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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wissenschaft kompakt

Weltwindtag



Ganz oft haben die täglichen Aktionstage ja nicht direkt was mit dem
Wetter zu tun. Heute am Weltwindtag sieht das anders aus, auch wenn
es bei der Aktion nicht um den Wind an sich, sondern mehr um die
daraus gewinnbare Energie geht.


Wind bezeichnet im Allgemeinen die Verlagerung von Luftteilchen. Da
die Teilchen nicht nur ihre Richtung, sondern auch ihre Stärke bei
der Verlagerung ändern, ist der Wind eine Vektorgröße. Er wird in
verschiedenen Höhen ermittelt, wobei die Angabe des Bodenwindes immer
aus Messungen in 10 Metern Höhe erfolgen. In der Meteorologie
unterscheidet man den Mittelwind von den Windspitzen. Der Mittelwind
wird über 10 Minuten sowohl in Richtung als auch Stärke gemittelt.
Die Richtung wird in Grad, die Stärke in Beaufort und die
Geschwindigkeit in Deutschland meist in Kilometer pro Stunde
angegeben. Die Windspitzen sind auch gemittelt, aber über eine Länge
von 3 Sekunden. Ausgegeben werden sie unter anderem als Windspitze
des Tages oder der Stunde.
Die Windspitzen können je nach Wetterlage deutlich vom Mittelwind
abweichen. Bei einem Gewitter, wo die maximale Böe oft nur wenige
Minuten andauert, kann der Unterschied zwischen Mittelwind und Spitze
mehrere Beaufort betragen. Daher ist die Dokumentation der
Windspitzen hier besonders wichtig.
Nun bewegen sich die Luftteilchen nicht einfach so, sie werden von
den auf der Erde herrschenden Luftdruckunterschieden angetrieben. Da
die Natur immer ein Gleichgewicht anstrebt, bewegen sich die
Luftteilchen vom höheren zum niedrigeren Druck. Es handelt sich um
einen Massenstrom mit dem Ziel, den Druckgradienten auszugleichen. Je
größer die Druckunterschiede sind, umso schneller bewegen sich die
Teilchen und umso höher ist die Windgeschwindigkeit. Dabei übt der
Wind auf alles, was in seiner Strömungsrichtung liegt Druck aus - die
entstehende Kraft heißt Winddruck oder Windkraft.
Windkraftanlagen machen sich die Windkraft zu Nutze und wandeln die
kinetische Energie (Bewegungsenergie) des Windes in elektrische
Energie um. Dabei werden die Rotorblätter vom Wind in Bewegung
versetzt, was eine Rotationsenergie erzeugt. Die Rotorwelle im
Inneren der Windkraftanlage nimmt das Drehmoment auf und leitet es an
den Generator weiter. Dieser wandelt die mechanische Energie in
elektrische Energie um. Diese Energie gelangt dann über einen
Transformator in unser Stromnetz.
Je höher die Windgeschwindigkeit ist, umso stärker ist der Antrieb an
den Rotorblättern. Damit erhöht sich das Drehmoment und schließlich
auch die elektrische Energie. Die meisten Anlagen schalten sich bei
einem Mittelwind von 3 bis 4 Metern pro Sekunde (entspricht etwa 10
bis 15 km/h) ein. Eine automatische Abschaltung erfolgt bei
Windgeschwindigkeiten ab etwa 90 km/h. Das schützt die Anlage vor
Sturmschäden und das Stromnetz vor Überlastung.
Kommen wir nun zum Weltwindtag. Der geht auf die European Wind Energy
Association zurück. Durch sie wurde bereits 2007 der Wind Day ins
Leben gerufen, um auf die Bedeutung der Windenergie in der heutigen
Zeit hinzuweisen. Seit ihrer Kooperation mit globalen
Windenergiekonsortien wurde aus dem ursprünglich europäischen
Aktionstag ein weltweiter. Der Auftrag ist aber geblieben: Die
Windenergie und ihre Rolle in der Gesellschaft hervorzuheben. Das
diesjährige Motto lautet "our wind, our community" und soll
verdeutlichen, dass Windenergie am besten funktioniert, wenn alle
mitmachen.
Windkraftanlagen sind nicht unumstritten. Für die einen
"verschandeln" sie die Umgebung, für andere stellen sie eine Gefahr
für die Flora und Fauna dar. In der Meteorologie stören
Windkraftanlagen häufig Radarmessungen. Da sie sich aber selten
bewegen, kann man mit klugen Rechenoperationen die erzeugten
Fehlmessungen ausbessern.


Dipl.-Met. Jacqueline Kernn

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 15.06.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Erwartet uns eine intensive Hitzewelle?



Wechselhaft, kühl und teils auch sehr windig - so präsentierte sich
das Wetter in den letzten Tagen und in der vergangenen Woche. Nun
deutet sich aber eine markante Wetterumstellung an. In einigen
Landesteilen könnte sogar eine längere und intensive Hitzewelle
bevorstehen.



Tief SABINA sorgt am heutigen Sonntag vor allem im Nordosten für
wechselhaftes Wetter. Im Tagesverlauf treten dort immer wieder
Schauer und vereinzelt auch Gewitter auf. Zwischen Hoch FALK über
Westeuropa und Tief SABINA stellt sich ein relativ starker
Druckgradient ein. Dies hat einen lebhaften Nordwestwind zur Folge.
In Schauer- und Gewitternähe sowie in exponierten Lagen sind zudem
stürmische Böen bis Stärke 8 Beaufort möglich. Insgesamt ergibt sich
damit eher ein frühherbstlicher Eindruck. Der Südwesten befindet sich
dagegen bereits unter dem Einfluss von Hoch FALK. Dort scheint heute
häufiger die Sonne, und die Temperaturen erreichen frühsommerliches
Niveau. Am Oberrhein werden Höchstwerte von bis zu 26 Grad erwartet.
In den kommenden Tagen verlagert sich Tief SABINA allmählich nach
Nordwestrussland und macht damit Platz für hohen Luftdruck.
Allerdings bleibt die Nordhälfte zunächst im Einflussbereich von
Frontensystemen, die neben vielen Wolken auch immer mal wieder
schauerartige Regenfälle mit sich bringen. Örtlich sind auch Gewitter
mit von der Partie. Dies ändert sich aber allmählich zur Wochenmitte.
Dann baut sich von Südwesten ein Höhenrücken auf. Dieser ist mit
hohem Luftdruck am Erdboden und absinkenden Luftmassen verbunden.
Dadurch nehmen die Sonnenscheinanteile auch im Norden zu.
Gleichzeitig strömt von Südwesten heiße und zunehmend auch sehr
feuchte Luft nach Deutschland.

Am Donnerstag steigen die Temperaturen damit landesweit deutlich an.
Dann werden in der Südhälfte in den Niederungen verbreitet
Temperaturen um oder über 30 Grad erreicht. Entlang des Oberrheins
sind auch bereits Spitzenwerte bis 36 Grad möglich. Auch im Hinblick
auf die zunehmende Schwüle und die zunehmend warmen Nächte steigt die
Wärmebelastung deutlich an. Am Freitag dehnt sich die Zone der
schweißtreibenden Temperaturen noch etwas nach Norden aus. Damit sind
dort nun abseits der Küstengebiete verbreitet Höchstwerte um 30 Grad
zu erwarten. In der Mitte und im Süden liegen die Höchsttemperaturen
voraussichtlich um 35 Grad. Örtlich auch darüber.

Unsicherheiten bezüglich der Spitzenwerte ergeben sich aber vor allem
noch dadurch, dass am Freitag im Tagesverlauf hauptsächlich im Westen
das Gewitterrisiko steigen wird. Grund dafür ist die sehr
energiereiche Luftmasse. Zudem ist die Troposphäre recht labil
geschichtet, da der über Mitteleuropa liegende Keil in der Höhe nicht
sehr stark ausgeprägt ist. Somit sind vor allem über dem Bergland und
im weiteren Verlauf durch einen von Westen heranrückenden Trog auch
im Nordwesten kräftige Gewitter möglich. Diese können nicht nur die
Höchsttemperaturen etwas dämpfen, sondern auch für Unwettergefahr
sorgen!

Für den weiteren Verlauf des Wochenendes wird entscheidend sein, wie
schnell ein von Westen heranrückender Trog auf Deutschland
übergreift. Dies wird von den Modellen noch sehr unterschiedlich
berechnet. Es deutet sich im Norden damit bereits zum Sonntag hin
eine deutliche Abkühlung an. Im Süden stehen die Chancen auf eine
Fortsetzung der Hitzewelle aber durchaus gut. Damit sind dort in den
Niederungen ab Donnerstag sogar mehrere sehr heiße Tage mit
Spitzenwerten von über 35 Grad möglich! Eine längere Hitzewelle
scheint somit insbesondere im Südwesten sehr wahrscheinlich. Im
Norden dürfte die Hitze allerdings maximal nur von kurzer Dauer sein,
während es an den Küsten voraussichtlich sogar komplett hitzefrei
bleibt.

Damit ist ab der Wochenmitte vor allem in der Südhälfte Schwitzen
angesagt. Erschwerend zu den hohen Temperaturen und der hohen
Luftfeuchte kommt auch noch der Sonnenhöchststand hinzu. Der
Sonnenhöchststand wird zur Sommersonnenwende am 21. Juni erreicht.
Dadurch fühlen sich die ohnehin schon sehr hohen Temperaturen bei
Aufenthalt in der Sonne noch höher an. Wer der Hitze entfliehen
möchte und kann, für den bietet sich ein Ausflug an die Nordseeküste
an.


M.Sc.-Met. Nico Bauer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 14.06.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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