Besucherstatistik:
bisherige Besucher: 275.017
heute: 44 - gestern: 45
momentan online: 1



Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Die ominöse 4-Grad-Grenze


Mittlerweile ist die Mehrzahl der auf den Straßen befindlichen
Personenkraftwagen mit Systemen ausgestattet, die Glättehinweise
erzeugen. Wahrscheinlich wurde Ihnen diese Tatsache in den letzten
Tagen erst wieder richtig bewusst, denn die aktuellen nächtlichen
Temperaturen bringen es mit sich, dass solche Hinweise wieder
häufiger zum Vorschein kommen. Diese Glättehinweise werden dem Lenker
entweder mittels Signalton vermittelt oder per Anzeige auf dem
Armaturenbrett zur Kenntnis gebracht. Doch warum weiß das Auto über
die vorherrschende Glättesituation scheinbar so genau Bescheid?

Die meisten Fahrerinnen oder Fahrer werden schon kombiniert haben,
dass ein solcher Hinweis meistens bei einer gemessenen
Außentemperatur von etwa +4 Grad Celsius angezeigt wird. Die Ausgabe
von Glättewarnungen ist in den Autos nämlich direkt an den durch das
Außenthermometer ermittelten Temperaturwert gekoppelt. Fällt diese
Temperatur unter einen vorher fixierten Grenzwert, wird sofort der
entsprechende Hinweis ausgelöst. Das Problem ist aber, dass die
Temperaturermittlung natürlich nicht direkt auf dem Straßenbelag
erfolgen kann. Der Temperaturfühler ist stattdessen in einer gewissen
Höhe an der Karosserie des Autos angebracht. Dadurch wird nicht die
entscheidende Oberflächentemperatur der Fahrbahn gemessen, sondern
eben die Lufttemperatur in der entsprechenden Messhöhe. Die Fahrbahn
kühlt aber während des Abends und in der Nacht häufig deutlich
stärker ab als die darüber liegende Luft (Stichwort langwellige
Ausstrahlung). Dies ist besonders in klaren Nächten der Fall. Das
bedeutet aber natürlich, dass sich beide Werte stark unterscheiden
können. Erwähnenswert ist zudem, dass auch das Belagsmaterial an sich
einen gewissen Einfluss auf die Oberflächentemperatur ausübt. Eine
Betonfahrbahn weist zum Beispiel andere Auskühlungseigenschaften auf
als eine Asphaltdecke oder ein geschotterter bzw. begrünter Fahrweg.

Die genaue Temperaturmessung wird aber noch durch weitere
Randbedingungen gestört. Zum Beispiel könnte der Messfühler durch
Feuchtigkeit beeinträchtigt oder zu nahe am heißen Motor angebracht
sein. Auch die genaue Anströmung durch den Fahrtwind ist eine
mögliche Quelle von Messungenauigkeiten. Aufgrund dieser
Unsicherheiten und vor allem wegen der vorher erwähnten starken
Auskühlung des Belags hat sich jeder Hersteller auf eine "kritische"
Temperatur für Glätte festgelegt. Diese kann natürlich von Modell zu
Modell etwas unterschiedlich sein. Erfahrungswerte zeigen aber, dass
PKW-Lenker ab einer gemessene Temperatur von 4 Grad Celsius verstärkt
auf mögliche Glätte achten sollten. Daher "piepen" die meisten Autos
beim Erreichen dieser Temperaturmarke.

Selbstverständlich gibt auch der Deutsche Wetterdienst Warnungen vor
schwierigen oder gar gefährlichen Straßenverhältnissen aus.
Verwendung findet dabei unsere gewohnte vierstufige Farbpalette. Bei
Glätte durch überfrierende Nässe oder geringfügigen Schneefall wird
beispielsweise zu einer gelben Wetterwarnung gegriffen. Kommt es
örtlich zu gefrierendem Regen ist das Gefahrenpotential schon
deutlich erhöht, daher wird die entsprechende Warnung in der Farbe
orange dargestellt. Verbreitete Glatteislagen münden schließlich in
einer Unwetterwarnung (rot), gegebenenfalls wird mit einer
"Vorabinformation Unwetter" frühzeitig darauf hingewiesen. Verfolgen
sie daher bitte im kommenden Winter unsere Warnungen auf www.dwd.de
oder über die WarnWetterApp.

Obwohl die erwähnten automatischen Glättehinweise im Auto durchaus
eine wertvolle Hilfestellung sind, verlassen Sie sich aber nicht nur
auf diesen Automatismus. Besonders wenn Sie ihr Auto während der
Nacht in einer warmen Garage stehen haben, zeigt das Bordthermometer
während der ersten Zeit unter freiem Himmel einen falschen Wert an.
Es braucht eine gewisse Zeit, bis sich die Temperaturmessung im
korrekten Bereich eingependelt hat. Wird dies nicht beachtet, kann es
sehr schnell passieren, dass beim Ertönen des ersten Warntons das
Auto bereits im Straßengraben eingeparkt wurde.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.11.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Erst die Leoniden - und dann der erste Schnee


Der Höhepunkt steht kurz bevor! In der kommenden Nacht erreichen die
Leoniden ihr diesjähriges Intensitätsmaximum, und damit wird sich
wieder ein äußerst reizvolles Spektakel am nächtlichen Himmel
abspielen. Der Name des Meteor- oder Sternschnuppenstroms, der
übrigens aus Bruchstücken des Kometen 55P/Temple-Tuttle besteht,
leitet sich vom Sternbild Löwe (Leo) ab, in dem die Bahnen bzw.
Spuren der Meteore ihren Ausgangspunkt zu haben scheinen.

"Es ist angerichtet", könnte man aus astronomischer Sicht also sagen.
Um sich aber etwas wünschen zu können, wie es beim Entdecken bzw.
Beobachten von Sternschnuppen ja gerne getan wird, muss auch das
Wetter mitspielen. Und diesbezüglich sind der Westen, Teile der Mitte
und der Süden die "Schokoladenseiten" unseres Landes. Nur vom
Hochrhein bis zu den Alpen bildet sich im Laufe der Nacht
wahrscheinlich Nebel. Am Niederrhein und von den Mittelgebirgen bis
zur Donau, teils sogar bis ins Alpenvorland, präsentiert sich der
Himmel praktisch durchweg klar und lässt damit einen ungetrübten
Blick auf mögliche Sternschnuppen zu. Wobei man mit dem Begriff
"ungetrübt" in Herbstnächten immer vorsichtig sein muss, sorgt die
deutliche Abkühlung doch oft für einen leicht dunstigen oder eben
trüben Charakter in der Atmosphäre.

"Abkühlung" ist auch das Stichwort bei der Wahl der richtigen
Kleidung. Da die Temperaturen in der Nacht durchweg in den
Frostbereich sinken und hier und da auch Werte unter -5 Grad erreicht
werden, sollte man sich warm einpacken, zumal die gefühlten
Temperaturen durch den Wind noch ein wenig niedriger liegen.

Im Norden sind die - man kann im wahrsten Sinn des Wortes von
"Aussichten" sprechen - nicht ganz so ungetrübt. Dort ziehen in der
ersten Nachthälfte nämlich mitunter ein paar hohe oder mittelhohe
Wolken durch, insbesondere von den östlichen Mittelgebirgen bis nach
Vorpommern. Wer jetzt in diesen Regionen auf die zweite Nachthälfte
hofft, wird leider enttäuscht. Denn im Vorfeld einer Kaltfront, die
sich von der Ostsee nähert, nehmen die Wolken im Nordosten in der
zweiten Nachthälfte sogar noch zu und erreichen zum Morgen auch die
Gebiete vom Emsland bis zur Lausitz. Somit stehen die
Sternschnuppen-Chancen dort am schlechtesten. Aber die Hoffnung
stirbt zuletzt, geringe Chancen auf Wolkenlücken, bei ebenfalls
eisigen Temperaturen, gibt es auch im Norden unseres Landes - noch.

"Noch" deswegen, weil die angesprochene Kaltfront im Laufe des
Sonntags weiter nach Süden zieht und dabei vor allem den Osten
beeinflusst. Sie bringt dann in der Nacht zum Montag in den östlichen
Mittelgebirgen den ersten Schnee. Zwar ist die Intensität des
Schneefalls alles andere als atemberaubend, aber einige wenige
Zentimeter Neuschnee sind im Harz, im Erzgebirge, im Thüringer Wald
und im Bayerischen Wald allemal möglich.

Und damit ist nicht Schluss. Bis in die zweite Wochenhälfte hinein
etabliert sich eine teils lebhafte östliche Strömung bei uns in
Mitteleuropa. Der von einigen Kollegen häufiger verwendete und von
den Medien gerne aufgegriffene Begriff der "Russenpeitsche" verbietet
sich natürlich, da die nächtlichen Tiefstwerte nicht unter -10 Grad
liegen. Wer aber Anleihen beim Reitsport schätzt, könnte von einer
"russischen Reitgerte" sprechen.

Diese wirbelt auch im Verlauf der kommenden Woche etwas Schnee herum.
Bei Höchstwerten, die am Tage oft nur im niedrigen einstelligen
Bereich liegen und nachts in den leichten, mitunter auch in den
mäßigen Frostbereich sinken, kann gebietsweise noch ein wenig Schnee
hinzukommen.

Dipl.-Met. Martin Jonas
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.11.2018

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





Private Wetterstation Altenmarkt a. d Alz - Alle Angaben ohne Gewähr - (c) Matthias Schwanter   -   Seitengeneration erfolgte in 0.2159 Sekunden.