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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wissenschaft Kompakt
Harry Houdini
Am 24. März 1874 erblickte Erik Weisz das Licht der Welt. Er wurde
bekannt als Harry Houdini - einer der berühmtesten Magier der Welt.
Auch beim Wetter gibt es "Magie".
Den Namen Harry Houdini hat fast jeder schon einmal gehört. Manch
einer benutzt ihn oder Abwandlungen davon, um das Entkommen aus
ausweglos scheinenden Situationen zu beschreiben. Auch in die Musik
hat es Houdini geschafft. Dua Lipa und Eminem haben in den
vergangenen Jahren Songs mit dem Titel "Houdini" herausgebracht.
Harry Houdini war aber gar kein so guter Zauberer. Er war laut, seine
Shows wirkten oft uninspiriert und zogen daher nur wenig Publikum an.
Als er sich aber auf die Entfesselung konzentrierte und die Stunts
dabei immer spektakulärer wurden, gewann er an Popularität.
Neben der Entfesselung beschäftigte sich Houdini auch mit der
Wissenschaft. Er war ein entschiedener Gegner des Spiritismus und
kämpfte für die Aufklärung von als übernatürlich angesehenen
Phänomenen. Dabei machte er sich jede Menge Feinde. Er starb am
31.10.1926 in einem Krankenhaus in Detroit an einer
Bauchfellentzündung, hervorgerufen durch einen geplatzten Blinddarm.
Wenn Sie sich jetzt fragen, was Houdini mit dem Wetter zu tun hat,
dann kann ich Ihnen sagen: Nichts. Er begeisterte sich zwar im
weitesten Sinne für die Wissenschaft und war ein Fan des Fliegens,
war aber nicht näher an der Meteorologie dran.
Es gibt aber beim Wetter so etwas wie "Zauberei". Dabei muss man ganz
klar den Volksglauben und den Schamanismus von der modernen
Wetterbeeinflussung unterscheiden. Der berühmte "Regentanz"
(beschrieben in einem früheren Thema des Tages:
https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/9/17.html) beruht
doch mehr auf dem Aberglauben. Wohingegen das Impfen der Wolken mit
Silberiodid oder anderen Stoffen einen tatsächlichen - wenn auch
umstrittenen - Einfluss hat.
Beim sogenannten "Cloud-Seeding" (zu Deutsch: Wolkensaat) werden
chemische Mittel (zumeist Silberiodid oder Trockeneis) aus Flugzeugen
heraus in die Luft gebracht. Sie sollen Wolken zur verstärkten
Konvektion und damit zum Abregnen bringen. Einerseits nutzt man diese
Prozedur für das Erzeugen von Regen in trockenen Gebieten, wie zum
Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Andererseits
versucht man aber auch entstehende Konvektion zu beschleunigen, um
die Bildung von größerem Hagel zu verhindern und so Schäden an der
Vegetation zu minimieren. Letzteres wird auch in Deutschland noch
betrieben. In China gibt es immer wieder Versuche, durch das
frühzeitige Abregnen von Wolken an einzelnen Tagen oder zu bestimmten
Zeiten "schönes" Wetter zu haben - zum Beispiel an Feiertagen oder zu
besonderen Veranstaltungen.
Die Wetterbeeinflussung ist keine neuzeitliche Erfindung. Schon vor
Christi Geburt gab es Maßnahmen zur Abwehr von Gewittern. Damals
wurden noch aus Aberglauben heraus Gegenstände (meist Kugeln oder
Pfeile) in die Luft geschossen, um Gewitterdämonen zu töten. Der
Aberglaube wurde erst im 18. Jahrhundert vom Glauben an eine
physikalische Wirkung abgelöst. Damals nahm man an, dass hohe Gebäude
und auch Flüsse Gewitter anziehen. Und so gab es die Erlaubnis,
Kugeln in die Luft zu schießen, um so die Blitze anzuziehen und
dadurch das Gewitter vorzeitig oder andernorts zu entladen.
Auch glaubte man daran, dass mehrere Schüsse in den Himmel
verhinderten, dass die Gewitter sich nach unten - also zur Erde hin -
ausbreiteten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kombination aus
Schall und Schwarzpulver populär - es war die Hochzeit der
Wetterkanonen. Auch heute sind noch einige dieser Exemplare im
Betrieb. Allerdings kommt kein Schießpulver mehr zum Einsatz. Die
modernen Kanonen emittieren - mit lautem Knall - ein
Propangasgemisch, die die Gewitterwolken verwirbeln sollen, um so die
Entstehung von Hagel zu reduzieren.
Wissenschaftlich beweisen konnte und kann man die Wirksamkeit der
Kanonen aber nicht. Vielmehr zweifelt die Wissenschaft daran, dass
eine Kanone mit begrenzter vertikaler Reichweite eine Gewitterwolke
mit bis zu 13 km vertikaler Ausdehnung beeinflusst.
Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 24.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Auf Bilderbuchfrühling folgt jäher Absturz
Frühlingswetter wie aus dem Bilderbuch herrscht derzeit in
Deutschland. Aber neues Ungemach droht und ab Wochenmitte vollzieht
sich eine drastische Wetterumstellung. Was uns dann erwartet, wird im
heutigen Thema des Tages näher erläutert.
Sonne, sehr milde Luft und zum Leidwesen der Allergiker eine
aufblühende Natur. So präsentiert sich derzeit der Frühling in
Deutschland. Verantwortlich für das schöne Frühlingswetter sind die
Hochdruckgebiete MAX mit Schwerpunkt über Osteuropa und NORBERT mit
Schwerpunkt über Westeuropa, die eine Partnerschaft eingehen und
somit das Wettergeschehen in Deutschland bestimmen.
Dabei steigen in einer trockenen Luftmasse nach einer kalten Nacht
die Temperaturen heute auf 14 bis 18 Grad. Oftmals scheint bei nur
wenigen Quellwolken die Sonne, sodass 10 bis 12 Sonnenstunden auf der
Agenda stehen. Nur im Nordwesten und im äußersten Süden verdecken
auch mal ein paar mehr Wolken das Zentralgestirn. Ein geringes
Schauerrisiko besteht im Südschwarzwald und am Alpenrand. In der
Nacht zum Dienstag ziehen von Nordwesten vermehrt harmlose
Wolkenfelder auf. Frostig wird es erneut gebietsweise in der
Südosthälfte, während in der Nordwesthälfte der Gefrierpunkt meist
nicht unterschritten wird.
Am Dienstag steht vorerst der letzte Frühlingstag ins Haus.
Allerdings kündigen mitunter dichtere Wolkenfelder und ein vor allem
im Nordwesten auflebender Südwestwind bereits die Umstellung der
Wetterlage an. Regen ist allerdings lediglich im äußersten Norden
möglich und bei Maxima zwischen 14 und 20 Grad kann nochmals die
Frühjahrskollektion ausgetragen werden. In der Nacht zum Mittwoch
kommt im Nordwesten schauerartig verstärkter Regen auf, der bis zum
Morgen in etwa eine Linie Saarland-Rügen erreicht. Dazu lebt der
Südwestwind deutlich auf und an der Nordsee sowie im Bergland sind
erste Sturmböen möglich. Im Südosten bekommt man von alledem noch
nichts mit.
Am Mittwoch macht ein teils stürmischer Westwind dem Frühling den
Garaus. Mit einer markant ausgeprägten Kaltfront verlagert sich ein
Regengebiet samt einzelner eingelagerter Gewitter südostwärts.
Nachfolgend setzt sich in labiler Kaltluft Schauerwetter durch. Auch
einzelne Graupelgewitter sind mit von der Partie und die
Schneefallgrenze sinkt im Westen auf etwa 400-600 m und an den Alpen
auf 600-900 m. Die Maxima von 8 bis 16 Grad werden meist schon am
Vormittag erreicht und in der Folge sinken die Temperaturen. Der Wind
lässt bereits am Nachmittag meist schon wieder deutlich nach.
In der Nacht zum Donnerstag hält die rege Schauertätigkeit an und
eventuell gibt es vorrangig im Umfeld der Mittelgebirge sowie in
weiten Teilen Bayerns am Morgen eine weiße Überraschung mit ein paar
Zentimetern Neuschnee. Ein deutlicher Neuschneezuwachs wird am
Alpenrand erwartet, wo bis Donnerstagfrüh durchaus 5 bis 15, in
Staulagen über 20 cm Schnee fallen können.
Am Donnerstag fließt in einem breiten Strom kalte Polarluft nach
Deutschland.
Infolgedessen stellt sich vor allem im Westen und Süden bereits Ende
März schon typisches Aprilwetter mit Regen-, Schnee- und
Graupelschauern ein. An den Alpen fällt länger anhaltend Schnee,
sodass dort die Schneedecke weiter an Mächtigkeit gewinnt. Bis
Freitagfrüh sind weitere 10 bis 20, in Staulagen über 30 cm Neuschnee
möglich. Im Norden und Osten wird nur wenig Niederschlag erwartet.
Höchstwerte im zweistelligen Bereich werden in die Welt der Fabeln
verbannt. Der teils ruppige Nordwestwind tut sein Übriges, um einen
ungemütlichen Wettereindruck entstehen zu lassen. Frühlingsgefühle
bauen sich da kaum auf.
Am Freitag kehrt etwas Ruhe ein. Bei einem Wechsel von Sonne und
Wolken gibt es noch einzelne Regen-, ab mittleren Lagen
Schneeschauer. Die Schneefälle am Alpenrand klingen langsam ab.
Gegenüber dem Vortag steigen die Höchstwerte nur etwas an.
Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.03.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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