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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wissenschaft kompakt
Die atlantische Hurrikansaison 2026: Ist-Zustand und Prognosen
Seit dem 1. Juni läuft sie offiziell wieder: Die atlantische
Hurrikansaison. Den aktuellen Stand und die Prognosen dazu lesen Sie
im heutigen Thema des Tages.
Offiziell läuft die alljährliche Hurrikansaison über dem Nordatlantik
vom 1. Juni bis zum 30. November. Vor ihrem Beginn erstellen diverse
nationale Wetterdienste und weitere wissenschaftliche Einrichtungen
stets Prognosen über ihren Verlauf. Prognostiziert wird dabei die
Anzahl benannter Stürme, wobei es dabei nicht nur um Hurrikane geht,
sondern um alle tropischen und subtropischen Stürme über dem
Nordatlantik.
Dabei definieren sich die Wirbelstürme über ihre mittlere
Windgeschwindigkeit (1-minütiger Mittelwind). Ab 62 km/h spricht man
von einem tropischen Sturm (bzw. je nach Entstehungsregion auch
subtropischen Sturm), ab 119 km/h von einem Hurrikan und ab 178 km/h
von einem schweren Hurrikan (engl.: major hurricane). Schwere
Hurrikane nehmen damit die Kategorien drei bis fünf auf der
fünfteiligen Saffir-Simpron-Skala ein. Durchschnittlich entwickelten
sich zwischen 1991 und 2020 - also innerhalb der aktuellen
sogenannten Vergleichsperiode - pro Jahr 14 tropische Stürme,
darunter 7 Hurrikane und darunter wiederum 3 schwere Hurrikane.
Vergleichen wir diese Durchschnittswerte mal mit dem Rekordjahr 2020.
Mit 30 benannten Stürmen - so viel gab es noch nie seit Beginn der
Aufzeichnungen - entwickelten sich damals mehr als doppelt so viele
Stürme als im Mittel. Davon mauserten sich 14 Stück zu Hurrikanen
(Platz 2 nach 2005) und davon wiederum sieben zu schweren Hurrikanen
(wie 2005). Letztes Jahr verlief mit 13 tropischen Systemen zwar eher
durchschnittlich, von den "nur" 5 darunter befindlichen Hurrikanen
entwickelten sich aber stolze 4 zu schweren Hurrikanen. "Wenn dann
richtig!" könnte man die Saison 2025 also zusammenfassen.
Das Klimaprognosezentrum der US-amerikanischen NOAA (National Oceanic
and Atmospheric Administration) prognostiziert für 2026 eine
unterdurchschnittliche Wirbelsturmaktivität auf dem Nordatlantik
(Stand 21.05.2026). Für dieses Szenario ruft es eine 55-prozentige
Wahrscheinlichkeit auf. Einer durchschnittlichen Saison räumt es
immerhin noch eine 35-prozentige, für eine überdurchschnittliche
dagegen nur eine 10-prozentige Chance ein. Als Hauptgrund für diese
"Zurückhaltung" wird die derzeitige Entwicklung von El Nino genannt,
der sich unter der Saison weiter verstärken soll. Unter El Nino
versteht man kurz und knapp gesagt ein großräumiges
Zirkulationsmuster über dem Pazifik. Auch wenn dieses Phänomen auf
dem Pazifik beheimatet ist, so hat es doch einen signifikanten
Einfluss auf das globale Wettergeschehen - unter anderem eben auch
auf die tropische Wirbelsturmentwicklung über dem Atlantik (mehr dazu
im Thema des Tages vom 18.05.2026).
In absolute Zahlen umgemünzt geht das Klimaprognosezentrum dieses
Jahr von 8 bis 14 benannten Stürmen aus, wovon 3 bis 6 zu Hurrikanen
und davon wiederum 1 bis 3 zu schweren Hurrikanen heranreifen sollen.
Quasi ins gleiche Horn stoßen auch viele andere Institutionen mit
ihren Prognosen, wie man der nachfolgenden Tabelle entnehmen kann.
Als Hauptgrund wird ebenfalls die Entwicklung beziehungsweise
Verstärkung von El Nino herangezogen.
Einzig die University of Arizona wählt einen total anderen Weg und
geht von einer überdurchschnittlichen Saison aus. Sie sieht
Ähnlichkeiten zu 2023 als trotz sich ausbildendem El Nino eine der
aktivsten Wirbelsturmsaisons seit Aufzeichnungsbeginn beobachtet
wurde. Grund hierfür war eine ungewöhnlich hohe
Meeresoberflächentemperatur, die den dämpfenden El-Nino-Effekt
kompensieren konnte. Eine sehr interessante Theorie! Ob es sich dann
letztlich wirklich nur um eine Außenseiterlösung gehandelt hat,
bleibt abzuwarten.
Aktuell steht der Zähler übrigens noch auf null (Stand: 12.06.2026).
Doch die Frage ist nicht ob, sondern wann der erste Wirbelsturm in
diesem Jahr auftritt. Dabei ist es letztlich egal, wie aktiv die
Saison ausfällt. Denn im Endeffekt reicht schon ein Sturm, der auf
dicht besiedeltes Küstengebiet trifft, aus, um selbst aus einem
potenziell unterdurchschnittlichen Wirbelsturmjahr ein katastrophales
zu machen.
Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Nicht so schönes Wochenende?
Es ist Donnerstag und ein Großteil der Einwohner Deutschlands freut
sich aufs Wochenende. Wettertechnisch hat das einiges zu bieten, nur
der Sommer und das "schöne" Wetter fehlen.
Aktuell zeigt die Bodenwetterkarte zwar den Einfluss eines
Hochdruckgebietes, wer aber aus dem Fenster guckt, der sieht oft
dichte und dunkle Wolken oder gar Regen und Gewitter. Dazu ist es
recht frisch für fast Mitte Juni. Die Temperaturen liegen am
Nachmittag meist zwischen 16 und 20 Grad.
Grund für das wenig sommerliche Wetter ist das Bodentief ROSI über
der Norwegischen See. Es ist auch in höheren Luftschichten gut
ausgeprägt und die Ausläufer reichen bis nach Deutschland. Dabei
gelangt aus Westen subpolare Meeresluft zu uns, die nicht nur kühl
sondern auch feucht ist.
An der Konstellation ändert sich auch am morgigen Freitag wenig. Zwar
wird ROSI dann unter Auflösungserscheinungen den Weg über
Skandinavien ostwärts nehmen. Auf dem Atlantik stehen aber neue
Tiefdruckgebiete bereit, um die Wetterregie bei uns zu übernehmen.
Aus Westen breiten sich bereits in der Nacht zum Freitag
schauerartige Regenfälle zu uns aus, die im Tagesverlauf auch den
Osten und Südosten Deutschlands erreichen. In der Nacht zum Samstag
ziehen die Niederschläge dann allmählich ostwärts ab. Bis dahin
regnet es am Alpenrand recht langanhaltend, sodass regional über 30
Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden zusammenkommen.
Am Samstag liegen wir zwischen Tiefdruckgebieten über Skandinavien
und einem Hochdruckgebiet, das von der Biskaya bis nach Tunesien
reicht, in einer straffen nordwestlichen Strömung. Dabei wird in den
Norden und Osten kühle und feuchte Luft geführt, die immer wieder für
Schauer und auch Gewitter sorgt. Im Südwesten kommt dagegen trockene
und milde Luft an und bei viel Sonnenschein steigt die Temperatur
verbreitet auf sommerliche Werte über 25 Grad. Etwas ungemütlich ist
der bundesweit frische bis starke Wind, der in Böen auf den Bergen
und an den Küsten durchaus stürmisch sein kann. Er dämpft das
Wärmeempfinden, wobei im Norden bei Maxima von 16 bis 20 Grad kaum
von Wärme gesprochen werden kann.
Am Sonntag verlagert das Hoch seinen Schwerpunkt nach West- und
Nordwesteuropa und der Tiefdruckeinfluss aus Nordosten gewinnt. Damit
wird die milde Luft wieder nach Frankreich und in die Schweiz
gedrängt und auch im Südwesten setzt sich wieder kühlere Luft durch.
Mit etwas Glück werden am Hochrhein noch knapp über 25 Grad erreicht.
Da der Anteil an trockener Luft aber überwiegt, sind Schauer zwischen
Eifel und Bodensee unwahrscheinlich. Anders sieht es nördlich des
Mains aus. Da fließt die kühle und feuchte Luft weiter ungehindert
ein und es kommt wiederholt zu Schauern, im Nordosten auch zu
Gewittern. Die Höchstwerte liegen zwischen 16 und 20 Grad. Da der
Druckgradient dort weiterhin recht hoch ist, ist auch der Wind noch
frisch unterwegs. Nach Süden hin fächert der Gradient mit abziehendem
Hoch auf und der Wind lässt deutlich nach.
Fazit: Wie immer ist die Ansicht des "schönen" Wetters subjektiv. Für
den Fan von Sonne und Wärme lohnt sich am Wochenende ein Ausflug in
den Südwesten Deutschlands. Wen dichte Wolken und mindestens
zeitweise Nässe nicht stören, der ist im Nordosten gut aufgehoben.
Alle, die sich an wechselhaftem Wetter erfreuen, werden dazwischen
sicher glücklich.
Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 11.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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