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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wissenschaft kompakt

Frag doch mal die Maus




Die meisten kennen sie: Die Maus, die auf jede Frage eine Antwort
weiß. Daran hat sich seit inzwischen 55 Jahren nichts geändert.
Anlässlich dieses Jubiläums ist ihr das heutige Thema des Tages
gewidmet.



Am vergangenen Samstag, den 07. März, feierte die Maus aus der vom
WDR produzierten "Sendung mit der Maus" ihren 55. Geburtstag. Die von
der Illustratorin Isolde Schmitt-Menzel erfundene Zeichentrickfigur
hatte am 07. März 1971 ihren ersten Fernsehauftritt. Seither hilft
die Maus Generationen von Kindern und junggebliebenen Erwachsenen bei
der Beantwortung jeglicher Fragen. Ein kleiner Funfact: Obwohl die
Sendung hauptsächlich für Kinder konzipiert ist, liegt das
Durchschnittsalter der ZuschauerInnen bei knapp 40 Jahren.


Die orangefarbene Maus mit ihren braunen Ohren und ihrem
charakteristischen Augenklimpern hat sich über die Jahrzehnte im
Wesentlichen nicht verändert. Seit dem 05. Januar 1975 wird sie vom
blauen Elefanten und seit dem 11. Januar 1987 auch von der gelben
Ente begleitet. Treue Maus-Fans kennen zudem die verschiedenen
Moderatoren. Die drei Dienstältesten dabei sind: Armin Maiwald (seit
1971, also von Beginn an), Christoph Biermann (seit 1983) und Ralph
Caspers (seit 1999).

Der Hauptsendetermin der 30 Minuten dauernden Sendung ist in der ARD
in der Regel sonntags um 09:30 Uhr, im KiKA erfolgt die Ausstrahlung
sonntags um 11:30 Uhr, was der ursprünglichen Sendezeit entspricht.
Inzwischen wurden mehr als 2.500 Sendungen produziert. Das Konzept
ist einfach und doch genial. Bereits der Vorspann macht deutlich, um
was es geht: Lach- und Sachgeschichten. Lachgeschichten sollen
unterhaltsam sein, Sachgeschichten wiederum dienen der
Wissensvermittlung. Getrennt werden die Elemente durch kurze Clips
mit der Maus.


Bei den Sachgeschichten wird die Herstellung oder Funktionsweise von
Gegenständen erläutert oder es wird erklärt, warum etwas so ist, wie
es ist. Daneben werden Zuschauerfragen aufgegriffen und beantwortet.
Durch die Aktion "Frag doch mal die Maus" entwickelte sich eine
separate Quizshow, die seit 2005 mehrmals im Jahr am Samstagabend zur
Primetime um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wird.


Bekannte Fragen hierbei sind: "Wie kommen die Löcher in den Käse?"
"Und wie die Streifen in die Zahnpasta?" Natürlich wurden auch schon
meteorologische Themen behandelt. So wurde beispielsweise die Frage
beantwortet, warum der Himmel blau ist.


Treuen Zuschauerinnen und Zuschauern wird insbesondere in Erinnerung
geblieben sein, wie die Maus (bei einer weiteren Weltraummission auch
der Elefant) Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation
begleiten durfte. Daneben war besonders der Bau und die
Inbetriebnahme des Flugzeugs Airbus A321 D-AIRY "Flensburg"
eindrücklich, was 2003 in neun Episoden ausgestrahlt wurde. Im Jahr
2015 war Christoph auch hier bei uns im Deutschen Wetterdienst zu
Besuch mit der Frage, wie der Wetterbericht funktioniert.


Interessant waren auch immer wieder die Sommerreisen oder
Sommer-Sachgeschichten, bei denen über mehrere Wochen pro Sendung
eine Episode ausgestrahlt wurde. Im Jahr 2022 wurde in sechs Teilen
das Klima, der Klimawandel und klimafreundliches Handeln
thematisiert.


Wenig verwunderlich ist, dass die Maus auch in Büchern jedweder Art
vertreten ist: Von Gute-Nacht-Geschichten und Wimmelbüchern über
Kochbücher bis hin zu den wissensvermittelnden Büchern der Reihe
"Frag doch mal ?". Ein Band ist hierbei dem Klima und dem Wetter
gewidmet. In diesem werden beispielsweise die Fragen beantwortet, was
der Unterschied zwischen Wetter und Klima ist und warum es im Sommer
warm und im Winter kalt ist.


Es ließe sich nun endlos weiter ausführen, was in der "Sendung mit
der Maus" alles schon erklärt wurde. Je nach Interesse wird man durch
Recherche fündig. Und falls nicht: Frag doch mal die Maus! In diesem
Sinne: Herzlichen Glückwunsch, liebe Maus und auf mindestens weitere
55 Jahre!

M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 10.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wissenschaft kompakt

Ozeanische Strömungen



Ozeanströmungen spielen für das weltweite Klima eine bedeutende
Rolle. Für Europa ist dabei besonders der Golfstrom zu nennen, da er
warme Wassermassen herbeischafft. Er ist aber nur ein kleiner Teil
eines weltumspannenden Strömungssystems.



Luftströme in der Atmosphäre sind Alltag für uns Meteorologen im
Vorhersagedienst. Auch in den Themen des Tages wird des Öfteren
beispielsweise eine kalte Nordströmung oder eine feuchtwarme
Südwestströmung erwähnt. Heute wollen wir ein Stockwerk tiefer gehen
und uns die Ozeane anschauen.


Auch im Meerwasser gibt es Mechanismen, die der Atmosphäre ähneln.
Die grundlegenden physikalischen Prinzipien und
(Bewegungs-)Gleichungen sind sogar dieselben. Wie die Luft in der
Atmosphäre hat kaltes Wasser eine höhere Dichte als warmes Wasser und
sinkt somit in größere Tiefen hinab. Der ein oder andere hat hier
bestimmt gestutzt - und das zurecht. Denn es gibt einen kleinen aber
feinen Unterschied. Wasser weist im Temperaturbereich von +4 bis 0 °C
eine Dichteanomalie auf. Das heißt in diesem Intervall ist die
Dichteänderung genau umgekehrt: 0 °C kaltes Wasser ist leichter als
+4 °C "warmes" Wasser.

Im Gegensatz zu Luft muss für Wasser nicht nur die Temperatur,
sondern zusätzlich der Salzgehalt (auch Salinität genannt)
berücksichtigt werden. Hier gilt: Je salziger das Wasser ist, desto
höher ist die Dichte. Durch diese beiden Bausteine wird eine
weltumspannende Zirkulation in den Tiefen der Ozeane in Gang gesetzt,
die thermohaline Zirkulation genannt wird.

In Abbildung 1 ist der Kreislauf skizziert. Beginnen wir an den
Punkten, die mit "deep water formation" (deutsch:
Tiefenwasserbildung) gekennzeichnet sind. Diese liegen einerseits auf
hohen geographischen Breiten in der Nähe der Antarktis und der
Arktis. Dort kühlt das Wasser an der Meeresoberfläche ab. Wie oben
beschrieben, steigt dadurch die Dichte. Gleichzeitig finden dort noch
andere Prozesse statt. Teile des Meerwassers gefrieren und bilden
Eis, zusätzlich spielt die Wasserverdunstung auch eine Rolle. In
beiden Prozessen bleibt das Salz im Meer "übrig", dadurch steigt der
Salzgehalt und somit auch die Dichte. In Abbildung 2 ist die
Verteilung der Dichte an der Meeresoberfläche dargestellt. Die
angesprochenen Regionen stechen durch ihre rot eingefärbten Werte
hervor.

Das kalte und salzige Meerwasser sinkt nun in die tieferen
Ozeanschichten. In diesen Tiefen wird es dann auf verschiedenen Wegen
in fast alle sieben Weltmeere transportiert (blaue Linien). Nach und
nach mischt es sich mit wärmeren Wassermassen und steigt langsam an
die Oberfläche. Das passiert vor allem im Pazifischen und im
Indischen Ozean. Von dort tritt es seinen Rückweg an (rote Linien).
Der uns wohl bekannteste Zweig dieses Systems ist der Golfstrom, der
warmes Wasser von der Karibik in Richtung Europa bringt und dadurch
das Klima in Nordwesteuropa milder gestaltet. Aber auch der
Agulhasstrom an der Südspitze Afrikas oder der Kuroshio bei Japan
gehören zu diesem System dazu.

Stellen wir uns vor wir würden uns heute ein Wasserpaket "aussuchen"
und es nachverfolgen. Um diese Weltreise zu durchlaufen würde ein
Menschenleben nicht ansatzweise ausreichen. Über 1000 Jahre ist das
Wasser quer durch die Ozeane unterwegs, bevor es wieder am
Ausgangspunkt angelangt.

Doch auch diese Zirkulation ist äußeren Einflüssen unterworfen. Die
IPCC-Berichte sammeln eine immense Menge an Informationen und
wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Klimaveränderungen. Im letzten
Bericht ({Link 1}) aus dem Jahr 2021 wird beschrieben, dass die
globale Erwärmung in Folge des Klimawandels es sehr wahrscheinlich
macht, dass sich der nordatlantische Teil der Zirkulation in diesem
Jahrhundert verlangsamen wird. Ein Grund dafür ist, dass die
Eisschmelze Frischwasser in die Bereiche führt, in denen das Wasser
absinkt. Das wirkt dem Dichteanstieg entgegen und verlangsamt das
System. Die Stärke dieser Abschwächung ist dabei jedoch sehr
ungewiss. Ein plötzlicher Kollaps der Zirkulation tritt jedoch mit
mittlerer Konfidenz nicht ein. Der komplette Stopp der
Warmwasserzufuhr und ein Katastrophenszenario wie es beispielsweise
im Film "The Day After Tomorrow" thematisiert wird, ist also nicht
wahrscheinlich. Trotzdem ist das Klima schützenswert, denn die
Vorgänge sind komplex und mögliche Folgen oft schwer zu durchschauen.


M.Sc. Fabian Chow

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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