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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

In den Nächten zeigt sich der Herbst


Die fortschreitende Jahreszeit macht sich aktuell vor allem in den
Nächten mit niedrigen Tiefstwerten und Nebel bemerkbar. Noch ist die
Halbwertzeit von Nebel aber kurz.



Passend zur Tagundnachtgleiche am Mittwoch, dem 23.09.2026, um 02:04
Uhr zeigt sich die Nacht zum Mittwoch gebietsweise herbstlich. Zwei
Phänomene werden durch perfekte meteorologische Ausgangsbedingungen
zum Thema: Frost und Nebel. Wolkenlose Bedingungen sorgen in der
Nacht zum Mittwoch dafür, dass der Boden effektiv Wärme durch
langwellige Ausstrahlung an das Weltall abgeben kann. Die niedrigsten
Tiefstwerte werden in Senken und Tälern in Bayern erwartet.
Vereinzelt kann es dort zu leichtem Luftfrost um -1 Grad kommen. In
fünf Zentimetern über dem Boden sinken die Temperaturen gebietsweise
unter 0 Grad, was umgangssprachlich als Bodenfrost geläufig ist.



Neben dem wolkenlosen Himmel ist windschwaches Wetter eine zwingende
Voraussetzung für niedrige Tiefstwerte, denn sonst würde die sich
bildende bodennahe Kaltluftschicht immer wieder mit der
darüberliegenden, wärmeren Luft vermischt werden. Da sich Hoch ZANDER
über Deutschland legt, kommt der ohnehin schon schwache Wind zum
Erliegen. Der dritte Faktor ist eine geringe absolute
Luftfeuchtigkeit, gekennzeichnet durch einen niedrigen Taupunkt. Der
Taupunkt beschreibt die Temperatur, bei der bei einer Abkühlung der
Luft Kondensation einsetzt, die Luft also gesättigt ist (relative
Luftfeuchtigkeit von 100 %). Auch diese Voraussetzung ist kommende
Nacht gegeben. So kann die Luft lange abkühlen, ehe die Nebelbildung
einsetzt und die Abkühlung ab dann deutlich schwächer verläuft.




Obwohl der Taupunkt recht niedrig liegt, kommt es kommende Nacht
örtlich, vielleicht sogar gebietsweise, zu dichtem Nebel. Anders als
in den Sommermonaten reicht die derzeitige Nachtlänge aus, um die
bodennahe Luftschicht bis zum Taupunkt abzukühlen: Es kommt zu
Strahlungsnebel. Der überschüssige Wasserdampf kondensiert an
winzigen Aerosolen (Kondensationskeimen) in der Luft zu feinen,
schwebenden Wassertröpfchen. Aus unsichtbarem Gas wird sichtbares
Grau. Während bei 20 Grad Celsius ein Kubikmeter Luft rund 17 Gramm
Wasser aufnehmen kann, sind es bei 10 Grad nur noch gut 9 Gramm und
bei 0 Grad noch etwa 5 Gramm. Da kalte Luft schwerer ist als warme,
fließt sie an Hängen hinab und sammelt sich in Senken und
Flusstälern, sogenannten Kaltluftseen, wo der Nebel dann besonders
dicht ist.



Noch im August war der morgendliche Spuk meist schnell vorbei. Nun
wird die Auflösung des Nebels von Woche zu Woche schwieriger. Das
liegt maßgeblich am sinkenden Sonnenstand. Zur Sommersonnenwende im
Juni stand die Sonne am Mittag in Frankfurt am Main noch in einem
Winkel von knapp 63 Grad über dem Horizont. Aktuell, Ende September,
sind es nur noch rund 39 Grad. Die Sonneneinstrahlung verteilt sich
auf eine größere Fläche und verliert an Kraft.



Zudem nimmt die Sonne aufgrund der kürzeren Tageslänge immer später
den Kampf mit dem Nebel auf. Je tiefer wir in den Herbst rutschen,
desto öfter wird die Sonne diesen Kampf verlieren ? und aus dem
morgendlichen Strahlungsnebel wird ein hartnäckiger, ganztägiger
Hochnebel. Doch so weit sind wir jetzt noch nicht. Am Mittwoch löst
sich der Nebel meist rasch auf, und selbst in den hartnäckigsten
Tallagen wird er bis zum späten Vormittag der Sonne Platz machen.



In der Nacht zum Donnerstag ist Nebel dann kaum noch ein Thema. Mit
auffrischendem Wind und aufziehenden Wolken fehlen zwei der drei
Zutaten für die Bildung.



Ab dem Wochenende rücken dann eher spätsommerliche Facetten in den
Vordergrund, aber dazu sicherlich mehr in einem Thema des Tages im
Laufe der Woche.

M.Sc.-Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.09.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Ruhiger Start in den Herbst


Am 23. September ist astronomischer Herbstanfang. Doch wie verhält es
sich mit der Definition des Herbstanfangs? Und wie zeigt sich das
Wetter in den kommenden Tagen? Das wird im heutigen Thema des Tages
erläutert.


Am Mittwoch, den 23. September um 02:05 Uhr Mitteleuropäischer
Sommerzeit (MESZ), ist auf der Nordhalbkugel astronomischer
Herbstanfang. Dann überquert die Sonne den Erdäquator und bringt
damit der Südhalbkugel allmählich den Frühling. An diesem Tag sind
überall auf der Welt Tag und Nacht in etwa gleich lang, weshalb man
auch von der Tag-und-Nacht-Gleiche (Äquinoktium, von lat. "aequus" =
gleich und "nox" = Nacht) spricht.

Meteorologisch gesehen ist bereits seit dem 01. September Herbst.
Dies hat statistische Gründe. Auswertungen von Jahreszeiten bezüglich
Temperatur, Niederschlagsmenge usw. sind einfacher zu erstellen, wenn
man als Beispiel für den Herbst die Monate September, Oktober und
November als Ganzes heranzieht. Bezöge man sich hierbei auf den
astronomischen Herbstanfang, so müsste man den jährlich variablen
Anfang und das variable Ende beachten, was jede Auswertung unnötig
kompliziert machen würde. Genauer erläutert wird dies in folgendem
Video: https://youtu.be/tipBGbJZGSo.

Phänologisch beginnt der Frühherbst mit der Reife des Schwarzen
Holunders, was in diesem Jahr am 18. August und damit drei Tage
früher als im vieljährigen Mittel der Fall war. Auf den Frühherbst
folgt der Vollherbst, wobei der Beginn mit der Reife der Stiel-Eiche
einhergeht und statistisch gesehen am 17. September ist. Wann der
phänologische Vollherbst 2026 tatsächlich beginnt, muss allerdings
noch abgewartet werden.

Und wie präsentiert sich das Wetter zum astronomischen Herbstanfang?

Hoch ZANDER sorgt für einen wettertechnisch ruhigen Start in die neue
Woche, allerdings erst einmal nur in der Südwesthälfte Deutschlands.
Dort sind am heutigen Montag teils längerer Sonnenschein und
windschwache Verhältnisse zu erwarten. Regen ist zudem keiner in
Sicht. In der Nordosthälfte hingegen treten hin und wieder Schauer
auf. Zudem frischt der Nordwestwind zeitweise stark böig auf, an der
Küste ist es stürmisch. Die Höchsttemperaturen liegen dabei zwischen
16 und 20 Grad, nur im äußersten Südwesten wird die 20-Grad-Marke
knapp überschritten.

In der Nacht zum Dienstag klingen die Schauer allmählich ab, im Stau
des Erzgebirges muss allerdings noch mit etwas Regen gerechnet
werden. Auch der Wind lässt weitestgehend nach, nur an der Ostsee und
im östlichen Bergland weht anfangs noch ein böiger Nordwestwind. Die
Temperaturen sinken in den einstelligen Bereich ab, an den Küsten
bleibt es hingegen milder. Im Süden sind dabei gebietsweise Werte
zwischen 5 und 2 Grad zu erwarten, in Bodennähe sind 0 Grad lokal
also durchaus möglich.

Am Dienstag ziehen im Nordwesten und über der Mitte bis in den
Südosten mal mehr, mal weniger dichte Wolkenfelder über den Himmel.
Aus diesen können vereinzelt ein paar Tropfen fallen, vorrangig an
der Nordsee und im Erzgebirge. In den übrigen Regionen ist es meist
heiter bis sonnig und trocken. Der Wind ist zudem kein Thema mehr.
Die Höchsttemperaturen liegen dabei zwischen 15 und 23 Grad.

In der Nacht zum Mittwoch ist bei Aufklaren im Südosten vereinzelt
eine Lufttemperatur von 0 Grad nicht gänzlich ausgeschlossen, mit
niedrigen einstelligen Tiefstwerten ist dort verbreitet zu rechnen.
Zudem ist gebietsweise Frost in Bodennähe wahrscheinlich. Im Norden
und Nordwesten sind hingegen Wolken zu erwarten, weshalb es sich dort
"nur" auf 9 bis 5 Grad abkühlen kann, im Nordseeumfeld sind
zweistellige Tiefsttemperaturen wahrscheinlich. Ansonsten verläuft
die Nacht wettertechnisch eher unspektakulär.

Der Mittwoch präsentiert sich in weiten Teilen des Landes von seiner
sonnigen Seite, während im Nordwesten bereits dichte Wolkenfelder und
schauerartiger Regen aufziehen. Diese breiten sich in der Nacht zum
Donnerstag und am Donnerstag selbst allmählich südostwärts aus. Im
Südwesten klettern die Temperaturen tagsüber weiterhin auf Werte über
20 Grad, während die 20-Grad-Marke in den restlichen Regionen meist
unerreicht bleibt. In den Nächten ändert sich beim Temperaturniveau
wenig, immerhin wird der Frost in Bodennähe im Süden Deutschlands
zumindest in der Nacht zum Donnerstag weniger wahrscheinlich.

Nachfolgend beruhigt sich das Wetter wieder, die Sonnenanteile nehmen
von Südwesten her zu und zum Wochenende hin wird die 20-Grad-Marke
wieder häufiger überschritten, am Oberrhein sind sommerliche
Höchsttemperaturen über 25 Grad zu erwarten. Dies hat dann mehr mit
Spätsommer als mit Herbstanfang zu tun.

(Die Bilder und der Link zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie
immer im Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)

M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 21.09.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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