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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Aktions- und Ehrentage mit meteorologischem Bezug



Das heutige Thema des Tages handelt vom "Jahrestag des starken
Windes", vom Geburtstag Richard Aßmanns und vom
"Schau-in-den-Himmel-Tag".



Am gestrigen Sonntag, den 12. April, war in den USA der "Jahrestag
des starken Windes". Seit wann dieser Aktionstag begangen wird und
wer diesen ins Leben rief, ist leider nicht bekannt. Bekannt ist
hingegen, dass anlässlich des 50. Jahrestags im Jahr 1984 eine
Zeremonie im Observatorium des Mount Washington abgehalten wurde.

Vor 91 Jahren, also am 12. April 1934, wurde auf dem Mount Washington
(New Hampshire) mit 372 Kilometern pro Stunde die bis dato stärkste
mit einem Anemometer gemessene Windböe verzeichnet. Erst am 10. April
1996, also fast auf den Tag genau 62 Jahre später, konnte dieser Wert
überboten werden. Während des tropischen Zyklons "Olivia" wurden auf
der westaustralischen Insel Barrow Island 408 Kilometer pro Stunde
gemessen. In Deutschland und Europa liegt der Rekord bei 335
Kilometer pro Stunde und wurde am 12. Juni 1985 auf der Zugspitze
verzeichnet.

Die höchste jemals aufgezeichnete Windgeschwindigkeit wurde durch ein
Dopplerradar bei einem Tornado in der Nähe von Oklahoma City am 03.
Mai 1999 registriert. Der Wert beträgt hierbei 496 Kilometer pro
Stunde, wobei der Unsicherheitsbereich durch die indirekte
Messmethode bei plusminus 33 Kilometer pro Stunde liegt.

In der freien Atmosphäre sind die Windgeschwindigkeiten naturgemäß
höher als an der Erdoberfläche, da dort Reibungseffekte keine Rolle
spielen. So wurden 1970 bei Messungen in Jetstreams über Japan 650
Kilometer pro Stunde geschätzt.

Hierzulande frischte der Wind in den vergangenen Tagen zwar zeitweise
etwas auf, mit Sturm oder mehr hatte das aber natürlich nichts zu
tun. Ab und an war eine gelbe Windwarnung (50 bis 64 Kilometer pro
Stunde) vonnöten, so wie auch für den heutigen Montag eine für den
Erzgebirgskamm ausgegeben wurde. In den kommenden Tagen ist Wind dann
aber kein Thema mehr.

Daneben wurde am 13. April 1845, also heute vor 181 Jahren, der
deutsche Meteorologe Richard Adolph Aßmann geboren. Beispielsweise
ist das Meteorologische Observatorium in Lindenberg nach ihm benannt.
Er ist der Entwickler des nach ihm benannten Aspirationspsychrometers
nach Aßmann. Ein Psychrometer (griechisch: psychrós = frostig, kalt)
ist ein meteorologisches Messinstrument und dient der Bestimmung der
Luftfeuchtigkeit
(https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/begriffe/P/Psychrometer.html).
Das Messprinzip eines Psychrometers beruht auf der Abhängigkeit der
Verdunstung von den Feuchteverhältnissen der umgebenden Luft. Ein
Psychrometer besteht aus zwei Thermometern, wovon eines die
Lufttemperatur misst. Das andere ist mit einem feuchten Strumpf
überzogen und kühlt sich aufgrund der Verdunstungskälte ab. Die
gemessene Temperatur ("Feuchttemperatur") liegt somit unter der
Lufttemperatur. Mithilfe der beiden gemessenen Temperaturwerte können
anschließend verschiedene Feuchtegrößen berechnet werden.

Am morgigen Dienstag, den 14. April, ist in den USA wiederum der
"Schau-in-den-Himmel-Tag". Die Ursprünge und Hintergründe dieses
Aktionstags sind allerdings nicht überliefert. Am Tag der
Himmelsbeobachtung steht das Rausgehen im Vordergrund, um zu sehen,
was am Himmel so vor sich geht. Ein Vogel, der die Thermik zum
Fliegen nutzt; ein Flugzeug, das ein nahes oder fernes Urlaubsziel
ansteuert; lustige Wolkenformationen, die über den Himmel ziehen oder
bei Dunkelheit die Sterne, die Lichtjahre von der Erde entfernt sind.
Scheint die Sonne, verweilt man gerne auch etwas länger im Freien;
ist es hingegen bedeckt oder es regnet sogar, beobachtet man den
Himmel dann doch lieber vom Fenster aus. Doch wie präsentiert sich
das Himmelsbild am morgigen "Schau-in-den-Himmel-Tag"?

Am morgigen Dienstag ist es im Westen und Nordwesten Deutschlands bei
Höchsttemperaturen zwischen 15 und 18 Grad heiter, teils sonnig und
trocken. In den übrigen Regionen bestimmen viele Wolken das
Himmelsbild. Vielerorts tritt zudem leichter Regen auf, der im
Tagesverlauf in den Osten und Südosten Deutschlands zieht. Die
Höchsttemperaturen liegen meist bei 9 bis 15 Grad, nur an Oder und
Neiße können ebenfalls 15 bis 18 Grad erreicht werden.

Nachfolgend nehmen die Sonnenanteile in weiten Teilen des Landes
deutlich zu. Bei Höchsttemperaturen zwischen 14 und 21 Grad und
schwachen Windverhältnissen kann der "Schau-in-den-Himmel-Tag" bei
einem Spaziergang also durchaus in die Verlängerung gehen.

M.Sc. Tanja Egerer

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 13.04.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Eine Rückschau und eine Vorschau - wie bewölkt ist es über
Deutschland


Mit dem Blick von aus dem Weltall wagen wir einen Vergleich des
vergangenen Wochenbeginns mit dem anstehenden.


"Start in die neue Woche: Freundlich und im Prinzip störungsfrei" -
Obacht! - so lautete die Überschrift des Thema des Tages vom
vergangenen Montag, dem 06.04.2026. Das Sturmtief Rapunzel
(international Dave) welches über Britannien und Irland gezogen war,
hatte letztes Wochenende mit Sturmböen, einer Kaltfront, sowie
rückseitigen Schauern und Gewittern für unbeständiges Wetter in
Deutschland gesorgt. Zum Wochenbeginn kündigte sich dann der
Wetterumschwung an - von Westen hatte sich Hochdruckeinfluss
durchgesetzt und sorgte von Montag bis in den Donnerstag hinein für
eine sonnige, teils sehr milde, und trockene Witterung. Sehr
eindrücklich zeigt sich die Hochdruckwetterlage im Satellitenfilm für
die ersten drei Tage der vergangenen Woche.

Das ehemalige Sturmtief Rapunzel/Dave zieht im Satellitenfilm als
Wolkenwirbel von Finnland aus südostwärts über Osteuropa hinweg und
bleibt dort mit seinem Frontensystem noch einige Tage wetterwirksam,
während ein mächtiges Tiefdruckgebiet über dem Nordatlantik Richtung
Island zieht (Kerndruck zu Beginn des Satellitenfilms um 960 hPa).
Das atlantische Tief selbst, seine Kaltfront (erkennbar an dem von
Nord nach Süd ausgerichteten Wolkenband), sowie der darüber liegende
Höhentrog (eine im Satellitenfilm nicht direkt ersichtliche, nach
Süden gerichtete Ausbeulung der Höhenströmung) kommen nur schwer
gegen den Hochdruckeinfluss über Zentraleuropa an und weichen
dementsprechend nach Norden und Süden aus. Bereits am Dienstag hatte
sich dadurch im Zusammenhang mit einem Abtropfen in der Höhenströmung
ein Tief westlich von Portugal ausgebildet (ebenfalls deutlich im
Satellitenfilm erkennbar) und insbesondere in Spanien äußerst
ergiebigen Regen gebracht.

Über Deutschland ist der Hochdruckeinfluss des vergangenen
Wochenbeginns im Satellitenfilm sehr eindrücklich. Bis auf
vereinzelte optisch dünne hohe Bewölkung sowie ein Wolkenband aus
tiefer Stratusbewölkung am Dienstag im Nordosten waren die Tage
verbreitet sonnig und die Nächte klar. Dementsprechend blieb es in
ganz Deutschland trocken, tagsüber war es bei Temperaturen über 20°C
teils ungewöhnlich mild, insbesondere im Westen wo zudem wärmere Luft
eingeflossen war. Nachts fiel die Temperatur durch die ungehinderte
Ausstrahlung gebietsweise unter 0 °C.

Nun der schonungslose Vergleich mit dem morgen anstehenden
Wochenbeginn. Dass bis Mittwoch für manche Regionen Deutschlands
einiges an Niederschlag erwartet wird, wurde bereits im gestrigen
Thema des Tages anschaulich präsentiert. Ein Teil der dort
prognostizierten Regenmengen sind zwar bereits am gestrigen Samstag
und heute gefallen, dennoch präsentiert sich der Himmel über
Deutschland im simulierten Prognose-Satellitenfilm des europäischen
IFS Modells im starken Kontrast zum vergangenen Wochenbeginn.

Das Wolken- und Regenband der gestern Nachtmittag von Westen
hereingezogenen Kaltfront liegt heute Nacht (zu Beginn des
Prognose-Satellitenfilms) über dem Süden und Osten Deutschlands und
wandert - beeinflusst durch die umgebenden Wettersysteme und die
Höhenströmung - zunächst vom Osten in den Westen zurück, und
schlussendlich zum Mittwoch hin wieder nach Osten aus Deutschland
hinaus. Einhergehend damit wandert nicht nur der Niederschlag,
sondern es variieren auch die Tageshöchsttemperaturen und die
nächtlichen Minimaltemperaturen - und gestalten somit den
Wochenbeginn äußerst wechselhaft. Zum Mittwoch kündigt sich dann
Wetterberuhigung an, es bleibt trocken und es wird wieder merklich
milder - nicht nur örtlich sondern in weiten Teilen des Landes.

Dipl.-Met. Thorsten Kaluza

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.04.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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