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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wissenschaft kompakt
Von Sonnenstand und Höchsttemperatur
Sie kennen Sie sicherlich auch, die "Mittagshitze", oder? Dabei
steigt die Temperatur meistens ja noch bis zum Abend weiter an. Wie
passt das denn zusammen? Mehr dazu im heutigen Thema des Tages.
Hitze ist derzeit eines der, wenn nicht sogar das bestimmende Thema
beim Wetter in Deutschland. Heute und am morgigen Montag sind dabei
vor allem die Mitte und der Süden betroffen mit Spitzenwerten von bis
zu 37 Grad (vielleicht sogar 38 Grad) im Südwesten. Ab Mitte der
Woche überschreitet wahrscheinlich auch der Norden wieder verbreitet
die 30-Grad-Marke, während man im Südwesten lokal wohl sogar die 40
Grad anpeilt.
Immer wieder hört und liest man bei dieser Thematik von der
sogenannten "Mittagshitze", die man auch zurecht meiden sollte, wenn
es irgendwie geht. Mit Blick auf den Tagesgang der Temperatur stellt
man allerdings fest, dass die größte Hitze, also die Höchsttemperatur
in unseren Breiten im Sommer tatsächlich meist erst im Laufe des
Nachmittags, teilweise auch erst am frühen Abend erreicht wird. Der
Spitzenreiter am vergangenen Freitag in Sachen Temperatur,
Saarbrücken-Burbach, meldete seinen Höchstwert mit 37,5 Grad um 15.50
Uhr. Erst eine Stunde später, um 16.50 Uhr verzeichnete Kitzingen
seinen Spitzenwert von 37,3 Grad und in Kahl am Main wurde das Ende
des Temperaturanstiegs bei 36,2 Grad sogar erst um 18.20 Uhr
erreicht. Aber ist Ihnen schon einmal der Begriff "Abendhitze" über
den Weg gelaufen? Wahrscheinlich eher nicht. "Mittagshitze" ist
dagegen ein gängiger Begriff. Was hat es damit denn nun auf sich?
Veranschaulichen wir den Tagesgang der Temperatur anhand einer
Badewanne: Bei geöffnetem Abfluss drehen wir den Wasserhahn nun ein
kleines Stück auf. Die Folge: Das Wasser fließt direkt über den
Abfluss wieder ab. An eine Füllung der Wanne ist bei diesem Rinnsal
nicht zu denken. Das ist in etwa gleichzusetzen mit den ersten
einfallenden Sonnenstrahlen am Morgen. Drehen wir den Hahn nun
langsam weiter auf, stellen wir fest, dass das Wasser allmählich
anfängt zu steigen (entspricht dem Vormittagsverlauf). Zur
Mittagszeit ist der Hahn voll aufgedreht und das Wasser (respektive
die Sonneneinstrahlung bzw. die Lufttemperatur) steigt stark an.
Im Anschluss wird der Hahn nun langsam wieder zugedreht, es fließt
aber zunächst immer noch mehr Wasser von oben nach, als unten
abfließt - das Wasser (also die Lufttemperatur) steigt demnach immer
noch, wenngleich nicht mehr so schnell (entspricht dem
Nachmittagsverlauf). Erst im Laufe des Abends wird der Punkt
erreicht, an dem das nicht mehr der Fall ist - der höchste
Wasserstand bzw. die Höchsttemperatur ist erreicht. Es fließt nun
wieder mehr Wasser ab als von oben nachkommt und der Wasserstand
sinkt. Auf die Luft übertragen, reicht die Einstrahlung der immer
tiefer stehenden Sonne nicht mehr aus, um es mit der Abkühlung der
Luft aufnehmen zu können.
Und wie ist das jetzt mit der Mittagshitze, wenn es doch abends noch
heißer ist? Die betrachteten Temperaturwerte werden im Schatten
gemessen. Dort ist es mittags also noch kühler als abends. Befindet
man sich in der Sonne, sieht das Ganze anders aus. Zur Mittagszeit
steht sie in unseren Breiten am steilsten am Himmel (was in
Deutschland genaugenommen etwa zwischen 13.00 Uhr und 13.30 Uhr der
Fall ist). In der Folge ist dann ihre Einstrahlung am stärksten, was
für den Körper unter Umständen durchaus gefährlich werden kann.
Abends fällt die Sonnenstrahlung dagegen deutlich flacher ein und ist
dadurch auch spürbar schwächer.
Die Mittagshitze bezieht sich also auf den Aufenthalt in der prallen
Sonne, die abendliche Höchsttemperatur auf die gemessenen Werte im
Schatten. Beide schließen sich also nicht aus, ganz im Gegenteil.
Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wissenschaft kompakt
Mitternachtsdämmerung
Der Sommeranfang steht unmittelbar bevor. Aktuell haben wir die
längsten Tage des Jahres, die uns zu ausgedehnten Grillabenden
einladen. Auch die Dämmerung dauert nun besonders lange. Im Norden
Deutschlands geht nun die Abenddämmerung sogar in die Morgendämmerung
über, sodass es dort gar nicht mehr richtig dunkel wird.
Als Dämmerung bezeichnet man die Zeit vor Sonnenaufgang bzw. nach
Sonnenuntergang. In dieser Zeit steht die Sonne bereits unter dem
Horizont, ihr Licht ist jedoch durch Streuung in der Atmosphäre noch
sichtbar. Die Dämmerung bildet somit den Übergang zwischen Tag und
Nacht.
Dabei werden drei Dämmerungsphasen unterschieden. Unmittelbar nach
Sonnenuntergang beginnt die bürgerliche Dämmerung. Während dieser
Phase nimmt die Helligkeit allmählich ab, bis die ersten hellen
Sterne und Planeten sichtbar werden. Sie endet, wenn die Sonne etwa 6
Grad unter dem Horizont steht.
Anschließend folgt die nautische Dämmerung. In dieser Phase werden
zunehmend schwächere Sterne sichtbar. Sie endet, sobald die Sonne 12
Grad unter dem Horizont steht.
Es folgt die astronomische Dämmerung, die endet, wenn die Sonne einen
Stand von 18 Grad unter dem Horizont erreicht hat. Erst danach
beginnt aus astronomischer Sicht die vollständige Nacht.
Rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni sind die Dämmerungsphasen
auf der Nordhalbkugel besonders lang. Ursache ist die flache Bahn,
auf der die Sonne den Horizont schneidet. Dadurch sinkt sie
vergleichsweise langsam unter den Horizont, sodass der Übergang von
Tag zu Nacht deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als zu anderen
Jahreszeiten. Die kürzesten Dämmerungszeiten treten dagegen in der
Nähe der Tagundnachtgleichen im März und September auf.
Weiter nördlich werden die Nächte sogar noch heller. Nördlich des 61.
Breitengrads sinkt die Sonne während der Nacht nicht tiefer als 6
Grad unter den Horizont. Die bürgerliche Dämmerung endet dort somit
überhaupt nicht mehr. Solche Nächte werden als "Weiße Nächte"
bezeichnet. Besonders bekannt sind die Weißen Nächte von St.
Petersburg. In Deutschland kann dieses Phänomen lediglich ansatzweise
auf einigen Nordseeinseln sowie im äußersten Norden
Schleswig-Holsteins beobachtet werden.
Der Zeitpunkt von Sonnenauf- und Sonnenuntergang sowie der Dämmerung
hängt nicht nur von der geografischen Breite, sondern auch von der
geografischen Länge ab. So wird es am östlichen Rand Deutschlands
mehr als eine halbe Stunde früher dunkel als am westlichen.
Darüber hinaus wird die Intensität der Dämmerung von der
Zusammensetzung der Atmosphäre beeinflusst. Insbesondere Aerosole wie
Staubpartikel, Rauch oder Vulkanasche in höheren Luftschichten können
die Lichtstreuung verstärken und dadurch besonders intensive oder
farbenprächtige Dämmerungserscheinungen hervorrufen.
Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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