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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Der Winter 2025/2026 - persönliche Erlebnisse und eine Einschätzung


Die Tage des meteorologischen Winters 2025/2026 sind gezählt und
eines ist gewiss: Der vergangene Winter machte in Mittelhessen seinem
Namen alle Ehre. Im heutigen Thema des Tages geht es um eine
subjektive Einschätzung und Wahrnehmung des Verfassers.


Mit dem heutigen Tag geht der meteorologische Winter 2025/2026 zu
Ende. Im Gegensatz zum kalendarischen Pendant erstreckt sich der
meteorologische Winter von Anfang Dezember bis Ende Februar. Im
nachfolgenden Text geht es dabei um meine subjektive Wahrnehmung für
den Winter in Mittelhessen. Einen umfangreichen Rückblick für den
vergangenen Winter in Deutschland findet sich unter: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2026/20260228_deut
schlandwetter_winter%2025-26_news.html?nn=16210.

Zum Start in den Winter Anfang Dezember gibt es eigentlich nicht viel
zu berichten. Der Monat startete trüb mit wenig Sonne und
Höchstwerten etwas über dem Gefrierpunkt. Zwar nicht wirklich mild,
aber auch von Schnee war keine Spur. Nach ein paar Tagen regnete es
das einzige Mal wirklich nennenswert und das bei deutlichen
Plusgraden. Frost und Schnee waren kein Thema. Ab Mitte des Monats
häuften sich wie jedes Jahr die Fragen nach einer weißen Weihnacht.
Hoffnung bestand und in den Modellen war etwas im Busch, aber mit
jedem Tag in Richtung Heiligabend schwand die Hoffnung auf Flocken.
Die Temperaturen dümpelten weiter meist zwischen 5 und 10 Grad
tagsüber und allenfalls geringem Nachtfrost. Alles in allem
unspektakulär und wenig Sonne trug zum tristen Eindruck bei.
Pünktlich zum Fest kam es dann zu einer Wetterumstellung. Kalte
Ostwinde drückten die Temperaturen in den Keller. Tagsüber gab es nur
knapp über 0 Grad und nachts trat mäßiger Frost auf. Dazu schien
oftmals die Sonne. Das Weihnachtsfest ging also sehr kalt über die
Bühne. Vor allem der ruppige Ostwind blieb in Erinnerung, da dieser
die gefühlte Temperatur in den Keller rauschen ließ. Was fehlte, war
weiterhin der Schnee. Die kalte Luft war nun immerhin da, jedoch war
sie viel zu trocken, um für Niederschlag zu sorgen. Außerdem
verhinderte die fehlende Schneedecke über Osteuropa, dass es trotz
einer strammen Ostströmung keinen Dauerfrost gab. "Mensch, die
Ostlagen im Winter sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren!",
dachte man sich als Meteorologe.

Zum Start ins neue Jahr gab es dann endlich die ersten Schneeflocken.
Viel war es zunächst nicht, aber immerhin war die Landschaft in ein
zartes Weiß getaucht. Teils leichter Dauerfrost sowie zeitweiliger
Sonnenschein ließen ein gewisses Winterfeeling zu. Wichtig wurde
persönlich nun, was am 10.1. mit dem Schnee sein wird, denn die
örtliche Freiwillige Feuerwehr gab wenige Tage zuvor bekannt, dass es
ein beleuchtetes Nachtrodeln im Ort geben soll. Immerhin hatten sich
ein paar Zentimeter Schnee aufsummiert. Am Abend des 9.1. und in der
Nacht zum 10.01. war der Schreck jedoch groß. Plusgrade ließen die
Schneedecke dahinschmelzen. Auf dem Weg zum Frühdienst am 10.1. ging
der Regen jedoch wieder in Schnee über und es schneite fortan ein
paar Stunden in Mittelhessen. Das Nachtrodeln war gerettet und wurde
zu einem vollen Erfolg. Knapp fünf Zentimeter Neuschnee und ein
Überfrieren der Nässe sorgten für beste Rodelbedingungen. Die Kinder
hatten einen Heidenspaß und die Erwachsenen ebenso.

Der 11.1. war dann ein Wintertag wie aus dem Bilderbuch. Frisch
gefallener Schnee, dazu Sonnenschein, kaum Wind und leichter
Dauerfrost. Winterherz was willst du mehr! Also Schlitten raus, warm
anziehen und den Tag genießen, lautete die Devise, denn eines war
schon klar: Eine mildere Luftmasse kündigte sich in den Wetterkarten
bereits an und machte dem Schnee den Garaus. Vorübergehend gab es zur
Monatsmitte zweistellige Höchstwerte. War es das schon wieder mit dem
Winter? In vielen Jahren zuvor wäre das genau der Fall gewesen.
Dieses Mal sollte es jedoch anders kommen! Der Wind drehte zum Ende
der zweiten Dekade wieder auf östliche Richtungen, sodass erneut
Kaltluft einfließen konnte.

Zunächst gab es knappe Plusgrade tagsüber und nachts mäßigen Frost.
Das Setup für einen weiteren Wintereinbruch mit gefrorenen Böden, auf
denen der Schnee liegen bleiben konnte, war also gegeben. Und genau
so kam es am Morgen des 26.1. Pünktlich zum Berufsverkehr gab es
heftigen Schneefall und ein Verkehrschaos. Der Weg zum Frühdienst war
mehr als beschwerlich. Die A5 mal wieder gesperrt wegen, wie so oft
in diesem Winter, liegengebliebener LKW. Eine Alternative musste also
her. Dabei stand nur die A45 zur Debatte. Der Weg um über 30 km
länger, aber immerhin konnte man fahren. 50-60 km/h waren jedoch das
höchste der Gefühle und äußerste Vorsicht war geboten, denn es
schneite weiter heftig. Der Winterdienst wurde zwar gesichtet, doch
es war einfach zu viel Schnee in zu kurzer Zeit. Die Fahrzeit betrug
am Ende fast das Dreifache. Immerhin gestaltete sich die Rückfahrt
einfacher, nur waren die letzten Kilometer beschwerlich. Meldungen
aus dem Bekannten- und Freundeskreis ließen allerdings erahnen, wie
katastrophal die Bedingungen im Großraum Gießen waren, denn teilweise
ging über Stunden hinweg gar nichts mehr. An kleinsten Steigungen
stellten sich LKW auf Land- und Bundesstraßen quer und brachten den
Verkehr zum Erliegen.
In den Folgetagen hielt sich die Schneedecke und wuchs teilweise
nochmals an. Schneeschippen stand somit auf der Tagesordnung und ein
Fitnessstudio brauchte man nicht, schließlich beanspruchte der
mitunter schwere Schnee genug Muskeln und Winterspaziergänge durch
den frischen Schnee waren anstrengend, aber auch wunderschön.

Außerdem begegnete man den Nachbarn auf der Straße und unterhielt
sich über den Winter und wann es denn das letzte Mal so oft und viel
Schnee gab. Besonders schön blieb mir eine Begegnung mit dem Nachbarn
in Erinnerung, als wir beide aus der Nachtschicht kamen, gemeinsam
Schnee schippten und uns dabei unterhielten. Dorfidylle was vom
Feinsten. Der Januar war alles in allem ein toller Wintermonat mit
viel Schnee fürs Flachland.

Der Start in den letzten meteorologischen Wintermonat gestaltete sich
zunächst unspektakulär. Doch bereits am 3.2. gab es neues Unheil.
Eine Luftmassengrenze verschob sich von Süden her nach Mittelhessen
und brachte neuerlich starke Schneefälle mit sich. Es fielen fast 15
cm Neuschnee in wenigen Stunden. Zusammen mit dem Altschnee betrug
die Schneehöhe über 20 cm.

Mehrmaliges Schneeschippen sorgte für den alltäglichen Sport. Richtig
gefährlich wurde es am Abend auf der Straße, weil dann gefrierender
Regen fiel und der Schneematsch zusätzlich überfror.

Die Autobahnen im Umkreis waren teilweise erneut komplett gesperrt
und die gestrandeten Auto- und LKW-Fahrer mussten einem leidtun. Ich
hörte von Personen aus meinem Umfeld, die teilweise sechs Stunden für
einen Heimweg von nicht mal 20 km gebraucht haben. Da kann man gut
verstehen, wenn der Winter verflucht wird. Immerhin verschwand der
Schnee in den kommenden Tagen langsam aber sicher. Regen zum Beginn
der zweiten Dekade sorgte dafür, dass Bäche und Flüsse anstiegen und
das Wasser auf den Feldern stand.

War es das mit dem Winter? - Nein. Der Winter hatte noch ein paar
Pfeile im Köcher. Pünktlich in der Nacht zum Rosenmontag schneite es
neuerdings einige Zentimeter, doch tagsüber rasch ansteigende
Temperaturen verhinderten zum Glück die Absage von lokalen Umzügen.
Ein letztes Stelldichein und nochmals über 10 cm Schnee gab es zum
Ende der zweiten Dekade. Nun hatte sogar ich die Schnauze voll von
Schnee und eine Nachbarin meinte, ob ich nicht Frau Holle den Saft
abdrehen könnte, ich säße ja an der Quelle. Gott sei Dank, können wir
das Wetter nicht manipulieren, doch der Wettergott hatte ein Einsehen
und sorgte dafür, dass mit sich durchsetzender südwestlicher Strömung
dem Winter der Garaus gemacht wurde. Ein besonderes Schmankerl gab es
dann zum Monatsende. Knapp unter 20 Grad, fröhlich zwitschernde
Vögel, sprießende Krokusse, auf dem Spielplatz tobende Kinder und der
erste Grillgeruch in der Nase - der Winter ist geschlagen und der
Frühling ist da.


Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.02.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Fulminanter Start in den Frühling


Bis vor wenigen Tagen herrschte im Nordosten noch Dauerfrost, Teile
der Ostseeküste sind immer noch eisbedeckt. Pünktlich zum
meteorologischen Frühlingsbeginn setzte sich in den letzten beiden
Februartagen eine sehr milde Luft durch - mit rekordverdächtigen
Temperaturen.


Am vergangenen Freitag (27. Februar) war der deutschlandweite
Februar-Monatsrekord zwar nicht direkt in Gefahr, in Ohlsbach in
Baden-Württemberg wurde nach vorläufigen Untersuchungen immerhin eine
Tageshöchsttemperatur von 23,0 °C erreicht. Den Monatsrekord hält die
Wetterstation in Arnsberg (Nordrhein-Westfalen) mit 24,5 °C vom 26.
Februar 1900. Allerdings markierte Ohlsbach zumindest einen neuen
Bundeslandrekord in Baden-Württemberg. Den hielt bisher Mühlheim mit
22,5 °C, gemessen am 29. Februar 1960.

Aber selbst im kältesten Bundesland des vergangenen Winters, in
Brandenburg, hielt der Frühling gnadenlos Einzug. In
Doberlug-Kirchhain, im Süden des Bundeslandes, wurde am Freitag zwar
kein neuer Landesrekord registriert, dennoch wurden dort 20,0 °C
gemessen. Der Monatsrekord liegt bei 20,6 °C aus dem Jahr 2021 und
wurde an der Station in Cottbus verzeichnet. Immerhin konnte mit den
gemessenen 20,0 °C ein neuer Stationsrekord in Doberlug-Kirchhain
aufgestellt werden. Der alte Februarrekord an dieser Station lag bei
19,9 °C, ebenfalls aus dem Jahr 2021.

Bundesweit wurden auch an weiteren Wetterstationen neue
Stationsrekorde im Februar registriert. Nur im Saarland und in
Schleswig-Holstein reichte es nicht für neue Rekorde. Beachtlich ist
zudem die massive Erwärmung zum Frühlingsbeginn: Noch vor einer Woche
wurden an der Station Baruth (ebenfalls Süd-Brandenburg) in den
Frühstunden noch Werte von knapp -16 °C verzeichnet. Innerhalb von
einer Woche sprang die Temperatur im Süden Brandenburgs also um mehr
als 30 Grad Celsius nach oben!

Wie geht es nun weiter mit dem Frühling?

Am heutigen Sonntag, der auf den meteorologischen Frühlingsanfang
fällt, liegen die Reste des Ausläufers von Tief "Doreena" mit Kern
über dem Bottnischen Meerbusen noch über dem Südosten Deutschlands
und sorgen dort neben dichten Wolken für etwas Regen. In der Nacht
zum Sonntag streift dann der Ausläufer von Tief "Elke", einem Tief im
Nordostatlantik, den Norden Deutschlands, bringt aber neben dichteren
Wolken nur wenige Tropfen Regen. Ansonsten herrscht unter zunehmendem
Einfluss von Hoch "Iackl" eine sogenannte "maritim erwärmte
Subpolarluft" bei uns vor, also eine Luft aus subpolaren Breiten, die
sich auf ihrem Weg über den Nordostatlantik etwas erwärmt hat. In
dieser Luft steigen die Tageshöchstwerte auf 8 bis 16 Grad an, wobei
die höchsten Werte am Oberrhein zu finden sind.

In der Nacht zum Montag bleibt es in der Nordwesthälfte aufgrund des
durchziehenden Tiefausläufers meist frostfrei, nach Südosten zu muss
gebietsweise mit leichtem Frost, aber auch mit teils dichtem Nebel
gerechnet werden.

Der Montag und Dienstag sind dann verbreitet von Hochdruckeinfluss
geprägt. Vielfach zeigt sich heiteres oder sonniges und trockenes
Wetter. Mit einer auf Süd drehenden Strömung fließt wieder mildere
Luft zu uns, sodass die Höchstwerte am Oberrhein am Dienstag mit
Sonnenunterstützung nahe 20 Grad liegen. In den Nächten besteht
jedoch aufgrund der klaren Verhältnisse in der Südosthälfte weiterhin
die Gefahr von leichtem Frost. Zudem bildet sich im Laufe der Nacht
gebietsweise Nebel aus, der sich aber im Laufe des Vormittags meist
wieder auflöst.

In der Nacht zum Mittwoch greift dann ein weiterer schwacher
Ausläufer von Tief "Elke", das in der Zwischenzeit nach Skandinavien
weitergezogen ist, auf die Nordhälfte über. Da Deutschland aber
weiterhin unter Hochdruck liegt, werden sich dabei lediglich ein paar
dichtere Wolken am Himmel zeigen, die sich im Laufe des Mittwochs
wieder auflösen. Regen wird nicht erwartet.

Bis Freitag wird der Hochdruckeinfluss weiterhin dominant sein und
somit auch das sonnige, frühlingshafte Wetter. Einzig an den Alpen
besteht am Mittwochnachmittag eine geringe Schauergefahr. Allerdings
fließt aufgrund der zunehmend auf Ost drehenden Strömung etwas
kühlere Festlandsluft von Osten her zu uns. Während es in der
Westhälfte weiterhin sehr mild ist, bleibt es in der Osthälfte
kühler.

Ab Freitag mehren sich die Anzeichen, dass von Westen her
Tiefausläufer dichtere Wolken und Regen bringen. Die Details hierzu
sind aber noch unsicher. So gibt es bei Blick auf die verschiedenen
Wettermodelle durchaus auch noch Chancen, dass sich der
Hochdruckeinfluss etwas länger hält und wir am Wochenende zumindest
anfangs noch trockenes und sonniges Wetter genießen können.

MSc.-Met. Sebastian Schappert

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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