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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wissenschaft Kompakt
Hoch "Zeno" sorgt für niedrigen Meeresspiegel?!
Beeinflusst der Luftdruck den Meeresspiegel? Sorgt hoher Luftdruck
wirklich für einen niedrigeren Wasserstand?
Derzeit verlagert Hoch "Zeno" seinen Schwerpunkt nach Mitteleuropa.
Dabei kann im Zentrum der Luftdruck auf über 1030 Hektopascal (kurz:
hPa) ansteigen, was für die Jahreszeit nicht alltäglich ist. Aber was
bedeutet diese Angabe in Hektopascal eigentlich?
Luft besitzt ein Gewicht, auch wenn wir uns dessen in unserem
täglichen Leben nicht allzu häufig bewusst sind. Vielleicht ist der
einen oder dem anderen bei einer Bergtour schon aufgefallen, dass die
Luft mit zunehmender Höhe "dünn" wird. Damit ist der mit der Höhe
abnehmende Luftdruck gemeint. Die Luftmoleküle liegen dann etwas
weiter auseinander. Und obwohl sich der prozentuale Anteil an
Sauerstoff in der Luft nicht ändert, nehmen wir mit jedem Atemzug
weniger Sauerstoff auf als im Flachland. Entsprechend bekommt man das
Gefühl, das Atmen auf dem Berg fällt schwerer.
Die Luft der Erdatmosphäre besitzt also eine eigene Masse. Insgesamt
wiegt sie rund 5 Trillionen Kilogramm, ausgeschrieben also eine 5 mit
18 Nullen. Über jedem Quadratmeter der Erde befinden sich umgerechnet
etwas mehr als 10000 kg bzw. 10 Tonnen Luft, die dort Druck ausüben.
Ganz schön viel, oder? Damit wir dabei nicht kollabieren und weiter
atmen können, sind unsere Körper an diesen Druck angepasst. Wir
empfinden ihn als "normal".
Druck beschreibt eine Kraft pro Fläche. Diese kann in der Einheit
"Bar" oder "Hektopascal" angegeben werden. Der Luftdruck der
Atmosphäre ist dabei nichts anderes als die Kraft, die durch die
Gewichtskraft der Luftsäule und die Bewegung der Luftmoleküle auf
eine Fläche wirkt. Dieser beträgt bei Standardbedingungen (15 °C
Lufttemperatur am Boden und trockenen Verhältnissen) auf Meereshöhe
1013,25 hPa oder 1013,25 Millibar. Das entspricht dem Druck einer
Wassersäule von etwas mehr als 10 Metern Höhe.
Auch der Meeresspiegel reagiert auf Veränderungen des Luftdrucks.
Diese Änderungen bezeichnet man als "invers-barometrischen Effekt".
Invers wird er genannt, weil höherer Luftdruck die Wasseroberfläche
nach unten drückt. Herrscht dagegen niedriger Luftdruck, lastet
weniger Gewicht auf dem Wasser, sodass sich der Meeresspiegel quasi
anhebt.
Ein Blick auf die heutige Bodendruckverteilung zeigt über
Mitteleuropa sowie im Bereich der Nord- und Ostsee hohen Luftdruck
mit Werten über 1028 hPa (in Abbildung 2 orange dargestellt), der auf
den Meeresspiegel drückt. Auf dem Nordatlantik liegt hingegen ein
Tief mit einem Kerndruck unter 988 hPa (in Abbildung 2 blau
gekennzeichnet), der Druck fällt dort geringer aus. Dabei ergibt sich
ein Unterschied von etwa 40 hPa, was dem Druck einer Wassersäule von
40 Zentimetern entspricht. Als grobe Faustregel kann man sagen, dass
1 hPa die Wassersäule um 1 Zentimeter verändert.
In der Realität wird der Effekt meist nur in tieferen, offenen Meeren
deutlich messbar, wo das Wasser frei ausweichen kann. In flachen
Nebenmeeren oder Buchten werden die Pegelschwankungen jedoch häufig
von anderen Faktoren wie Wellen, Gezeiten und der Wirkung des Windes
überlagert, weshalb der Effekt dort nur bedingt zu beobachten ist.
In der Ostsee drücken Stürme mit westlichen Winden das Wasser nach
Osten, wodurch es im Finnischen Meerbusen zu Hochwasser und an der
deutschen Ostseeküste zu Niedrigwasser kommt, obwohl das Zentrum des
Tiefs beispielsweise über Dänemark liegt.
Die Kombination aus tiefem Luftdruck und länger anhaltenden, auf die
Küste gerichteten Winden kann durchaus gefährliche Auswirkungen
haben. Im Jahr 2024 sorgte eine anhaltende Nordostlage bei tiefem
Luftdruck für Hochwasser an der deutschen Ostseeküste, da das
Ostseewasser großflächig nach Südwesten gedrückt wurde. Anfang 2026
führte anhaltender Ostwind sogar zu historischem Niedrigwasser im
Norden und Osten der Ostsee (siehe Thema des Tages vom 14.02.2026).
Im Februar 2026 kam es in der Adria von Italien bis Montenegro durch
die Kombination aus tiefem Luftdruck und anhaltendem Wind zu einem
starken Anstieg des Meeresspiegels. Dabei wurden die höchsten
Wasserstände seit Beginn der instrumentellen Pegelmessungen
verzeichnet. In mehreren Küstenorten kam es zu Überflutungen, da das
Wasser ins Landesinnere gedrückt wurde.
Hier zeigt sich also, wie eng Atmosphäre und Ozean miteinander
gekoppelt sind. Schon vergleichsweise kleine Druckunterschiede können
den Meeresspiegel spürbar verändern. Kommen dann noch weitere
Faktoren wie Wind und regionale Gegebenheiten hinzu, verstärken sich
diese Effekte schnell. Aus wenigen Hektopascal werden an der Küste
mitunter Zentimeter, die darüber entscheiden, ob Wasser bleibt, wo es
ist, oder ob es neue Wege ins Landesinnere findet.
M.Sc.-Met. Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Weichenstellung auf Sommerwetter!
Viel Sonnenschein und Höchstwerte von zum Teil über 30 Grad! Sehr
sommerliche Pfingsttage stehen uns ins Haus. Mehr dazu im heutigen
Thema des Tages.
Der Sommer steht in den Startlöchern - zumindest, was das Wetter
angeht. Hauptverantwortlich hierfür zeigt sich Hoch ZENO. ZENO ist
nämlich gerade dabei, seinen Schwerpunkt bis zum morgigen Freitag von
Frankreich nach Mitteleuropa zu verlagern. Und dort angekommen wird
es dem Hoch anscheinend so gut gefallen, dass es sich dort die
kommenden Tage bequem macht.
Die Folge: Nach einem in der Nordosthälfte Deutschlands zum Teil noch
recht bewölkten Freitag sorgt ZENO über das Pfingstwochenende hinweg
und bis in die neue Woche hinein verbreitet für viel Sonnenschein.
Dadurch kann sich die vorherrschende Luftmasse in den kommenden Tagen
stark erwärmen. Niederschläge sind bundesweit betrachtet so gut wie
keine zu erwarten.
Blicken wir mal etwas genauer auf die Temperaturentwicklung: Nachdem
am morgigen Freitag in der Südwesthälfte verbreitet ein Sommertag,
also ein Tag mit Höchstwerten von mindestens 25 Grad verzeichnet
werden wird, wird dort am Samstag in einigen Regionen die
30-Grad-Marke geknackt - zum ersten Mal in diesem Jahr. Dass der
erste Hitzetag (Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad) zeitlich
sehr variabel ist, zeigt ein Blick auf die vergangenen drei Jahre:
2025 war dies am 2. Mai der Fall (Waghäusel-Kirrlach, 30,4 Grad),
2024 sogar schon am 6. April und damit so früh wie noch nie seit
Aufzeichnungsbeginn (Ohlsbach, 30,1 Grad) und 2023 dagegen erst am 8.
Juni (Potsdam, 30,7 Grad).
Doch zurück zu 2026: Über die Pfingstfeiertage legt die Temperatur
noch eine kleine Schippe drauf: In der Südwesthälfte verbreitet 29
bis lokal 33 Grad, in der Nordosthälfte nicht ganz so heiße, aber
meist immer noch sommerlich warme 25 bis 29 Grad.
Wer der Hitze entfliehen will, wählt als Ausflugsziel am besten den
äußersten Norden, wo zeitweise auch mal ein paar dichtere
Wolkenfelder durchziehen und die Temperatur "nur" auf Werte zwischen
23 und 26 Grad ansteigt. Noch etwas kühler (oder für mancheinen auch
angenehmer) wird es standesgemäß an den Küsten bei auflandigem Wind
und Höchstwerten um 20 Grad. Alternativ bieten natürlich auch die
Hochlagen der Gebirge etwas kühlere Bedingungen.
In den Nächten kühlt die Luft übrigens meist noch ziemlich gut ab.
Die Tiefstwerte liegen weitgehend zwischen 15 und 8 Grad und laden
damit zum Durchlüften ein.
Zusammengefasst herrscht über Pfingsten also meist bestes Grill- und
Ausflugswetter. Auf eine Sache sollte man aber unbedingt achten: den
Sonnenschutz! Aufgrund der starken Einstrahlung wäre ansonsten ein
Sonnenbrand quasi vorprogrammiert. Durch das Ausbleiben nennenswerter
Niederschläge nimmt zudem auch die Waldbrandgefahr zu. Besonders hoch
wird oder ist sie bereits im Süden und Osten Deutschlands.
Und wie geht's nach Pfingsten weiter? Richtung Mitte nächster Woche
nehmen die Unsicherheiten in Sachen Temperaturentwicklung deutlich
zu. Es sieht derzeit so aus, als ob die über uns befindliche
Hochdruckzone ihren Schwerpunkt Richtung Britische Inseln verlagert.
Auf der Ostflanke des Hochs könnte dann wieder kühlere Luft nach
Deutschland einströmen. Nennenswerte, flächige Niederschläge sind
dabei aber wohl weiterhin nicht zu erwarten.
Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.05.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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