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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Was ist das für ein Theater?!



Das heutige Thema des Tages sei zunächst einmal der darstellenden
Kunst gewidmet, dem Theater. Daneben finden sich ein kurzer
Wetterrückblick und die Aussichten für die kommenden Tage.


Am heutigen Freitag ist der "Welttag des Theaters". Dieser wurde 1961
vom Internationalen Theaterinstitut (ITI) ins Leben gerufen. Hierbei
handelt es sich um ein weltumspannendes Netzwerk, das seit 1948 unter
dem Schirm der UNESCO dem Austausch aller Theaterschaffenden dient.
Der Sitz des ITI-Generalsekretariats befindet sich in Paris.

Der Begriff "Theater" stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet
Schaustätte oder anschauen. Das Wort selbst hat dabei verschiedene
Assoziationen: Es kann sowohl das Gebäude als auch eine Gruppe von
Menschen, die sich der darstellenden Kunst widmet, gemeint sein.
Natürlich ist zudem der Prozess des Theaterspielens damit verbunden.
Meist bezeichnet "Theater" eine szenische Darstellung, bei der die
Akteure untereinander sowie mit dem Publikum in Kommunikation treten
und dabei äußere Begebenheiten und innere Befindlichkeiten darlegen.


Der Ausruf "Was ist das für ein Theater?!" beschreibt im Grunde
theatralisches Verhalten beispielsweise in Form einer übertriebenen
und damit künstlich wirkenden Aufregung. Es kann sich aber auch um
eine schwierige oder unübersichtliche Situation handeln, in dem
dieser Ausruf getätigt wird.

Manche Theaterstücke beinhalten ebenfalls chaotische Zustände oder
sprunghafte Figuren. Beim Wetter scheint es sich momentan ähnlich zu
verhalten. Vor wenigen Tagen und Wochen präsentierte sich das Wetter
noch häufiger von seiner frühlingshaften Seite. Manche Tage waren von
viel Sonnenschein und sehr milden Temperaturen geprägt. Dass wir uns
noch im Monat März befinden, zeigte sich wiederum in den frostigen
Nächten. Zudem traten in den Alpen hin und wieder Schneefälle auf und
sorgten so für einen vorübergehenden Wintergruß.

Das Wetter in den vergangenen beiden Tagen präsentierte sich hingegen
eher von seiner launischen Seite und hatte etwas von wechselhaftem
Aprilwetter, was eben auch zum Frühling dazugehört.

Die Hauptrolle im ersten Akt spielte dabei am vergangenen Mittwoch
das Tief MARLIS, dessen Kaltfront Deutschland von Nordwest nach
Südost überquerte und dabei maritime Polarluft im Gepäck hatte.
Präfrontal und an der Front selbst wehte ein lebhafter und in Böen
teils stürmischer Südwestwind. An der Küste sowie auf den Bergen (vor
allem Brocken und Feldberg/Schwarzwald) waren auch schwere Sturmböen
und orkanartige Böen vertreten.

Postfrontal setzte wechselhaftes Schauerwetter ein. Im Westen und
Nordwesten, vereinzelt aber auch in anderen Landesteilen, traten hin
und wieder Graupelgewitter auf. Vor allem in den Mittelgebirgen
fielen die Niederschläge zeitweise als Schnee. Durch die
nordwestliche bis nördliche Anströmung stauten sich die Schneefälle
an den Alpen. Innerhalb von 24 Stunden fielen 15 bis 25 Zentimeter
Neuschnee, in Staulagen kamen bis zu 40 Zentimeter zusammen. Diese
Schneefälle hielten teilweise, wenn auch inzwischen in abgeschwächter
Form, bis zum heutigen Freitagvormittag an.

Nach turbulenten zwei Tagen voller Spannung und Abwechslung beim
Wetter beschert uns das Hoch OTTO am heutigen Freitag eine
vorübergehende Wetterberuhigung. Schließlich gibt es auch bei vielen
Theateraufführungen eine "Verschnaufpause". Dazu präsentiert sich das
Himmelsbild teils heiter, teils wolkig und die Höchsttemperaturen
liegen verbreitet zwischen 4 und 11 Grad, nur an den Alpen und auf
den Bergen ist es etwas kühler.

Bereits zum Abend leitet von Nordwesten her ein neuer Tiefausläufer
den nächsten Akt ein und übernimmt zunehmend die Regie über unser
Wettergeschehen. Zunächst einmal zieht ein Vorhang aus dichter
Bewölkung in die Nordwesthälfte Deutschlands, bevor in der Nacht zum
Samstag dann auch Regen einsetzt, der in den Hochlagen der westlichen
Mittelgebirge teils als Schnee fällt. Durch die Wolken bleibt es im
Nordwesten und Westen meist frostfrei, ansonsten wird es frostig. Im
Süden ist gebietsweise mit mäßigem Frost zwischen -5 und -8 Grad zu
rechnen.

Am morgigen Samstag sorgt der Tiefausläufer in weiten Teilen des
Landes für "tränenreiches" Wetter. Dichte Bewölkung, dazu zeitweilige
Regenfälle oder wiederholte Schauer, vereinzelt auch Gewitter, im
höheren Bergland mitunter Schneefall - dies verspricht, ein trister
Akt zu werden. Teilweise werden nur mittlere einstellige
Höchsttemperaturen erreicht. Es spricht also vieles dafür, sich einen
gemütlichen Tag daheim zu gönnen oder eben ins Theater zu gehen.

Anders sieht es hingegen im Südosten aus, dort kommen die
Niederschläge nämlich erst in der Nacht zum Sonntag an. Bei teilweise
längerem Sonnenschein sind dort Höchsttemperaturen von bis zu 12 Grad
zu erwarten. Ab dem Mittag ist es auch rückseitig des Tiefausläufers,
also rund um die Nordsee, zunehmend trocken und die Sonne schaut hin
und wieder durch den Wolkenvorhang.

Im darauffolgenden Akt "Wetter am Sonntag" ändern sich die
Hauptschauplätze. Im Südosten verbleiben die Temperaturwerte unter
der 10-Grad-Marke und bei vielen Wolken treten leichte Niederschläge
auf, die an den Alpen als Schnee fallen. Ansonsten klettern die
Temperaturen meist auf Werte zwischen 10 und 13 Grad. Im Tagesverlauf
bilden sich zunehmend Quellwolken, dennoch kann sich die Sonne auch
länger zeigen. Einzelne Schauer können aber nicht gänzlich
ausgeschlossen werden.

Zum Finale der Kurzfristvorhersage zieht zum Sonntagabend von
Nordwesten her bereits der nächste Tiefausläufer mit neuen
Niederschlägen auf. Damit geht eine zunehmende Windauffrischung
einher. Die Niederschläge erfassen bis Montagmittag das gesamte
Vorhersagegebiet. Bei wiederholten Schauern oder einzelnen
Graupelgewittern, gebietsweise aber auch andauernden Regenfällen,
wird womöglich das Ende der Aufführung schon herbeigesehnt. Besonders
im Bergland sind zudem Schneeregen- oder Schneeschauer
wahrscheinlich. Dazu weht ein böiger Nordwest- bis Westwind - kurzum:
Ein spannendes und abwechslungsreiches Finale.


M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell


Wie trocken ist es in Deutschland?



Nachdem im Thema des Tages vom vergangenen Sonntag die
Vegetationsbrandgefahr und der Waldbrandgefahrenindex besprochen
wurden, schauen wir heute noch einmal auf die zugrundeliegende
Bodenfeuchte-Situation in Deutschland.



Im Thema des Tages vom vergangenen Sonntag (22.03.2026) wurde
präsentiert wie der Waldbrandgefahrenindex des DWD vor der gestrigen
Wetterumstellung insbesondere in östlichen Landesteilen auf die
zweithöchste Stufe (4/5) gestiegen ist, landesweit verbreitet auf die
dritte Gefahrenstufe, um im Anschluss dann deutlich abzunehmen.
Betrachtet man die aktuelle Vorhersage auf der Website des DWD so
zeigt sich, dass der Waldbrandgefahrenindex tatsächlich verbreitet
auf Stufe 1 zurückgesetzt wurde, nur im Nordosten ist er weiterhin
erhöht und wird in den kommenden Tagen auch wieder etwas ansteigen.
Das hängt zum einen mit der Vorgeschichte, vor allem aber mit dem
bereits gefallenen und noch anstehenden Niederschlag zusammen.

Mit dem Durchzug der Kaltfront von Nordwesten im Verlauf des
gestrigen Tages (Mittwoch, dem 25.03.2026) und der regen rückseitigen
Schaueraktivität sind für weite Landesteile 24-stündige
Niederschlagsmengen um 5 l/m2 gemessen worden, vor allem in Staulagen
auch um 10 l/m2 oder mehr. Die östlichen Landesteile sind dabei
allerdings außen vor, hier sind - abseits der Staulagen - verbreitet
nur um 1 bis 2 l/m2 in 24 Stunden gefallen.

Auch für die heute verbreitet auftretenden Schauer wird insbesondere
im Osten nicht viel Niederschlag erwartet - was sich auch jetzt
bereits abzeichnet - und nach einem darauffolgenden trockenen Freitag
unter Zwischenhocheinfluss bringt die am Samstag von Nordwesten
aufziehende Front erst allmählich einige wenige Liter Regen in den
Osten. Und damit voraussichtlich erneut deutlich weniger als in
westlichen Landesteilen.

In Hinblick auf die Vorgeschichte des Niederschlags lohnt sich eine
Rückschau auf verschiedenen zeitlichen und räumlichen Skalen. Das
landesweite Mittel der für die Bodenfeuchte relevanten Parameter
Niederschlag und Temperatur lässt sich recht anschaulich in einem
sogenannten Thermopluviogramm darstellen, für verschiedene zeitliche
Skalen (Monat/Jahreszeit/Jahr).

Hier zeigt sich, dass auch wenn der Februar im Vergleich zur
Referenzperiode 1961 bis 1990 überdurchschnittlich nass ausgefallen
ist, der Winter durch die negative Abweichung im Dezember und Januar
insgesamt zu trocken war. Erwähnenswert ist auch dass der Januar 2026
im Vergleich zur Referenzperiode eine leicht negative
Temperaturabweichung zeigt, während im Jahr 2025 alle dargestellten
zeitlichen Mittel eine positive Abweichung aufweisen. Nach der
Einordnung der gemittelten Anomalie des Niederschlags lohnt sich ein
Blick auf kleinere räumliche und zeitliche Skalen.

Hier zeigen sich zum Beispiel im Rhein-Main Gebiet leicht positive
Abweichungen (in diesem Fall im Vergleich zur Referenzperiode 1971
bis 2000), sonst jedoch verbreitet negative Abweichungen,
insbesondere auch für Regionen im Osten mit Werten von über 40%.

Die Auswirkungen der länger andauernden negativen
Niederschlagsabweichungen zeigen sich besonders eindrücklich im
sogenannten pflanzenverfügbaren Wasser. Es gibt ein Maß für das in
den Bodenporen gespeicherte Wasser welches der Vegetation zur
Verfügung steht, und wird als prozentualer Anteil der maximal
nutzbaren Feldkapazität angegeben. Für mehr Details zu diesen etwas
abstrakt anmutenden Größen lohnt sich ein Besuch auf der hervorragend
dokumentierten Website des Dürremonitors des Helmholtz Zentrums für
Umweltforschung.

Für die Station Harzgerode in einer Region mit stark negativen
Niederschlagsanomalien für den vergangenen Winter zeigt sich, dass
nachdem es um diese Zeit im letzten Jahr bereits - gemessen an der
Bodenfeuchte - sehr trocken war, die aktuell gemessenen Werte
jenseits der Messreihe seit 1991 liegen. Der Wert liegt jetzt bereits
unter dem langjährigen Mittel für den Sommer, wo die Bodenfeuchte
aufgrund der erhöhten Evapotranspiration (dem Gesamtverdunsten von
Wasser aus Bodenflächen und Pflanzen) sein mittleres jahreszeitliches
Minimum aufweist. Es bleibt abzuwarten inwieweit das wechselhafte
Wetter der kommenden Tage diese Entwicklung ändern kann, und wie sich
der Niederschlag insgesamt in den kommenden Wochen in dieser für die
Bodenfeuchte essenziellen Jahreszeit entwickelt.


Doktor der Naturwissenschaften Thorsten Kaluza (Meteorologe)

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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