Besucher: 1077



Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Aprilwetter - der März übt schon mal


Heute und in den kommenden Tagen wechseln sich freundliche und nasse
Abschnitte ab. Die Temperaturen fahren dabei Achterbahn. In manchen
Ecken wurde oder wird es nochmal weiß. Wir fahren eine Runde mit im
Wetter-Karussell.


Tiefdruckgebiete dirigieren das Wettergeschehen und schicken uns auf
eine meteorologische Berg- und Talfahrt in Mitteleuropa. Am heutigen
Samstag liegt eine Kaltfront von Südwest nach Nordost quer über
Deutschland. Sie trennt milde Luft im Osten von polarer Meeresluft im
Westen. Verbreitet kommt es zu Niederschlägen, die meist als Regen,
an den Alpen und in höheren Lagen der westdeutschen Mittelgebirge
aber auch als Schnee fallen. Länger trocken und zeitweise freundlich
ist es im Südosten des Landes. Im Osten und Südosten wird es mit 12
bis 18 Grad auch am mildesten. Der Westen muss sich mit mageren 4 bis
8 Grad begnügen.

Rollentausch am Sonntag, Westen im Vorteil

Am Sonntag wendet sich das Blatt. Im Westen scheint nach Abzug der
Front zeitweise die Sonne und es bleibt meist trocken. Im Osten und
Südosten sorgt die Kaltfront dagegen für viele Wolken und hier und da
auch für etwas Regen, in höheren Lagen Schnee. Das Temperaturgefälle
dreht sich um: mit 8 bis 12 Grad wird es im Westen am mildesten, im
Osten und Südosten werden nur noch 6 bis 10 Grad erreicht.

Ruppige Böen und schnelle Schauer: Das Wetter-Karussell nimmt Fahrt
auf

Zum Wochenbeginn stattet uns der April einen Besuch ab, zumindest was
das Wettergeschehen angeht. In rascher Folge ziehen Schauer und
örtliche Gewitter von West nach Ost über Deutschland hinweg. Örtlich
mischt sich Graupel unter den Niederschlag. Zwischen den Schauern
zeigt sich häufig, aber nur kurz die Sonne. Maximal werden 6 bis 11
Grad erreicht. Der westliche bis südwestliche Wind frischt vor allem
in Schauer- und Gewitternähe stark auf, im Bergland gibt es
Sturmböen.

Die Belohnung nach dem Schauer-Marathon

Am Dienstag setzt Wetterberuhigung ein. Unter zunehmendem
Hochdruckeinfluss lassen die Niederschläge meist nach und die Sonne
zeigt sich häufiger. Mit Höchstwerten zwischen 9 und 14 Grad wird es
wieder milder als zuletzt.

Das Karussell dreht sich weiter, nimmt aber zur Wochenmitte deutlich
Fahrt in Richtung Frühling auf. Wer den Montag übersteht, wird mit
milden Aussichten belohnt. Vor allem im Westen werden dann wieder
häufiger 15 Grad und mehr erreicht.

M.Sc.-Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wissenschaft Kompakt

Wie wahrscheinlich ist die Hitzewelle im Westen der USA?



Dem Westen der USA steht eine Frühjahres-Hitzewelle bevor. Wir geben
einen Einblick, wie umfangreiche Datensätze von Wettermodellen
verdichtet werden können, um solche Abweichungen vom klimatologischen
Mittel zu identifizieren.


Je weiter eine Wettervorhersage in die Zukunft reicht, desto stärker
verlässt sie den Bereich der konkreten Einzelprognose und bewegt sich
in Richtung statistischer Abschätzung möglicher Entwicklungen. Der
Grund dafür liegt in der chaotischen Natur der Atmosphäre: Schon
kleine Unsicherheiten in den Anfangsbedingungen können im Laufe der
Zeit zu deutlich unterschiedlichen Wetterverläufen führen. Um diese
Unsicherheit abzubilden, werden in der modernen Wettervorhersage
sogenannte Ensembles verwendet. Dabei wird ein numerisches
Wettermodell viele Male mit leicht veränderten Anfangsbedingungen
gerechnet. Interessiert man sich dann zum Beispiel für die
Wetterentwicklung über Europa in einer Woche, wäre der unmittelbarste
Ansatz, sich jeden einzelnen Modelllauf des Ensembles anzuschauen.

Während dieser Ansatz sämtliche Information der einzelnen
Ensemble-Member erhält, ist er in der Praxis generell weder intuitiv
noch übersichtlich. Zusätzlich zeigt Abbildung 1 nur einen Zeitpunkt
pro Ensemble-Member. Um sich einen Überblick zu verschaffen ist es
also wichtig den Output der vielen Modellläufe zu verdichten, um
relevante Informationen über die mögliche Variabilität der
Wetterentwicklung herauszufiltern - ein zentraler Aspekt in der
heutigen Wettervorhersage.
Ein möglicher Ansatz, der direkt aus Abbildung 1 folgt, ist die
sogenannte Cluster-Analyse. Dabei werden die Ensemble-Mitglieder
anhand bestimmter Fehlermetriken nach ähnlichen Mustern (hier im 500
hPa Geopotenzial) gruppiert, sodass typische Szenarien in der
Wetterentwicklung sichtbar werden. Abbildung 2 zeigt, dass für die
Tage um den 19. März 2026 die Reichweite der möglichen Entwicklungen
vergleichsweise übersichtlich ist, da sich vier repräsentative
Cluster aus den einzelnen Ensemble-Mitgliedern ergeben. Diese Cluster
fassen die wesentlichen Varianten der prognostizierten
Wetterentwicklung zusammen und erleichtern damit die Interpretation
des Ensembles erheblich.

Eine weitere Möglichkeit, die Informationen eines Ensembles zu
verdichten, besteht darin, gezielt auf Extremwerte einzelner
meteorologischer Parameter zu schauen. Einen solchen Ansatz verfolgt
der sogenannte Extreme Forecast Index (EFI) des ECMWF. Der EFI fasst
die Ensemble-Informationen zu einem bestimmten Parameter,
beispielsweise der Temperatur oder des Niederschlags, in einem
einzigen Wert zusammen. Er gibt Aufschluss darüber, wie ungewöhnlich
ein wahrscheinlich bevorstehender Wert im Vergleich zur
klimatologischen Verteilung ist.
Der EFI wird berechnet, indem die Wahrscheinlichkeitsverteilung der
Ensemble-Mitglieder für einen bestimmten Zeitpunkt und Ort mit der
entsprechenden Klimaverteilung verglichen wird. Je stärker und
konsistenter sich die Vorhersagen des Ensembles von der
Klimaverteilung entfernt, desto näher liegt der EFI bei Werten von
plus oder minus 1:
EFI nahe 0: Die prognostizierten Bedingungen liegen im Bereich des
für die Jahreszeit üblichen Modellklimas.
EFI deutlich positiv (z. B. > 0,7): Ein großer Teil der
Ensemble-Vorhersagen liegt im oberen Extrembereich oder jenseits der
klimatologischen Verteilung - ein Hinweis auf ungewöhnlich hohe
Werte.
EFI deutlich negativ: Die Prognose bewegt sich im unteren
Extrembereich, etwa bei ungewöhnlicher Kälte oder sehr niedrigen
Werten.
Der Vollständigkeit halber zeigt Abbildung 3 den EFI für die
Temperatur über Zentral-Europa um den 19. März. Das Signal ist hier
insgesamt nicht stark ausgeprägt, was bedeutet, dass die
prognostizierten Temperaturen größtenteils im normalen Rahmen für die
Jahreszeit liegen. Positive Werte über dem Ärmelkanal und der Biskaya
deuten auf höhere Wahrscheinlichkeiten für lokal ungewöhnlich warme
Bedingungen hin.

Während über Zentral-Europa um den 19. März nur ein schwaches
EFI-Signal für außergewöhnliche Temperaturen sichtbar ist, zeigt sich
über dem Westen der USA im selben Zeitraum ein deutlich
ausgeprägteres Signal. Der EFI weist hier verbreitet Werte um 1 auf,
was auf hohe Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten außergewöhnlich
warmer Temperaturen für diese Jahreszeit hinweist. Nachdem das
robuste Signal mithilfe der abstrakten EFI-Kenngröße identifiziert
wurde, lohnt es sich, die zugehörige Wetterlage und konkrete
Temperaturen zu betrachten. Das identifizierte Signal hängt mit einem
ausgeprägten stationären Höhenrücken zusammen, der sich Ende
kommender Woche über dem westlichen Nordamerika etabliert hat
(Abbildung 5). Für Los Angeles in Kalifornien werden über mehrere
Tage hinweg Temperaturen über 30 Grad erwartet, in Phoenix (Arizona)
sogar über 36 Grad. Für weite Regionen im Westen der USA ist das
gleichbedeutend mit einer mehrtägigen Abweichung vom klimatologischen
Temperaturmittel um mehr als 10 Grad!


Dipl.-Met. Thorsten Kaluza

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





Private Wetterstation Altenmarkt a. d Alz - Alle Angaben ohne Gewähr - (c) Matthias Schwanter   -   Seitengeneration erfolgte in 0.0917 Sekunden.