Besucher: 629



Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Das Wetter zum Frühlingsanfang



Am morgigen Freitag ist astronomischer Frühlingsanfang. Doch wie
verhält es sich mit der Definition des Frühlingsanfangs? Und wie
zeigt sich das Wetter in den kommenden Tagen? Das wird im heutigen
Thema des Tages erläutert.



Am morgigen Freitagnachmittag (20. März 2026, 15:46 Uhr MEZ) ist auf
der Nordhalbkugel astronomischer Frühlingsanfang. Dann überquert die
Sonne den Äquator und bringt damit der Südhalbkugel den Herbst. An
diesem Tag sind überall auf der Welt Tag und Nacht (in etwa) gleich
lang, weshalb man auch von der Tag-und-Nacht-Gleiche spricht.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. März Frühling. Dies
hat statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich
Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn
man hierfür komplette Monate betrachtet, als Beispiel für den
Frühling die Monate März, April und Mai. Würde man sich hierbei auf
die astronomischen Daten beziehen, so müsste man den jährlich
variablen Anfang und das variable Ende der Jahreszeiten beachten, was
jede Auswertung unnötig kompliziert machen würde.

Phänologisch beginnt der Vorfrühling mit der Haselblüte, was in
diesem Jahr am 07. Februar der Fall war. Seit dem 16. März befinden
wir uns nun im Erstfrühling, wobei der Beginn mit der Forsythienblüte
einhergeht. Statistisch gesehen war die Haselblüte also zwei Tage
früher als im vieljährigen Mittel, die Forsythienblüte hingegen
bereits acht Tage früher. Ende April beginnt statistisch gesehen mit
der Apfelblüte dann der Vollfrühling.

Doch wie ist das Wetter in den kommenden Tagen? Präsentiert es sich
von seiner frühlingshaften Seite oder hat der Winter noch ein paar
letzte Pfeile im Köcher?

Hoch LUKAS sorgt am heutigen Donnerstag in weiten Teilen Deutschlands
für ruhiges und meist sehr mildes Wetter mit viel Sonnenschein. Die
Temperaturmaxima liegen verbreitet bei Werten zwischen 13 und 19
Grad, nur an der Küste sowie südlich der Donau ist es etwas kühler.
In den Hochlagen des Südwestens weht dabei ein mäßiger Nordost- bis
Ostwind, dieser schwächt sich zum Abend aber weitestgehend ab.

In der Nacht zum Freitag wird es im Süden und Südosten sowie in
Teilen der Mitte frostig. Trotz des warmen und sonnenscheinreichen
Wetters tagsüber sollte man also nicht bereits voreilig empfindliche
Pflänzchen nach draußen stellen oder einpflanzen. In besagten
Regionen ist Luftfrost zwischen 0 und -5 Grad zu erwarten. Am Boden
gehen die Temperaturen allerdings deutschlandweit zurück auf Werte
zwischen +2 und -5 Grad, in weiten Teilen von Baden-Württemberg und
Bayern ist mit mäßigem Bodenfrost zwischen -5 und -10 Grad zu
rechnen.

Währenddessen greift bereits ein schwacher Tiefausläufer auf den
Norden und Nordosten Deutschlands über. Dieser hat dichtere Bewölkung
sowie etwas Regen im Gepäck und erreicht bis Freitagmorgen die
mittleren Landesteile. Dort sorgt er auch am Freitag tagsüber für
stärkere Bewölkung und gelegentlich etwas Regen.

Im Süden und Südwesten merkt man erst einmal noch nichts davon.
Zunächst scheint die Sonne länger vom Himmel, ehe im Laufe des
Nachmittags auch dort die Bewölkung tendenziell dichter werden soll.
Dafür lockert dann die Bewölkung im Nordwesten wieder auf und die
Sonne kommt etwas häufiger zum Vorschein. Die Höchsttemperatur
erreicht dabei Werte zwischen 7 Grad an der See und bis 18 Grad im
Südwesten.

Am Wochenende sorgt ein sogenannter Kaltlufttropfen - ein
Tiefdruckgebiet in höheren Luftschichten mit hochreichend kalter Luft
- im Süden Deutschlands für dichtere Bewölkung und insbesondere am
Samstag für etwas Regen, in den höheren Lagen der Alpen auch für
etwas Schnee. Im Norden und Nordwesten scheint hingegen die Sonne von
einem zeitweise wolkenlosen Himmel. Die höchsten Temperaturwerte
liegen meist zwischen 11 und 16 Grad, nur an der See, im Alpenvorland
sowie im östlichen und südöstlichen Bergland ist es etwas kühler.

Summa summarum präsentiert sich das Wetter in den kommenden Tagen
also meist von seiner frühlingshaften Seite, in den Alpen sorgen ein
paar Schneeflocken jedoch für einen kurzen Wintergruß.

M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wissenschaft Kompakt

Als Deutschland im Schnee versank: Der strenge Winter 2005/2006



Die Ostsee war zugefroren, es gab kräftige Schneefälle in
Norddeutschland und strenge Fröste. Der vergangene Winter war in
weiten Teilen Deutschlands zu kalt. Doch wer ihn bereits als
außergewöhnlich hart empfindet, hat den Winter 2005/2006, einen der
letzten wirklich strengen Winter, wohl beinahe vergessen.



Schon der Auftakt hatte es in sich: Ein stationäres Tief über
Westdeutschland sorgte am 25. November 2005 für bis zu 45 cm nassen
Schnee. Der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen und zahlreiche
Strommasten brachen unter der enormen Schneelast zusammen. Dies
sollte als das {LINK1] in die Geschichte eingehen.
Bereits im Dezember stellte sich eine anhaltend winterliche Witterung
ein, die sich ? nur kurzzeitig unterbrochen ? bis in den März hinein
fortsetzte. Verantwortlich dafür war unter anderem eine plötzliche
[Link2] Anfang Dezember. Sie begünstigte wiederholt Hochdrucklagen
über Nordeuropa, die milde Atlantikluft blockierten und stattdessen
kalte Kontinentalluft nach Mitteleuropa lenkten. Charakteristisch für
diesen Winter war das Zusammenspiel stabiler Hochdruckgebiete im
Norden mit aktiven Tiefdruckgebieten entlang der Frontalzone über
Süd- und Mitteleuropa. Das Ergebnis: anhaltende Kälte bei
gleichzeitig wiederkehrenden, teils kräftigen Schneefällen.
Die erste markante Frostperiode stellte sich um den Jahreswechsel
ein. Besonders in der Südosthälfte Deutschlands traten verbreitet
strenge Nachtfröste bis unter ?20 °C auf. Zuvor gefallener Schnee
sorgte für eine nahezu flächendeckende Schneedecke, die im Nordosten
regional bereits eine Höhe von über 30 cm erreichte. Im Bayerischen
Wald wuchs sie rasch auf über einen Meter an. Die Schneemassen
führten schließlich zur Tragödie von Bad Reichenhall, wo das Dach
einer Eissporthalle einstürzte.
Im Januar folgte eine weitere Stratosphärenerwärmung, welche die
winterliche Großwetterlage zusätzlich stabilisierte. Eine lang
anhaltende Hochdruckphase ließ die Luft in Bodennähe stark auskühlen.
Vor allem im Osten und Südosten wurden wiederholt strenge Fröste bis
-18 °C gemessen. Zeitweise bildeten sich ausgeprägte Inversionslagen.
Selbst größere Seen froren zu. Zwischendurch sorgten Tiefausläufer
immer wieder für neue Schneefälle.
Seinen Höhepunkt erreichte der Winter im Februar. In einer
Nordwestlage fielen in den Staulagen der östlichen Mittelgebirge
innerhalb weniger Tage mehr als ein Meter Neuschnee. Mehr als 1.000
Gebäude in den östlichen Mittelgebirgen waren durch die Schneelast
gefährdet. In mehreren Landkreisen, insbesondere in Niederbayern,
wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Einsatzkräfte von Feuerwehr,
Bundeswehr und THW waren im Dauereinsatz, um Dächer von Schnee zu
befreien. Dennoch kam es zu Einstürzen. Straßen mussten wegen
Schneebruchs gesperrt werden und die Schneehöhen türmten sich
mancherorts auf über zwei Meter. Auch in den Nachbarländern
Tschechien und Österreich waren Ortschaften zeitweise von der
Außenwelt abgeschnitten.
Während der Übergang zu frühlingshaftem Wetter mit Temperaturen bis
20 °C in diesem Jahr bereits Ende Februar erfolgte, zeigte sich der
März 2006 nochmals von seiner winterlichen Seite. Mit einer Nordlage
gelangte erneut arktische Kaltluft nach Deutschland, begleitet von
atlantischen Tiefdruckgebieten. Es kam verbreitet zu kräftigen
Schneefällen. In Norddeutschland wurden bis zu 40 cm gemessen, im
Alpenvorland 50 bis 100 cm. Auch sonst war ein Großteil Deutschlands
erneut schneebedeckt. Besonders markant war die Lage am 11. und 12.
März, als im Erzgebirge über 50 cm Neuschnee fielen. Insgesamt lag
das Temperaturniveau im ersten Märzdrittel etwa 4 bis 6 Grad unter
dem neuen klimatologischen Mittel.
Erst ab dem 25. März setzte sich schließlich eine nachhaltige
Wetterumstellung durch. Mit einer südlichen Strömung gelangten warme
Luftmassen nach Deutschland und brachten Tauwetter sowie Temperaturen
über 20 °C. In den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge hielt sich
die Schneedecke jedoch noch bis in den Mai hinein.
Der Winter 2005/2006 bleibt somit als einer der letzten ausgeprägten
Kälte- und Schneewinter in Erinnerung.
Die folgenden Bilder entstanden am 12.03.2006 auf dem Aschberg in
Klingenthal im oberen Vogtland, das letzte Bild in Carlsfeld von
Mitte März 2006.

Dipl.-Met. Christian Herold

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





Private Wetterstation Altenmarkt a. d Alz - Alle Angaben ohne Gewähr - (c) Matthias Schwanter   -   Seitengeneration erfolgte in 0.0997 Sekunden.