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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wetter aktuell
Luftmassenwechsel bringt teils heftige Gewitter und
Starkniederschläge
Bis Mittwoch vollzieht sich ein Luftmassenwechsel, im Zuge dessen es
vornehmlich in der Südosthälfte zu Unwettern durch heftige Gewitter
und teils extrem heftigen Starkregen kommen kann.
Am heutigen Dienstag (30.06.) liegt eine Luftmassengrenze diagonal
über der Mitte Deutschlands und trennt schwül-heiße Subtropikluft im
Süden und Südosten von weniger warmer Meeresluft im Nordwesten (siehe
Abbildung 1). Erst in der Nacht zum Mittwoch bekommt die
Luftmassengrenze Schub und zieht als Kaltfront bis Mittwochnachmittag
südostwärts durch.
Dieser Luftmassenwechsel geht - wie so oft - nicht geräuschlos über
die Bühne. Schon ab Dienstagnachmittag und -abend bilden sich in der
schwül-heißen Luft in der Südosthälfte vom Bergland ausgehend
einzelne, teils heftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen
sowie lokalem Unwetterpotenzial. Richtig turbulent wird es aber erst
in der Nacht zum Mittwoch. Dann werden die Gewitter von Südwesten her
immer häufiger und schließen sich zu mehreren größeren
Gewittersystemen zusammen. Dann besteht vor allem in
Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen erhöhte
Unwettergefahr, insbesondere durch heftigen Starkregen (siehe
Abbildung 2). Es können Mengen von 30 bis 50, örtlich sogar extreme
Mengen um 80 l/qm auftreten. Das entspricht dem ein- bis
anderthalbfachen einer üblichen Monatssumme an Niederschlag - binnen
weniger Stunden wohlgemerkt. Dabei kann es zu Sturzfluten,
Überschwemmungen, vollgelaufenen Kellern und Hochwasser an kleinen
Bächen und Flüssen sowie Erdrutschen kommen.
Am Mittwoch ziehen die gewittrigen Starkniederschläge im Südosten und
Osten nur langsam ostwärts ab. Besonders vom Alpenrand bis zur Oder
und Neiße besteht dabei weiterhin Unwettergefahr durch heftigen
Starkregen.
Wie üblich bei einer Unwetterlage durch konvektive Umlagerungen
(Schauer und Gewitter) bestehen selbst unmittelbar vor dem Ereignis
noch Unsicherheiten. Wenn Sie in den betroffenen Regionen leben oder
dort hinreisen, ist es deswegen ratsam, dass Sie sich stets über die
aktuelle Wetter- und Warnlage informieren, beispielsweise im Internet
unter www.dwd.de oder in unserer WarnWetter-App.
Dipl.-Met. Adrian Leyser Sturm
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Von Regenbekleidung und Gewitterenergie
Ein Cape ist ein praktischer Regenschutz. Doch CAPE ist in der
Meteorologie die Abkürzung für eine wichtige Größe im Zusammenhang
mit Gewittern.
Ein Blick auf die Wettervorhersage: Die App der Wahl - im besten Fall
natürlich unsere WarnWetter-App - zeigt an, dass mit einem Schauer
oder Gewitter gerechnet werden muss. Die Entscheidung lautet, das
Regencape mitzunehmen. Wie sich herausstellt eine gute Wahl, denn
tatsächlich regnet es zeitweise und in der Ferne ist sogar ein Blitz
zu sehen. Abends wird aus reiner Neugierde ein bisschen zur
Gewittervorhersage herumgestöbert und plötzlich springt das Wort
"CAPE" ins Auge. Huch, was hat denn nun mein Regenschutz mit
Gewittern zu tun? Die Antwort ist natürlich: Eigentlich gar nichts
außer der gleichen Buchstabenkombination.
In der Meteorologie ist CAPE nämlich die Abkürzung für "Convective
Available Potential Energy", zu deutsch "Konvektiv Verfügbare
Potentielle Energie". Konvektiv bedeutet hierbei, dass es zu
vertikalen Luftbewegungen, wie zum Beispiel in einem Gewitter kommt.
Beim Aufsteigen eines Luftpakets dehnt es sich aus und kühlt dabei
ab. Wenn es dann im Vergleich zu der umgebenden Luft immer noch
wärmer ist, dann beschleunigt es und steigt schneller auf. CAPE
beschreibt nun für solche Fälle die maximale zur Verfügung stehende
Energie, die in der Atmosphäre "gespeichert" ist. Mathematisch wird
das durch ein Integral über die Höhe beschrieben. Es beginnt am
sogenannten Niveau der freien Konvektion, ab dem die
Umgebungstemperatur kleiner ist als die des betrachteten gesättigten
Wolkenteilchen. Endpunkt ist der Gleichgewichtspunkt, an dem die
Temperaturen wieder gleich sind. Im Integral selbst fließt der
Quotient der virtuellen Temperatur des Luftpartikels zu der der
Umgebung ein. Was komplex und verwirrend zu beschreiben ist, lässt
sich anhand eines Radiosondenaufstiegs ganz einfach graphisch
interpretieren. Denn in einem Radiosondenaufstieg entspricht das CAPE
ganz einfach der Fläche, die in der Skizze (Bild 1) rot gestreift
ist. Die gelbe Fläche ist sozusagen der Gegenspieler des CAPEs und
wird CIN (Convective INhibition, zu deutsch konvektive Hemmung)
genannt. Dieses gibt die Energie an, die erst überwunden werden muss,
damit ein Luftteilchen von alleine aufsteigt und es zur
Wolken-/Gewitterbildung kommen kann.
Das CAPE ist stark abhängig von der Bodentemperatur und dem
bodennahen Feuchtigkeitsgehalt. Das heißt, wie auch unsere
Erfahrungswerte schon vermuten lassen, je heißer und schwüler die
Luft, desto größer das CAPE und desto stärker können sich ausbildende
Gewitter werden. Ganz grob lässt sich eine Einordnung wie folgt
vornehmen.
CAPE [J/kg] Gewitterstärke
0 - 500 Schwach
500 - 1000 Mäßig
1000 - 2000 Stark
2000 - 3000 Sehr stark
3000+ Extrem
Jedoch ist CAPE nur eine "Zutat", die Gewitter benötigen, um sich
ausbilden und entwickeln zu können. Doch das ist eine Geschichte für
ein andermal.
M.Sc. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 01.07.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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