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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Ein Blick auf die Pflanzenwelt - Phänologie



Im Norden kann man daran aktuell zweifeln, aber der Süden merkt es
temperaturtechnisch deutlich: Es ist Hochsommer. Und auch
phänologisch befinden wir uns seit etwa Mitte Juni im Hochsommer.



Haben Sie es auch schon gesehen? Die Getreideernte hat zum Teil schon
begonnen. Und irgendwie kommt zumindest der Autorin das sehr zeitig
vor. Um das genau einordnen zu können, beschäftigen wir uns mal
wieder mit der Phänologie.

In der Phänologie werden die Jahreszeiten mit Hilfe der
Wachstumsphasen ausgewählter Pflanzenarten bestimmt. Im Gegensatz zur
kalendarischen Definition, bei der der Sonnenstand den Beginn der
einzelnen Jahreszeiten bestimmt und damit wenig Variabilität
aufweist, hängen die phänologischen Jahreszeiten von den
Entwicklungsstadien der Pflanzenwelt ab, also vom Blühbeginn, dem
Beginn der Blattentfaltung, dem Reifegrad der Früchte und schließlich
im Herbst von der Laubverfärbung und dem Laubfall. Mit Hilfe dieser
sogenannten Leitphasen unterschiedlicher Pflanzenarten werden
Frühling, Sommer und Herbst jeweils in 3 Phasen unterteilt.

Um feststellen zu können, wann und wo die entsprechenden
Wachstumsphasen auftreten, gibt es ein deutschlandweites Netzwerk
meist ehrenamtlicher Beobachter. Entsprechende Grafiken zur aktuellen
Pflanzenentwicklung können auf der Homepage des Deutschen
Wetterdienstes abgerufen werden (Link siehe unten). Und auch in
unserer WarnWetter-App können Pflanzenmeldungen abgesetzt und
angeschaut werden.
Die phänologische Leitphase für den Hochsommer ist die Blüte der
Sommer-Linde. Abbildung 1 zeigt die Deutschlandkarte mit den
entsprechenden Meldungen. Dabei gingen viele Blüh-Meldungen seit Ende
Mai/Anfang Juni ein, in höheren Lagen zum Beispiel auf der
Schwäbischen Alb erst Ende Juni. Im Deutschlandmittel ergibt sich
daraus (vorläufig) ein Blühbeginn am 14.6. Im Vergleich zum
vieljährigen Mittelwert (17.6.) also leicht früher als normal. Das
lässt sich anhand der sogenannten Phänologischen Uhr (Abbildung 2)
ablesen, die aus den Eintrittszeiten charakteristischer
Vegetationsstadien erstellt wird und somit das phänologische Jahr
abbildet. Jede phänologische Jahreszeit wird durch eine Leitphase
eröffnet und endet mit dem Beginn der nächsten Jahreszeit. Im äußeren
Ring der in Abbildung 2 dargestellten phänologischen Doppeluhr ist
der langjährige mittlere Verlauf der phänologischen Jahreszeiten
dargestellt. Im Vergleich dazu ist im inneren Ring der Verlauf des
aktuellen Jahres, also 2026, abgebildet. Die Dauer einer
phänologischen Jahreszeit (in Tagen) wird sowohl beim äußeren als
auch beim inneren Ring direkt im Ring bzw. im jeweiligen
Ringabschnitt angegeben.
Nun nochmal zur beginnenden Ernte auf den Getreidefeldern. Wie in
Abbildung 3 zu sehen, sind tatsächlich bereits einige Meldungen zur
Ernte von Wintergetreide, vor allem von Wintergerste, eingegangen.
Schaut man sich die tagesaktuellen Meldungen der letzten zwei Wochen
in der App unter Pflanzenmeldungen an, sind diese im Vergleich zum
vieljährigen Deutschlandmittel um 8 bis 10, teils auch um 15 Tage
verfrüht. Der subjektive Eindruck eines recht frühen Starts in die
Ernte trügt also nicht. Die Leitphase Blühbeginn Sommer-Linde für den
Hochsommer ist nur wenig verfrüht. In Bezug auf andere phänologische
Kenngrößen wie der Getreideernte hatte aber wohl die Hitzewelle Ende
Juni einen größeren Einfluss und sorgt für teils mehr als 10 Tage
Vorsprung gegenüber dem Klimamittel.


Dipl.-Met. Sabine Krüger

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Erwartet uns eine neue Hitzewelle?



Am heutigen Sonntag zeigt sich das Wetter von seiner wechselhaften
Seite. Verbreitet hochsommerliche Temperaturen sind zunächst nicht zu
erwarten. In der zweiten Wochenhälfte scheint sich die Hitze von
Südwesten aber wieder durchzusetzen. Erwartet uns somit die nächste
intensive Hitzewelle?



Hoch JOCHEN sorgt im Südwesten des Landes aktuell für meist ruhiges
Sommerwetter. Gleichzeitig wird die Nordosthälfte immer wieder von
Frontensystemen beeinflusst, die für schauerartige, teils auch
gewittrige Niederschläge sorgen. Dazu weht ein zeitweise starker
Nordwestwind. Vor allem an exponierten Küstenabschnitten treten
einzelne stürmische Böen (Bft 8) auf.

Zu Wochenbeginn verstärkt sich die Wetterzweiteilung zwischen dem
Südwesten und dem Nordosten des Landes. Im Südwesten gibt es bei viel
Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen um 30 Grad bestes
Badewetter. Im Nordosten sorgt dagegen ein heranziehender
kurzwelliger Trog für neue, teils auch länger anhaltende
Niederschläge. Damit liegen dort die Höchsttemperaturen lediglich bei
maximal 20 Grad. In Verbindung mit einem weiterhin recht lebhaften
Nordwest- bis Westwind stellt sich in dieser Region zumindest gefühlt
bereits eine frühherbstliche Witterung ein.

Zur Wochenmitte dehnt sich der Höhenrücken über Westeuropa allmählich
nach Osten aus, sodass in der zweiten Wochenhälfte auch die
Nordosthälfte vermehrt unter Hochdruckeinfluss gerät. Der ausgeprägte
Rücken wird dabei von zwei Trögen flankiert. Außerdem ergeben sich im
Geopotentialfeld kleinere Schwachstellen, die mit schwach
ausgeprägten Bodentiefs in Verbindung stehen. Damit strömen in der
zweiten Wochenhälfte im Vorfeld dieser Tiefdruckstörungen über
Westeuropa zunehmend sehr heiße Luftmassen von Südwesten nach
Deutschland. Dabei bestehen aber noch größere Unsicherheiten. Die
genaue Lage dieser Druckgebilde ist nicht nur für die Entwicklung
potenzieller Gewitter wichtig, sondern auch für die
Temperaturentwicklung.

Am Donnerstag liegt das Bundesgebiet voraussichtlich noch verbreitet
unter Hochdruckeinfluss. Damit herrscht in weiten Landesteilen bei
viel Sonnenschein bestes Badewetter. In den Niederungen des
Südwestens tritt bereits eine starke Wärmebelastung auf. Entlang des
Oberrheins sind Spitzenwerte von knapp 35 Grad möglich.

Am Freitag kommt die Hitze voraussichtlich noch etwas weiter nach
Nordosten voran. Im Südwesten strömen zudem auch feuchtere Luftmassen
heran, sodass vor allem über dem südwestdeutschen Bergland erste
kräftige Gewitter mit lokalem Unwetterpotenzial möglich sind. Die
Höchstwerte liegen am Freitag verbreitet bei 30 bis 35 Grad. In den
Niederungen im Südwesten kann es stellenweise auch noch etwas heißer
werden. Lediglich in Küstennähe und im Nordosten wird die
Hitzegradmarke von 30 Grad voraussichtlich nicht erreicht.

Am Wochenende nehmen die Unsicherheiten weiter zu. Nach aktuellem
Stand ist jedoch eine weitere leichte Zunahme der Hitze sowie eine
Ausdehnung nach Norden und Nordosten am wahrscheinlichsten. In der
Südwesthälfte sind in den Niederungen Spitzenwerte um 35 Grad häufig
zu erwarten. Durch die heiße und teils auch sehr feuchte Luftmasse
steigt die Wärmebelastung deutlich an. Vor allem hinsichtlich der
Intensität und Ausdehnung der Hitze bestehen jedoch noch größere
Unsicherheiten. Eine extreme Hitzewelle mit verbreitet neuen
Rekordwerten, wie wir sie Ende Juni dieses Jahres erlebt hatten ist
allerdings unwahrscheinlich. Trotzdem stehen uns vor allem im
Südwesten einige sehr heiße Tage bevor. Damit ist wieder einmal
Schwitzen angesagt!


M.Sc.-Met. Nico Bauer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 05.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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