahren häuften sich solche Omegalagen im Frühling,
sodass es oft zu trockenen und warmen Phasen kam.
Auch am Wochenende bleibt die warme Luft aus Nordafrika wirksam und
sorgt im Westen für Höchsttemperaturen von über 20 °C. Die Nächte
bleiben jedoch weiterhin relativ frisch, teils sogar frostig.
Verantwortlich dafür ist die vergleichsweise lange nächtliche
Ausstrahlung in den meist klaren Nächten zu dieser Jahreszeit.
Ab Beginn der nächsten Woche wird die Omegalage dann allmählich
abgebaut. Das Hoch verlagert sich ostwärts Richtung Russland und
macht Platz für atlantische Tiefausläufer. Diese gestalten das Wetter
vor allem im Westen zunehmend wechselhaft, besonders ab Mitte der
nächsten Woche. Trotz einer leichten Abkühlung bleibt das
Temperaturniveau dabei weiterhin über dem für Anfang März üblichen
klimatologischen Mittel.


Dipl. Met. Christian Herold

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Grüße aus der Sahara



Der Hochdruckeinfluss beschert uns weiterhin überwiegend
störungsfreies Wetter. Dabei ist es gebietsweise frühlingshaft mild
und oft scheint die Sonne. Die großräumigen Strömungen senden uns zum
Ende der Woche aber auch einen Gruß aus Nordafrika.



In den letzten Tagen herrschte in weiten Teilen des Landes
frühlingshaft mildes und meist sonniges Wetter. Nur vereinzelt
hielten sich Nebelfelder länger. Grund dafür ist Hochdruckgebiet
JANNIS, das sich über Mittel- und Südosteuropa ausgedehnt hat. Es
lenkt trockene Luft zu uns und hält Tiefdruckgebiete mit feuchter
Luft fern. Dadurch können sich kaum Wolken bilden. Nur in der Nähe
größerer Flüsse und in engen Tälern, wo die Feuchtigkeit sich nachts
nicht wegbewegen kann, bilden sich immer wieder Nebelfelder, die sich
tagsüber meist aber auflösen.

Wer sich die obige Analysekarte genau ansieht, der entdeckt ein
umfangreiches, wenn auch nicht besonders stark ausgeprägtes
Tiefdruckgebiet über Nordafrika. Es "saugt" bereits seit ein paar
Tagen Saharastaub an und führt es in größere Höhen entgegen dem
Uhrzeigersinn nordwärts. Inzwischen hat es der Staub bis nach Spanien
und Frankreich geschafft und lässt sich schon im Satellitenbild
erkennen.

Aktuell verlagert sich das Tief langsam nach Südwesteuropa, wo es vom
Hoch über Mitteleuropa und einem Hoch über dem Atlantik in die Mangel
genommen wird. Dabei dehnt es sich leicht nordwärts bis nach
Südengland aus, füllt sich aber am Wochenende allmählich auf und
zerfällt.

Die Ausdehnung sorgt für eine weit nach Norden reichende Verteilung
der staubbelasteten Luft. Die wiederum wird vom Hoch über Mittel- und
Osteuropa angezapft und so schließlich auch zu uns geführt.
In der unten angefügten Animation sieht man die Verlagerung der
stärksten Staubgebiete (je roter, umso höher ist die
Staubkonzentration) erst in den Westen Europas und dann am morgigen
Freitag mit sich etwas ostwärts zurückziehendem Hoch auch zu uns.

Dabei kann der Staub Konvektion und somit Wolkenbildung auslösen.
Zumindest aber wird er den Himmel etwas eintrüben, sodass der
Sonnenschein milchig oder trüb erscheinen kann.

Am Wochenende bleibt die mit Staub angereicherte Luft über uns
liegen, wenngleich die Konzentration aufgrund der horizontalen
Verteilung und dem versiegenden Zustrom langsam abnimmt. Am Samstag
sind im äußersten Norden und Nordosten im Zuge eines kleinräumigen
Höhentiefs über Südschweden und dadurch leicht angefeuchteter Luft
auch Regenfälle möglich. Diese können den Staub auswaschen, was zu
sichtbaren Spuren auf Gegenständen führen sollte.


Dipl. Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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