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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Hochnebel - das Haar in der Suppe



In vergangenen Tagen herrschte zwar verbreitet Hochdruckeinfluss,
aber Nebel und Hochnebel machten so mancherorts einen Strich durch
die frühlingshafte Rechnung.



In den noch vergleichsweise langen Nächten des Februars können sich
bei windschwachen klaren Bedingungen die bodennahen Luftschichten
stark abkühlen. Dies traf in den vergangenen Nächsten auf weite Teile
des Südens und der Mitte Deutschlands zu. Aufgrund der vorherigen
Regenfälle bzw. des Tauens von Schneedecken waren die obersten
Bodenschichten zudem sehr feucht. Alles in allem förderliche
Bedingungen für die nächtliche Bildung von Nebel bzw. Hochnebel.
Dieser wurde tagsüber dünner bzw. wurde von den Rändern her
aufgelöst. Gleichzeitig fand eine Verfrachtung mit der bodennahen
Luftströmung statt. Bei meist schwachem Wind aus dem Sektor Ost bis
Süd staute sich die feuchtkalte Luft der Grundschicht an den Süd-
bzw. Osthängen der südlichen und einiger zentraler Mittelgebirge.
Dort konnte der Hochnebel sich bis zum Tagesende halten und sich in
der Folgenacht wieder verdichten bzw. ausbreiten.

Dies hatte nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Anzahl der
Sonnenstunden, sondern auch auf die 2 Meter Temperatur. In den von
früh bis spät sonnigen Gebieten wurde die maximal mögliche
Sonnenscheindauer von etwa 10 Stunden erreicht. Zugleich stieg die
Temperatur deutlich über die 10-Grad-Marke und am gestrigen
Donnerstag örtlich auch auf 20 Grad wie zum Beispiel in Metzingen bei
Reutlingen mit 20,4 Grad. In den vom Dauergrau geplagten Regionen
lagen die Höchstwerte dagegen zum Teil nur im einstelligen Bereich.
Zum Beispiel war in Meiningen an der Werra im Süden Thüringens
gestern mit 6,8 Grad bereits das Tagesmaximum erreicht.

Häufig lag zwischen grau und blau nicht einmal eine besonders große
Distanz. Beispielsweise gab es an der Station am Frankfurter
Flughafen gestern nur 25 Minuten Sonnenschein, in Michelstadt im
Odenwald dagegen schien die Sonne 7:32 Stunden. Auch höher gelegene
Stationen befanden sich in der Sonne, weil sie über das Nebelmeer
herausragten. So registrierte die Station auf dem Feldberg im Taunus
gestern 8:18 Stunden Sonnenschein. Diese kleinräumigen Unterschiede
machen die Vorhersage schwierig und am Ende kann es bedeuten, dass
man im Grau sitzt, obwohl die App oder der Wetterbericht etwas
anderes zuvor vermittelten.

Am heutigen Freitag waren Nebel- und Hochnebel aus der Nacht heraus
nicht so verbreitet und dick wie an den Tagen zuvor, so konnte sich
die Sonne bis zum Mittag verbreitet, wenn auch nicht überall
durchsetzen.


M.Sc.-Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.02.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Ungewöhnliche Frühlingswärme zum meteorologischen Winterende



Außergewöhnlich milde, ja geradezu warme Luftmassen haben den
Südwesten und Westen Europas erreicht. In Frankreich wurden
zahlreiche neue Februarrekorde der Höchsttemperatur aufgestellt. Nun
erreicht diese Luftmasse auch Deutschland.



Zwischen einem umfangreichen Hoch über Westeuropa und dem
Mittelmeerraum sowie einem ebenso umfangreichen Tiefdruckkomplex über
dem Nordostatlantik hat sich über Westeuropa eine großräumige
Südwestströmung eingestellt. Mit dieser wurde Luft aus den
Seegebieten zwischen den Azoren und den Kanaren nach Westeuropa
geführt. Diese Luftmasse im Zusammenspiel mit viel Sonnenschein
führte in Frankreich und manchen Nachbarländern zu zahlreichen
Rekorden der Höchsttemperatur für Februar. Örtlich wurden im
Südwesten Frankreichs knapp 30 Grad an den beiden vergangenen Tagen
gemessen. Am gestrigen Mittwoch stieg die Temperatur in
Zentralfrankreich auf Werte um 25 Grad und selbst im etwa 1000 Meter
hoch gelegenen Chamonix in den Westalpen wurden 21,1 Grad (neuer
Februarrekord, Messbeginn 1880) erreicht.

Bei uns in Deutschland wird der Wärmehöhepunkt am morgigen Freitag
erreicht. Doch bereits heute liegen die Höchstwerte im Westen und
Südwesten örtlich bei 20 Grad. Am Freitag verstärkt sich dann die
Zufuhr der subtropischen Luftmasse. Mit auffrischendem südwestlichem
Wind haben Nebel und Hochnebel weniger Chancen als an den Vortagen,
zudem gibt es am Nordrand der Mittelgebirge föhnige Effekte. Damit
steigen die Temperaturen in der Mitte und im Süden Deutschlands
gebietsweise auf Werte um 20 Grad mit den höchsten Werten entlang des
Rheins und seiner Nebenflüsse. Dort werden 21, örtlich 22 und am
südlichen Oberrhein vielleicht auch 23 Grad erreicht.

Als bisheriger deutschlandweiter Februarrekord steht ein "Uraltwert"
vom 26. Februar 1900 in der Statistik. Damals wurden in Jena 23,1
Grad gemessen. Einige weitere Stationen stehen mit Werten knapp über
22 Grad in der Statistik und liegen fast ausschließlich in der
Südwesthälfte Deutschlands. Diese Rekorde stammen meist aus den
Jahren 1960 und 1990, haben also auch schon länger Bestand.

Selbst an den Küsten wird es mehrheitlich mild oder sehr mild. Eine
Ausnahme bildet lediglich Nordfriesland, dort kommt der südwestliche
Wind von der kalten Nordsee, zum Teil liegen die Höchstwerte dort nur
zwischen 6 und 8 Grad. Anders an der Ostsee. Dort kann man an der
vorpommerschen Küste bei 13 bis 15 Grad, dem teils noch 30 cm dicken
Eis auf den Boden oder im Stettiner Haff beim Schmelzen zuschauen.

Ansonsten ist zum Ende des meteorologischen Winters nicht mehr viel
Winterliches übrig. Die Schneegrenze liegt um 1000 Meter, im Westen
etwas darüber, im Osten etwas darunter. In Lagen darunter hat bereits
der Vorfrühling Einzug gehalten oder tut es in den kommenden Tagen.
Festmachen lässt sich das am zunehmenden Pollenflug von Hasel und
Erle. Dieser erreicht im Norden und Osten meist mittlere, sonst hohe
Belastungsintensitäten.


M.Sc. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.02.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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