Besucher: 404



Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Sechsunddreißig Grad und es wird noch heißer


Hitze ist das alles bestimmende Thema dieser Woche. "2raumwohnung"
haben damals mit ihrem Song, der sich mittlerweile ins kollektive
Gedächtnis eingebrannt hat, wahre Voraussicht bewiesen. Die uns
bevorstehenden Temperaturen dürften allerdings nur noch wenige lustig
finden...


Hochdruck und Hitze - beides scheint kein Ende nehmen zu wollen. Und
so richtig, soviel sei schon vorab verraten, nehmen sie erst einmal
kein Ende. Im Gegenteil: Wer dachte, dass der größte Teil der
aktuellen Hitzewelle überstanden sei, für den haben wir heute leider
schlechte Nachrichten im Gepäck. Denn der heftigste Teil steht uns
jetzt erst in der zweiten Wochenhälfte bevor.

Verantwortlich für die Wetterlage ist ein riesiges Hochdruckgebiet
über Westeuropa. Es hat die Frontalzone weit nach Skandinavien
verschoben und blockiert bei uns sämtliche Tiefdruckaktivität.
Stattdessen konnte sich eine gewaltige Hitzeglocke aufbauen, deren
Kern nun in den Folgetagen zu uns nach Deutschland gelangt. Was das
bedeutet, kann man sich sicherlich denken: Mit den Temperaturen geht
es nochmal deutlich nach oben.

Bereits am morgigen Mittwoch klettern die Werte auf bis zu 38°C an
Rhein und Mosel. Auch rundherum, quasi vom Niederrhein bis nach
Franken, geht's verbreitet auf 36 bis 37°C hoch. Nicht ganz so heftig
wird es in der Nordosthälfte bei 30 bis 35°C. Nur an der Küste lässt
es noch aushalten, dort werden bis 28°C erreicht.

Am Donnerstag wird dann die nächste Stufe gezündet. Dann steigen die
Höchstwerte in den bereits vorher schon heißesten Regionen hoch auf
bis zu 39°C. Auch im Osten überschreiten die Tageshöchstwerte mehr
und mehr die Marke von 35°C, an der Donau auch schon hoch bis auf
37°C.

Am kommenden Freitag geht es anschließend richtig rund. Dann werden
wir vermutlich die ersten Werte oberhalb der 40°C-Marke zu Gesicht
bekommen. Auch diesmal im Fokus: Rheinland, Oberrheintal, Mosel und
voraussichtlich auch das Rhein-Main-Gebiet. Für den Samstag zeigt
sich ein ähnliches Bild, wobei sich dann die Hitze noch flächiger
ausweitet und eventuell auch in Ostdeutschland die Marke von 40°C
geknackt wird. Ganz sicher ist das aber noch nicht.

Neben den teils bizarr anmutenden Tagesmaxima bereiten aber auch die
Nachttemperaturen zunehmend Kummer. Die Luftmasse bleibt weiterhin
ausgesprochen feucht, sodass es kaum noch nennenswert auskühlt. Mit
der andauernden Erhitzung nimmt somit die Wahrscheinlichkeit für
tropische Nächte mit Tiefstwerten von mehr als 20°C immer weiter zu.
Sind davon zunächst nur große Ballungsräume betroffen (z.B.
Rhein-Main-Gebiet, Ruhrgebiet, Berlin), so betrifft dies bis zum
Wochenende zunehmend auch ländliche Gebiete.

Linderung ist nicht wirklich in Sicht. Mindestens noch die gesamte
Woche werden wir mit der Hitze zu kämpfen haben. Zu Beginn der
kommenden Woche deutet sich leichte Abkühlung an, die in erster Linie
aber wohl nur den Nordwesten zu erreichen scheint. Ansonsten sind
wenigstens gebietsweise auch weiterhin Temperaturen von über 30°C
angesagt.

(Die Bilder zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie immer im
Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)

M.Sc. Felix Dietzsch

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.06.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Sommer, Sonne, Hitze


Am gestrigen Sonntag war auf der Nordhalbkugel der astronomische
Sommeranfang. Auch das Wetter präsentiert sich momentan typisch
sommerlich, hält das weiterhin so an? Das wird im heutigen Thema des
Tages erläutert.


Haupttext
Am Vormittag des gestrigen Sonntags (21.06.2026) war auf der
Nordhalbkugel astronomischer Sommeranfang. Dabei steht die Sonne über
dem nördlichen Wendekreis (circa 23 Grad Nord) im Zenit. Der
astronomische Sommeranfang ist dementsprechend der längste Tag,
gleichzeitig ist die Nacht am kürzesten.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. Juni Sommer. Dies hat
statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich
Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn
man hierfür komplette Monate betrachtet, als Beispiel für den Sommer
die Monate Juni, Juli und August. Würde man sich hierbei auf die
astronomischen Daten beziehen, so müsste man den jährlich variablen
Anfang und das variable Ende der Jahreszeiten beachten, was jede
Auswertung unnötig kompliziert machen würde.

Phänologisch beginnt der Frühsommer mit der Blüte des Holunders, was
in diesem Jahr am 20. Mai (vieljähriges Mittel: 25. Mai) der Fall
war. Seit dem 13. Juni (vieljähriges Mittel: 17. Juni) befinden wir
uns nun im Hochsommer, wobei der Beginn mit der Blüte der
Sommer-Linde einhergeht. Statistisch gesehen begann somit sowohl der
Früh- als auch der Hochsommer wenige Tage früher als im vieljährigen
Mittel.

Und wie präsentiert sich das Wetter in der neuen Woche? Lautet das
Motto weiterhin "Sommer, Sonne, Hitze"? Diese Frage lässt sich
zusammengefasst ohne längere Ausführungen definitiv bejahen.

Im Süden und in weiten Teilen der Mitte werden am heutigen Montag
Höchsttemperaturen von heißen 30 bis 37 Grad erwartet. Diese Luft
fühlt sich aber nicht nur heiß, sondern auch recht feucht und damit
schwül an. In diesen Regionen besteht somit eine starke, im Südwesten
sogar eine extreme Wärmebelastung. Dies liegt auch daran, dass die
nächtliche Abkühlung die Temperaturen dort oft nicht oder nur wenig
unter die 20-Grad-Marke drückt. Das kann für den Körper belastend
sein, da er dann auch nachts nicht wirklich zur Ruhe kommen kann.

Diese energiereiche Luft birgt zudem das Potential für einzelne
kräftige Schauer und Gewitter. Lokal besteht dabei Unwettergefahr
aufgrund von heftigem Starkregen, Hagel kann ebenfalls mit von der
Partie sein.

Im Norden und Osten Deutschlands merkt man davon erst einmal nichts.
Am Rande von Hoch HARTMUT mit Zentrum über der Nordsee ist etwas
"kühlere" und zudem trockenere Luft eingeflossen. Bei durchaus
annehmbaren Höchsttemperaturen von 23 bis 30 Grad scheint vielerorts
länger die Sonne. Nachts gehen die Temperaturen zudem zurück auf
Werte zwischen 16 und 12 Grad, im äußersten Norden und Nordosten
sogar auf bis zu 9 Grad.

Am morgigen Dienstag ändert sich an alldem vorerst nichts. Im Süden
und in weiten Teilen der Mitte sind Höchsttemperaturen von
schwülheißen 30 bis 37 Grad zu erwarten. Das Gewitterpotential sollte
sich aber meist auf den äußersten Süden und Südosten sowie auf das
Bergland beschränken. Im Norden und Osten Deutschlands kann der
Sommer bei Höchsttemperaturen von 24 bis 30 Grad weiterhin genossen
werden.

Ab Mitte der Woche dehnt sich die Hitze wieder auf den Norden aus.
Zudem werden im Südwesten Höchsttemperaturen von bis zu 39 Grad
erwartet, lokal könnte es für knapp 40 Grad reichen, was allerdings
noch unsicher ist und daher abgewartet werden muss. Auch an den
darauffolgenden Tagen deutet sich erst einmal keine Abkühlung an.

M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.06.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





Private Wetterstation Altenmarkt a. d Alz - Alle Angaben ohne Gewähr - (c) Matthias Schwanter   -   Seitengeneration erfolgte in 0.1157 Sekunden.