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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wissenschaft Kompakt

Als Deutschland im Schnee versank: Der strenge Winter 2005/2006



Die Ostsee war zugefroren, es gab kräftige Schneefälle in
Norddeutschland und strenge Fröste. Der vergangene Winter war in
weiten Teilen Deutschlands zu kalt. Doch wer ihn bereits als
außergewöhnlich hart empfindet, hat den Winter 2005/2006, einen der
letzten wirklich strengen Winter, wohl beinahe vergessen.



Schon der Auftakt hatte es in sich: Ein stationäres Tief über
Westdeutschland sorgte am 25. November 2005 für bis zu 45 cm nassen
Schnee. Der Verkehr kam vielerorts zum Erliegen und zahlreiche
Strommasten brachen unter der enormen Schneelast zusammen. Dies
sollte als das {LINK1] in die Geschichte eingehen.
Bereits im Dezember stellte sich eine anhaltend winterliche Witterung
ein, die sich ? nur kurzzeitig unterbrochen ? bis in den März hinein
fortsetzte. Verantwortlich dafür war unter anderem eine plötzliche
[Link2] Anfang Dezember. Sie begünstigte wiederholt Hochdrucklagen
über Nordeuropa, die milde Atlantikluft blockierten und stattdessen
kalte Kontinentalluft nach Mitteleuropa lenkten. Charakteristisch für
diesen Winter war das Zusammenspiel stabiler Hochdruckgebiete im
Norden mit aktiven Tiefdruckgebieten entlang der Frontalzone über
Süd- und Mitteleuropa. Das Ergebnis: anhaltende Kälte bei
gleichzeitig wiederkehrenden, teils kräftigen Schneefällen.
Die erste markante Frostperiode stellte sich um den Jahreswechsel
ein. Besonders in der Südosthälfte Deutschlands traten verbreitet
strenge Nachtfröste bis unter ?20 °C auf. Zuvor gefallener Schnee
sorgte für eine nahezu flächendeckende Schneedecke, die im Nordosten
regional bereits eine Höhe von über 30 cm erreichte. Im Bayerischen
Wald wuchs sie rasch auf über einen Meter an. Die Schneemassen
führten schließlich zur Tragödie von Bad Reichenhall, wo das Dach
einer Eissporthalle einstürzte.
Im Januar folgte eine weitere Stratosphärenerwärmung, welche die
winterliche Großwetterlage zusätzlich stabilisierte. Eine lang
anhaltende Hochdruckphase ließ die Luft in Bodennähe stark auskühlen.
Vor allem im Osten und Südosten wurden wiederholt strenge Fröste bis
-18 °C gemessen. Zeitweise bildeten sich ausgeprägte Inversionslagen.
Selbst größere Seen froren zu. Zwischendurch sorgten Tiefausläufer
immer wieder für neue Schneefälle.
Seinen Höhepunkt erreichte der Winter im Februar. In einer
Nordwestlage fielen in den Staulagen der östlichen Mittelgebirge
innerhalb weniger Tage mehr als ein Meter Neuschnee. Mehr als 1.000
Gebäude in den östlichen Mittelgebirgen waren durch die Schneelast
gefährdet. In mehreren Landkreisen, insbesondere in Niederbayern,
wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Einsatzkräfte von Feuerwehr,
Bundeswehr und THW waren im Dauereinsatz, um Dächer von Schnee zu
befreien. Dennoch kam es zu Einstürzen. Straßen mussten wegen
Schneebruchs gesperrt werden und die Schneehöhen türmten sich
mancherorts auf über zwei Meter. Auch in den Nachbarländern
Tschechien und Österreich waren Ortschaften zeitweise von der
Außenwelt abgeschnitten.
Während der Übergang zu frühlingshaftem Wetter mit Temperaturen bis
20 °C in diesem Jahr bereits Ende Februar erfolgte, zeigte sich der
März 2006 nochmals von seiner winterlichen Seite. Mit einer Nordlage
gelangte erneut arktische Kaltluft nach Deutschland, begleitet von
atlantischen Tiefdruckgebieten. Es kam verbreitet zu kräftigen
Schneefällen. In Norddeutschland wurden bis zu 40 cm gemessen, im
Alpenvorland 50 bis 100 cm. Auch sonst war ein Großteil Deutschlands
erneut schneebedeckt. Besonders markant war die Lage am 11. und 12.
März, als im Erzgebirge über 50 cm Neuschnee fielen. Insgesamt lag
das Temperaturniveau im ersten Märzdrittel etwa 4 bis 6 Grad unter
dem neuen klimatologischen Mittel.
Erst ab dem 25. März setzte sich schließlich eine nachhaltige
Wetterumstellung durch. Mit einer südlichen Strömung gelangten warme
Luftmassen nach Deutschland und brachten Tauwetter sowie Temperaturen
über 20 °C. In den Hochlagen der östlichen Mittelgebirge hielt sich
die Schneedecke jedoch noch bis in den Mai hinein.
Der Winter 2005/2006 bleibt somit als einer der letzten ausgeprägten
Kälte- und Schneewinter in Erinnerung.
Die folgenden Bilder entstanden am 12.03.2006 auf dem Aschberg in
Klingenthal im oberen Vogtland, das letzte Bild in Carlsfeld von
Mitte März 2006.

Dipl.-Met. Christian Herold

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wissenschaft kompakt

Christian Andreas Doppler


Heute soll es um eine Person gehen, deren Namen aus vielen
verschiedenen Bereichen nicht mehr wegzudenken ist. Sei es in der
Radartechnik, bei Satelliten, der Medizin oder auch einigen
Situationen aus dem Alltag; der "Doppler"-Effekt taucht immer wieder
auf.


CAD ist nicht nur die Abkürzung für "computer-aided design", also für
ein rechnergestütztes Konstruieren und Arbeiten an
(dreidimensionalen) Modellen. Es sind ebenso die Initialen eines
berühmten Mannes: Christian Andreas Doppler. Heute jährt sich sein
Todestag zum 173. Mal, daher wollen wir in diesem Thema des Tages ihn
und seine Entdeckung ehren.

Christian Andreas Doppler war ein österreichischer Mathematiker und
Physiker, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte. Er
wurde 1803 in Salzburg geboren und studierte in Wien Mathematik und
Physik. Das reichte ihm augenscheinlich nicht, denn dazu kam
anschließend noch ein Studium der Philosophie in Salzburg.

Nach einigen anderen Lehrstellen, wurde er schließlich Professor in
Prag und später Professor für Experimentalphysik und Direktor des
Physikalischen Instituts in Wien. In Prag veröffentlichte er seine
Abhandlung mit dem Titel "Über das farbige Licht der Doppelsterne und
einiger anderer Gestirne des Himmels". In diesem Text beschreibt und
leitet er theoretisch her, was mit Wellen passiert, wenn sich der
Sender oder der Empfänger bewegt. Heute ist uns dieser Effekt zu
seinen Ehren als Dopplereffekt bekannt. Das Beispiel des
vorbeifahrenden Krankenwagens haben wohl die meisten schon einmal
gehört. Wenn das Fahrzeug mit dröhnender Sirene auf uns zufährt, hört
sich die Tonlage anders an, als wenn es an uns vorbeigerast ist und
sich nun wegbewegt. Das liegt daran, dass die Schallwellen im ersten
Fall zusammengestaucht werden und die Wellenlänge kleiner wird - der
Ton wird höher. Im zweiten Fall wird die Wellenlänge größer und wir
hören tiefere Töne.

Das Prinzip lässt sich nicht nur auf Schall anwenden, sondern auch
auf Licht. Doppler wollte dadurch erklären, wieso manche Sterne eine
andere Farbe besitzen als andere. Kurioserweise ist für dieses
Problem der nach ihm benannte Effekt gar nicht ausschlaggebend. Die
Temperatur des Sterns ist hauptverantwortlich welche Farbe er
bevorzugt abstrahlt. Für sein Problem hat er also eine Lösung
gefunden, die zwar nicht stimmte, jedoch trotzdem eine wichtige
Entdeckung darstellt.

Der experimentelle Nachweis des akustischen Dopplereffekts wurde 1844
von Christoph Buys-Ballot erbracht. Dabei spielten Blasmusikanten
einen gleichbleibenden Ton in einer fahrenden Eisenbahn. Im Labor
konnte Ernst Mach den Effekt erst 1860 und somit nach Dopplers Tod
nachweisen. Der Nachweis für Licht erfolgte noch später im Jahre 1876
durch Carl Vogel.

Heutzutage wird der Dopplereffekt in vielen verschiedenen Bereichen
genutzt. In der Medizin, kann die Geschwindigkeit des Blutes in
unseren Gefäßen gemessen werden. Hierbei sendet man Ultraschallwellen
in das Gefäß und misst das reflektierte Echo. Die sich bewegenden
Blutkörperchen verändern die Frequenz der Wellen und diese Änderung
lässt Rückschlüsse auf die Geschwindigkeit des Blutstroms zu. In der
Astronomie kann gemessen werden, wie sich ein Objekt relativ zur Erde
bewegt oder ob es um sich selbst rotiert. In der
Satellitenkommunikation muss immer berücksichtigt werden, dass sich
durch die hohe Geschwindigkeit des Satelliten auch das ausgesandte
Signal verändert.

Es wäre natürlich kein Thema des Tages, wenn nicht der Bezug zur
Meteorologie hergestellt würde. Hier müssen die Dopplerradare genannt
werden, die wichtige Informationen zu der Geschwindigkeit von
Gewitterzellen liefern. Auch besonders kräftige Entwicklungen können
besser entdeckt werden, denn Superzellen beinhalten eine Rotation.
Mithilfe des Dopplereffektes können die engbeieinander liegenden
entgegengesetzten Relativbewegungen sichtbar gemacht werden. Wer mehr
über dieses Thema lesen möchte, kann sich in vielen vorangegangen
Themen des Tages umschauen.

Zur Ehrung Christian Dopplers steht im Arkadenhof der Universität
Wien eine steinerne Büste von ihm. Außerdem ist sein Name in einer
Ehrentafel verewigt und ein Hörsaal nach ihm benannt. Auch in seiner
Geburtsstadt Salzburg wurde anlässlich seines 100. Geburtstages eine
Informationstafel an seinem Geburtshaus und zu seinem 200. Geburtstag
eine Büste in der Christian-Doppler-Klinik aufgestellt.

(Die Bilder und Links zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie
immer im Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)

M.Sc. Fabian Chow

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.03.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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