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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wetter aktuell
Die pazifische Hurrikansaison 2026: Auf Rekordjagd!
So ruhig die Hurrikansaison 2026 auf dem Atlantik verläuft, so
intensiv findet sie auf pazifischer Seite statt. Den aktuellen Stand
dazu lesen Sie im heutigen Thema des Tages.
Offiziell läuft die alljährliche Hurrikansaison über dem Ostpazifik
vom 15. Mai bis zum 30. November und im zentralen Pazifik vom 1. Juni
bis zum 30. November. Das bedeutet nicht, dass es außerhalb dieser
Zeitfenster keine Hurrikans beziehungsweise tropischen Wirbelstürme
gibt. Statistisch gesehen, treten die meisten davon aber innerhalb
dieser Korridore auf.
Tropische Wirbelstürme definieren sich über ihre mittlere
Windgeschwindigkeit (1-minütiger Mittelwind). Ab 62 km/h spricht man
von einem tropischen Sturm (bzw. je nach Entstehungsregion auch
subtropischen Sturm), ab 119 km/h von einem Hurrikan und ab 178 km/h
von einem schweren Hurrikan (engl.: major hurricane). Schwere
Hurrikane nehmen damit die Kategorien drei bis fünf auf der
fünfteiligen Saffir-Simpson-Skala ein.
Durchschnittlich entwickelten sich zwischen 1991 und 2020 - also
innerhalb der aktuellen sogenannten Vergleichsperiode - pro Jahr 15
tropische Stürme, darunter 8 Hurrikane und darunter wiederum 4
schwere Hurrikane. Während diverse nationale Wetterdienste und
weitere wissenschaftliche Einrichtungen für den Atlantik aufgrund des
extrem starken El Niños eine unterdurchschnittliche Saison 2026
erwarteten, war für den Pazifik genau das Gegenteil der Fall. Das
Klimaprognosezentrum der US-amerikanischen NOAA (National Oceanic and
Atmospheric Administration) zum Beispiel ging in seiner Prognose vom
21.05.2026 von einer überdurchschnittlichen Saison aus mit 15 bis 22
benannten Stürmen, darunter 9 bis 14 Hurrikanen und darunter wiederum
5 bis 9 schwere Hurrikanen. Als Begründung führte die NOAA unter
anderem ebenfalls El Niño auf.
Werfen wir nun mal einen Blick auf den aktuellen Stand: Bisher wurden
20 Stürme benannt, wovon 10 zu Hurrikanen und davon wiederum 7 zu
schweren Hurrikanen heranreiften. Damit wird bereits an der oberen
Grenze der NOAA-Prognose gekratzt, zumindest was die Gesamtanzahl der
Stürme angeht. Zudem zählt die Saison 2026 schon jetzt zu einer der
intensivsten seit Aufzeichnungsbeginn und die offizielle Saison läuft
noch zwei volle Monate wohlgemerkt.
Unter den sieben schweren Hurrikanen befinden sich drei Exemplare,
die mit Kategorie 5 die Saffir-Simpson-Skala voll ausgenutzt haben:
"Genevieve" (Lebensdauer 24.07.-02.08., maximales 1-Minuten-Mittel
260 km/h, tiefster Luftdruck 924 hPa), "Lowell" (27.08.-11.09., 260
km/h, 922 hPa) und "Polo" (20.09.-30.09., 285 km/h, 892 hPa). Damit
zählt 2026 neben 1994, 2002 und 2018 zu den Saisons mit den meisten
Kategorie-5-Hurrikanen - zumindest bis jetzt.
Von den Stürmen betroffen waren neben kleineren Inselgruppen
hauptsächlich Mexiko und Hawaii. Den klassischen Landfall, also das
Ziehen auf Land, vollführten nur Tropensturm "Boris" und jüngst
Hurrikan "Polo" - beide in Mexiko. Neben dem ein oder anderen
Streifschuss blieben einige Stürme (zum Glück) aber auch fernab
jeglicher Landmasse. Der materielle Schaden wird bisher auf knapp 690
Millionen US-Dollar geschätzt, dazu sind 20 Todesopfer zu beklagen.
Aktuell wirbelt Hurrikan "Rachel" knapp südwestlich von Mexiko, der
sich im weiteren Verlauf zwar verstärken, aber zum Glück auch nach
Westen (also von Mexiko weg) abdriften soll. Und dann hätten wir da
noch "Nolo", der bereits seit 13. September, also seit über zwei
Wochen, sein Unwesen treibt, sich zwischendurch bis Kategorie 4
verstärken konnte und mittlerweile westlich von Hawaii angekommen ist
- allerdings nur noch als Tropensturm. Den Prognosen nach soll sich
"Nolo" auf seinem weiteren Weg nach Westen erneut zu einem Hurrikan
(Kat. 1) mausern.
Südlich von Mexiko braut sich derweil wohlmöglich schon wieder neues
Ungemach zusammen. Das Nationale Hurrikan Zentrum (NHC) gibt aktuell
eine Wahrscheinlichkeit von 40 % an, dass sich dort in den nächsten
sieben Tagen ein Tropisches Tief, also die Vorstufe eines
Tropensturms entwickelt. Man darf gespannt sein, was die pazifische
Hurrikansaison noch so alles zu bieten haben wird.
Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.09.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wissenschaft kompakt
Regen nach Trockenheit - warum Böden das Wasser nur schlecht
aufnehmen
Endlich ist der langersehnte Regen da. Doch wie gut können die
vielerorts ausgetrockneten Böden das Niederschlagswasser überhaupt
verarbeiten?
Nach einem trockenen Sommer und einem ebenfalls niederschlagsarmen
September 2026 dürsten unsere Böden nach Wasser. Besonders im
Südwesten sind die Böden, vor allem die oberen Bodenhorizonte
ausgetrocknet. Da trifft es sich gut, dass am heutigen Donnerstag
eine Kaltfront von Westen her endlich langersehnte, flächendeckende
Niederschläge mit sich bringt. Bis Freitagfrüh sind in der Westhälfte
Deutschlands verbreitet Mengen um 10 Liter auf den Quadratmeter zu
erwarten. Lokal kann sogar Starkregen mit Mengen zwischen 20 bis
vereinzelt 40 l/qm auftreten.
Doch schaffen solche kurzen Regenereignisse überhaupt Abhilfe gegen
die derart ausgetrockneten Böden?
Um diese Frage zu beantworten, muss man sich erst einmal anschauen,
wie der Boden aufgebaut ist. Wenn man sich vorstellt, ein Stück Boden
auszugraben, besteht dieser zusammengefasst aus drei Teilen: festem
Material, Wasser und Luft. Das feste Material wird Bodensubstanz
genannt, es besteht aus Körnern und Partikeln von verwittertem
Gestein und zersetzen Pflanzenresten. Wenn man diese Körner und
Partikel in ein Behältnis werfen würde, entstehen Lücken zwischen
ihnen. Das kann man sich vorstellen, als wenn man verschieden
geformte Bauklötze in eine Kiste wirft: Sie verkanten sich und
zwischen ihnen entstehen Hohlräume. Diese Hohlräume im Boden werden
Poren genannt und haben Größen von wenigen Mikrometern bis mehrere
Zentimeter. Dort können sich dann die beiden anderen Bodenzutaten
sammeln, Wasser und Luft. Dabei wirken zwei verschiedene Kräfte. Zum
einen die Adhäsionskraft, die die Anziehung zwischen Wasser und
Bodenteilchen beschreibt und zum anderen die Kohäsionskraft, die die
Anziehungskraft zwischen Wassermolekülen ausdrückt.
Bei langanhaltender Trockenheit trocknen die Poren aber nach und nach
aus, bis am Ende kaum noch Wasser im Boden vorhanden ist. Dabei
trocknen die großen Poren zuerst aus, denn hier sind die
Anziehungskräfte an den Boden am geringsten. Am Ende sind die großen
Poren alle nur noch mit Luft gefüllt und nur in ganz kleinen Poren
befindet sich noch etwas Restwasser.
Das was jetzt passiert, wenn Regen auf diesen ausgetrockneten Boden
fällt, kann man am besten damit vergleichen, wenn man beim Backen
Milch auf trockenes Mehl schüttet. Die Milch sammelt sich an der
Oberfläche und versickert nur schlecht. Genauso verhält es sich mit
dem Wasser. Wenn der Wassertropfen auf den Boden trifft, überwiegt
die Kohäsionskraft, also die Oberflächenspannung des Wassers
gegenüber der Adhäsionskraft. Er bleibt also wie die Milch an der
Oberfläche und dringt nur sehr schlecht in den Boden ein. Wenn man
dagegen Milch auf bereits feuchtes Mehl gibt, kann diese problemlos
eindringen und auch das Wasser kann in bereits feuchtem Boden besser
versickern. Denn Wasserteilchen werden besser von anderen
Wasserteilchen angezogen als von Bodenpartikeln. Die Kohäsionskraft
überwiegt und der bereits vorhandene Wasserfilm zwischen den
Bodenpartikeln sorgt dafür, dass immer mehr Wasser in den Boden
transportiert wird. Wie gut das Wasser in und durch den Boden fließen
kann, wird durch die sogenannte hydraulische Leitfähigkeit
beschrieben. Diese nimmt mit höherem Wassergehalt im Boden zu. Das
bedeutet, je feuchter der Boden wird, desto besser kann er neues
Wasser aufnehmen.
Ein Starkregenereignis bringt dem Boden für ein langfristiges
Auffüllen der Wasservorräte somit kaum etwas. Über einen kurzen
Zeitraum erreicht zwar viel Wasser den Boden, aber durch die
vorhergegangene Trockenheit kann es nur langsam versickern und
erreicht keine tieferen Bodenhorizonte. Ein großer Anteil des Regens
fließt einfach oberirdisch ab und der Boden bleibt trotz Regens
weitestgehend trocken. Damit er Wasser gut aufnehmen kann, bräuchte
es langanhaltenden Landregen. Dieser würde den Boden erst befeuchten
und das Wasser kann dann langsam und mit der Zeit immer besser im
Boden versickern.
Genau ein solcher Landregen, am besten über einen längeren Zeitraum
wiederholt auftretend, ist bei der aktuellen Wetterlage allerdings
nicht in Sicht. Bereits ab dem morgigen Freitag lösen sich die
Ausläufer des Sturmtiefs EVA über dem Osten und Süden Deutschlands
allmählich auf und bei steigendem Luftdruck sind zumindest absehbar
bis weit in die kommende Woche hinein kaum nennenswerte Niederschläge
zu erwarten.
Dipl.-Met. Robert Hausen
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.10.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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