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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell


Deutschlandwetter im August 2026


Die wärmsten, trockensten und sonnigsten Orte in Deutschland


Erste Auswertungen der Ergebnisse der rund 2000 Messstationen des DWD
in Deutschland.

Besonders warme Orte im August 2026*
1. Platz Rheinfelden (Baden-Württemberg) 23,6 °C Abweich. +5,3 Grad
2. Platz Waghäusel-Kirrlach (Baden-Württemberg) 23,5 °C Abweich. +4,7 Grad
3. Platz Ohlsbach (Baden-Württemberg) 23,5 °C Abweich. +5,7 Grad

Vergleichsweise kühle Orte im August 2026*
1. Platz Kahler Asten (Nordrhein-Westfalen) 15,9 °C Abweich. +3,2 Grad
2. Platz Schierke (Sachsen-Anhalt) 16,2 °C Abweich. +3,0 Grad
3. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 16,3 °C Abweich. +3,2 Grad

Besonders niederschlagsreiche Orte im August 2026**
1. Platz Jachenau-Tannern (Bayern) 181,7 l/m² 87 Prozent
2. Platz Teisendorf (Bayern) 163,3 l/m² 107 Prozent
3. Platz Steingaden-Lauterbach (Bayern) 153,0 l/m² 88 Prozent

Besonders trockene Orte im August 2026**
1. Platz Trollenhagen (Mecklenburg-Vorpommern) 15,8 l/m² 28 Prozent
2. Platz Schollene (Sachsen-Anhalt) 15,9 l/m² 30 Prozent
3. Platz Seehausen (Sachsen-Anhalt) 17,2 l/m² 34 Prozent

Besonders sonnenscheinreiche Orte im August 2026**
1. Platz Weihenstephan (Bayern) 290 Stunden 137 Prozent
2. Platz Konstanz (Baden-Württemberg) 289 Stunden 134 Prozent
3. Platz Kösching (Bayern) 288 Stunden 136 Prozent

Vergleichsweise sonnenscheinarme Orte im August 2026**
1. Platz Wuppertal-Buchenhofen (Nordrhein-Westfalen) 198 Stunden 117 Prozent
2. Platz Oberstdorf (Bayern) 207 Stunden 113 Prozent
3. Platz Diepholz (Niedersachsen) 208 Stunden 109 Prozent

oberhalb 920 m NHN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.
* Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt
(int. Referenzperiode 1961-1990).
** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen
Monatsmittelwertes zum vieljährigen Monatsmittelwert der jeweiligen
Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).
Die Sonnenscheindauer wird seit 08/2024 teilweise aus Satellitendaten
abgeleitet.

Hinweis: Einen ausführlichen Monatsrückblick für ganz Deutschland und
alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse


Denny Karran

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 02.09.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wissenschaft kompakt

Der Einfluss großer Windparks auf Wetter und Niederschlag


Große Windparks produzieren nicht nur Strom - sie greifen auch in die
atmosphärische Grenzschicht ein und können damit Temperatur, Feuchte
und Wolkenbildung beeinflussen. Welche Auswirkungen hat dies auf die
Niederschlagsverteilung?


Eine Windkraftanlage entzieht der Strömung kinetische Energie.
Gleichzeitig erzeugen die Rotorblätter Turbulenz. Dadurch entsteht
hinter einem Windpark eine Strömungsabschattung. In diesem Bereich
ist die Windgeschwindigkeit geringer, die Turbulenz erhöht und es
kommt zu einem veränderten vertikalen Transport von Impuls, Wärme und
Feuchte. In großen Windparks kann sich diese Abschattung (Wake)
überlagern und unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen über
viele Kilometer erstrecken.

Der Einfluss von Windkraftanlagen ist hauptsächlich in der
atmosphärischen Grenzschicht vorhanden. Eine typische moderne
Windkraftanlage besitzt eine Nabenhöhe von etwa 160 Metern. Die
Gesamthöhe kann dabei bis zu 270 Meter betragen. Damit wird direkt
nur die untere atmosphärische Grenzschicht beeinflusst. Ein Effekt
auf die freie Atmosphäre oberhalb von 1 Kilometer ist kaum vorhanden.


In der atmosphärischen Grenzschicht nehmen große Windkraftparks aber
vor allem bei stabiler atmosphärischer Schichtung einen
entscheidenden Einfluss auf das Strömungsprofil stromabwärts. Die
Windgeschwindigkeit wird dort deutlich reduziert. Diese Veränderungen
der Strömung können über mehrere zehn Kilometer nachweisbar sein.
Eine Studie fand unter stabilen atmosphärischen Bedingungen eine
Strömungsänderung bis etwa 30 Kilometer stromabwärts großer Parks.
Dieser messbare aerodynamische Nachlauf bedeutet aber nicht, dass
auch das Wetter in diesem Umkreis entsprechend stark verändert wird.


Durch die erzeugte Turbulenz kann es kleinräumig zu
Temperaturänderungen kommen. Dieser Effekt auf die Temperatur ist
allerdings stark abhängig von der atmosphärischen Schichtung. Bei
Hochdrucklagen mit stabiler Schichtung und starker
Temperaturinversion wird der Grenzbereich zwischen wärmerer und
kühlerer Luftmasse durchmischt. Dabei kann es in Erdbodennähe zu
einer leichten Temperaturzunahme kommen. Allerdings ist dieser Effekt
regional begrenzt und beschränkt sich auf die Leeseite der
Windkraftanlagen. Modellstudien zeigen dort regional eng begrenzt
Temperaturänderungen von bis zu 0,5 Grad Celsius.

Zudem können größere Windparks durch turbulente Prozesse auch die
Bildung und Auflösung von Wolken beeinflussen. Besonders relevant ist
dies bei einer stabil geschichteten und feuchten atmosphärischen
Grenzschicht. Durch die Strömungsablenkung der Windparks können sich
lokale Konvergenzen ausbilden, die die Bildung tiefer Wolken
begünstigen. Modellstudien zeigten deshalb beispielweise über der
Nordsee eine Zunahme der tiefen Bewölkung über den Windparks und eine
Abnahme stromabwärts davon. Allerdings ist diese Wirkung nicht
allgemeingültig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die erzeugte
Turbulenz auch Nebel oder tiefe Wolken auflösen. Entscheidend dabei
sind die vorhandene Feuchtigkeit, die vertikale Temperaturschichtung
und die Stabilität der atmosphärischen Grenzschicht.

Dieser Effekt auf die Bildung und Auflösung von Wolken führt zu einer
weitergehenden kontroversen Frage: Können diese atmosphärischen
Veränderungen den Niederschlag beeinflussen?

Zwischen Wolkenbildung und fallendem Niederschlag kommt es zu
weiteren komplexen mikrophysikalischen Prozessen. Gleichzeitig
bestimmen großräumige Feuchtetransporte und synoptische
Hebungsprozesse, wo letztendlich Niederschlag entsteht. Damit nimmt
die wissenschaftliche Unsicherheit deutlich zu. Während die
Auswirkungen von Windparks auf Strömung und erzeugte Turbulenz gut
belegt sind, ist die Frage nach langfristigen und räumlich relevanten
Veränderungen des Niederschlags deutlich schwieriger zu beantworten.


Dadurch ergibt sich bislang kein einheitliches Bild. Einige
Untersuchungen zeigen unter bestimmten Bedingungen eine Zunahme des
Niederschlags über großen Windparks und stromabwärts eine leichte
Abnahme. Allerdings ist dieser mögliche Einfluss wesentlich von der
Größe und Anordnung des Windparks sowie der jeweiligen Wetterlage
abhängig!

Große Windparks beeinflussen somit nachweislich die atmosphärische
Grenzschicht und können Wind, Turbulenz, Temperatur und unter
bestimmten Bedingungen auch die Bildung- und Auflösung von Wolken
modifizieren. Ob daraus langfristige und relevante Veränderungen
regionaler Niederschlagsmuster entstehen, ist wissenschaftlich jedoch
noch nicht abschließend geklärt.

M.Sc.-Met. Nico Bauer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.09.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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