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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Starke Bodentrockenheit



Seit Monaten geringe Niederschläge und hohe Verdunstung durch
sonnenscheinreiche und heiße Perioden ließen die Böden ungewöhnlich
stark austrocknen. Als Folge davon nimmt die Bodenfeuchte in diesem
Jahr bisher einen ähnlichen Verlauf wie in den Dürrejahren 2018 und
2022, wobei der Schwerpunkt der aktuellen Trockenheit in der
Südhälfte Deutschlands liegt.



Schon seit März sind die Niederschlagsmengen in fast ganz Deutschland
unterdurchschnittlich. Besonders wenig Niederschlag fiel von der
Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken, wo verbreitet weniger
als 150 Liter pro Quadratmeter (l/m²) zusammenkamen. Der Vergleich
zum vieljährigen Mittel 1991 bis 2020 zeigt, dass in den letzten
Monaten besonders in der Südhälfte Deutschlands deutlich weniger
Niederschlag als üblich gefallen ist; im Süden war es gebietsweise
noch nicht einmal die Hälfte des vieljährigen Mittels. Lediglich in
einem Streifen vom Münsterland bis zum Erzgebirge, von
Südniedersachsen bis nach Mecklenburg und im Umfeld der Nordsee
fielen die Regenmengen etwa durchschnittlich aus. Auch das aktuelle,
seit 1. November 2025 laufende hydrologische Jahr zeigt weit
unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen: Der Zeitraum von Anfang
November bis Ende Juli fiel in Deutschland seit 1882 nur zwei Mal
noch trockener aus.

Bereits im Frühjahr sank die Bodenfeuchte im Süden deutlich schneller
als üblich, ab Anfang Mai lag die Bodenfeuchte dort markant unter dem
Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Im Juni dämpfte Regen die Trockenheit
im Süden zunächst leicht, während der extremen Hitzewelle in der
zweiten Junihälfte sank die Bodenfeuchte bei sehr hoher Verdunstung
jedoch schnell wieder. Seit Ende Juni wechseln sich gelegentliche
Schauer und Gewitter mit längeren trockenen Phasen ab, zudem erhöhten
weitere heiße Perioden erneut die Verdunstung. Die generell
ungleichmäßig verteilten Niederschläge summierten sich vor allem vom
Westen bis in die westliche Mitte und den Südwesten hinein auf meist
nur sehr geringe Mengen. Damit verschärfte sich die Trockenheit in
der Südwesthälfte Deutschlands weiter. In der Nordosthälfte liegt die
Bodenfeuchte zwar großteils auch unter den jahreszeitlichen
Mittelwerten, aber es besteht keine ausgeprägte Trockenheit.

Die Bodenfeuchte der oberen 60 Zentimeter lag seit Ende Mai über
Deutschland gemittelt oft nur leicht über jener in den Dürrejahren
2018 und 2022 (Abbildung 4). Im Süden waren die Böden 2026 verbreitet
sogar trockener als in diesen beiden Vergleichsjahren.

Bis vor einigen Wochen hielten sich die Auswirkungen der Trockenheit
auf die Landwirtschaft noch in Grenzen. Getreide und Raps reiften bei
den seit Mitte Juni hohen Temperaturen rasch ab und die Ernte kam
schnell voran. Allerdings führte die extreme Hitze Ende Juni bei Obst
zu ungewöhnlich starken Sonnenbrandschäden, also zu Schäden an den
Früchten durch Überhitzung des Gewebes in der direkten Sonne. Neben
Äpfeln, bei denen sonst Sonnenbrand oft erst später im Jahr ein Thema
ist, waren vor allem Kirschen, Aprikosen, Zwetschgen und Erdbeeren in
starkem Ausmaß betroffen.

Seit etwa Anfang Juli nehmen die Auswirkungen der trockenen Böden
jedoch deutlich zu. Vor allem Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, die
jetzt und in den kommenden Wochen einen hohen Wasserbedarf haben,
leiden besonders in der Südhälfte Deutschlands zunehmend stark unter
der Trockenheit, es drohen markante Schäden. Auch das Grünland wird
vielerorts dürr, teils ist bereits ein Grünlandschnitt ausgefallen,
was Futterknappheit bei der Viehhaltung verursachen kann. Bei Obst
und jungen Weinreben können derzeit gebietsweise nur mit Bewässerung
große Schäden abgewendet werden. Die Wälder zehren meist noch von
Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten.
Die Anzahl von Tagen mit hoher Waldbrandgefahr, also an denen ein
Waldbrandgefahrenindex von mindestens der Stufe 4 von 5 (hoch)
erreicht wird, ist in diesem Jahr bisher weit überdurchschnittlich.
Bis einschließlich 2. August traten im Deutschlandmittel bereits rund
22 solcher Tage auf, im Mittel 1991 bis 2020 sind es bis zu diesem
Datum nur etwa 10 Tage. Beim Graslandfeuerindex ist dieses Jahr eine
ähnliche Entwicklung zu verzeichnen. Bei diesem Index gab es bis zum
2. August im Deutschlandmittel 33 Tage mit einer Stufe von mindestens
4, im Mittel 1991 bis 2020 sind es lediglich 18 Tage. In den
vergangenen Wochen traten bereits zahlreiche Wald- und Feldbrände
auf.

Die anhaltend trockene Witterung wirkt sich auch auf Flusspegel und
Grundwasserstände aus. Bei Flüssen spielen auch Einzugsgebiete, die
außerhalb Deutschlands liegen, eine wichtige Rolle. Seit Jahresbeginn
waren die Niederschlagsmengen nicht nur in Deutschland, sondern auch
in den benachbarten Ländern außerordentlich niedrig. Der Schwerpunkt
der trockenen Witterung in der ersten Jahreshälfte erstreckte sich
bei europaweiter Betrachtung vom östlichen Frankreich über den
Alpenraum, das östliche Mitteleuropa und das Baltikum bis nach
Skandinavien. Die Oberläufe von Oder, Neiße, Elbe, Salzach, Inn,
Lech, Rhein und Mosel führten in der Konsequenz weniger Wasser als
üblich nach Deutschland. Zudem bewirkten die unterdurchschnittlichen
Schneemengen im vergangenen Winter einen stark verminderten Beitrag
der Schneeschmelze zur Wasserführung einiger Flüsse im Frühjahr.
Zusammen mit den sehr geringen Niederschlägen der letzten Monate
führt dies aktuell zu einer extremen Niedrigwasserlage in Flüssen und
im Grundwasser. Nähere Informationen dazu finden sich im neuen
Niedrigwasserinformationssystem (NIWIS, https://niwis-online.de/) der
Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), in das auch Beobachtungsdaten
des DWD einfließen.

Eine Entspannung der Lage ist nicht einmal ansatzweise in Sicht. Für
das kommende Wochenende und die zweite Augustwoche wird überwiegend
trockenes und von Süden her zeitweise heißes bis sehr heißes Wetter
erwartet. Insbesondere am Sonntag und Montag sind zwar vereinzelt
Schauer und Gewitter möglich, flächendeckende Niederschläge deuten
sich aber weiterhin nicht an.

Bis Anfang September zeichnet sich in den Witterungsvorhersagen der
Bodenfeuchte unter Gras eine starke Tendenz zu trockeneren
Bedingungen im Vergleich zum Mittel der vergangenen zwanzig Jahre ab.
Folglich ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen auf Natur und
Landwirtschaft in den kommenden Wochen eher noch zunehmen und es
weiterhin Perioden mit hoher Waldbrandgefahr geben wird.
Weiterführende Informationen zur Trockenheit

Attributionsstudie zur Trockenheit in Europa
Die internationale Expertinnen- und Expertengruppe World Weather
Attribution (WWA) hat unter Beteiligung des DWD die Dürre der letzten
3 Monate im westlichen Teil Europas bzw. der letzten 6 bis 12 Monate
im östlichen Teil Europas untersucht. Dabei werden die
Extremereignisse mit Hilfe von Klimamodellen für eine Welt mit und
eine Welt ohne menschengemachten Klimawandel simuliert und die
Ergebnisse verglichen.Ein zentrales Ergebnis der aktuellen Studie
ist, dass die landwirtschaftlichen Dürren in Westeuropa etwa fünfmal,
in Osteuropa sogar elfmal wahrscheinlicher sind als ohne Klimawandel.
Mehr Details dazu unter: https://www.worldweatherattribution.org/increasingly-hot-europe-faces
-more-severe-droughts-and-growing-challenges-for-water-and-land-manag
ement/
Bodenfeuchteviewer
Hier finden sich neben einer interaktiven Bodenfeuchteanwendung
weitere Produkte zur Bodenfeuchte sowie zu Wasserhaushaltsgrößen. Sie
ermöglichen einen Überblick über die aktuelle Situation, etwa bei
Starkregenphasen oder Trockenheit. Zusätzlich werden Klimavorhersagen
für die kommenden Monate angeboten. Zum Bodenfeuchteviewer:
www.dwd.de/bodenfeuchteviewer
Waldbrandgefahren- und Graslandfeuerindex
Der Waldbrandgefahrenindex (WBI) gibt das meteorologische Potential
für die Gefährdung durch Waldbrand in 5 Gefahrenstufen an. Der
Graslandfeuerindex (GLFI) beschreibt die Feuergefährdung von offenem,
nicht abgeschattetem Gelände mit abgestorbener Wildgrasauflage ohne
grünen Unterwuchs, ebenfalls in 5 Gefahrenstufen. Mehr Informationen
dazu: www.dwd.de/waldbrand oder www.dwd.de/landwirtschaft unter
"Gefahrenhinweise"
Klimavorhersagen
Die Klimavorhersagen und die Vorhersagegüte werden für
unterschiedliche Zeit- (Wochen, Jahreszeiten, Jahre) und Raumskalen
(deutsche Regionen, Deutschland, Europa, Welt) konsistent
dargestellt. Die Klimavorhersagen stehen in einer interaktiven Basis-
und in einer Profiversion zur Verfügung. Diese werden ergänzt durch
spezifische Klimavorhersagen. Zu den Klimavorhersagen:
www.dwd.de/klimavorhersagen
Nutzbare Feldkapazität
Die nutzbare Feldkapazität (nFK) gibt das pflanzenverfügbare
Bodenwasser in Prozent an. Bei über 100 % nFK kann der Boden kein
weiteres Wasser dauerhaft gegen die Schwerkraft halten, vorübergehend
kann die nutzbare Feldkapazität bei Niederschlag jedoch über 100 %
steigen. Das überschüssige Wasser versickert in den Untergrund. Bei 0
% nFK können die Pflanzen dem Boden kein weiteres Wasser mehr
entziehen (Welkepunkt), es befindet sich aber noch Restfeuchte im
Boden. Ab etwa 30 % nFK kommt es bei den Pflanzen zu deutlichem
Trockenstress.


Dipl.-Met.Andreas Brömser

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.08.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Schweißtreibender QUIRIAKUS



Die Abkühlung durch Tief JUSTINE ist nur von kurzer Dauer. In den
kommenden Tagen wird Hoch QUIRIAKUS wetterbestimmend. Zusammen mit
einem Tief über der Iberischen Halbinsel sorgt er erneut für einen
heißen Witterungsabschnitt. Das dies genau bedeutet, beleuchtet heute
das Thema des Tages.



Es hätte so schön sein können. Nachdem Tief JUSTINE kühlere Luft zu
uns geschaufelt hat, wäre die Freude über eine längere Phase mit
Höchstwerten unter 30 °C sicherlich groß gewesen. Höchstwerte von
knapp unter 30 °C im August werden eigentlich als "sehr warm"
bezeichnet. In diesem Ausnahmesommer ist man aber geneigt, dafür den
Ausdruck "kühl" zu verwenden. Neben den "kühleren" Temperaturen stand
auf der einen oder anderen sommerlichen Wunschliste sicherlich auch
ein schöner Landregen. Der hätte nicht nur die Vegetation mit
dringend benötigtem Wasser versorgen, sondern ebenso - wenn auch mit
einer gewissen Verzögerung - die Flusspegel ansteigen lassen können.
Beim Blick auf die kommenden Tage zeichnet sich in den
Vorhersagemodellen allerdings ein deutlich anderer Ablauf an. Von
Westen schiebt sich das Hoch QUIRIAKUS zu uns nach Mitteleuropa
(Abbildung 1), schon am Wochenende wandert es dann weiter nach Polen.
Da sich dann zudem über der Iberischen Halbinsel ein Tiefdruckgebiet
etabliert, kann zwischen den beiden Druckgebilden von Süden bzw.
Südwesten wieder wärmere Luft advehiert werden.
Damit steigen die Temperaturen wieder an. Dies zeigt die Abbildung 2.
Die hier dargestellten Ergebnisse basieren auf MOSMIX, einem auf dem
DWD-Modell ICON und dem Modell IFS des Europäischen Zentrums für
Mittelfristige Wettervorhersage basierenden Kombiprodukt, bei den die
Ergebnisse nochmal statistisch überarbeitet werden. Während am
Samstag bei den Höchsttemperaturen in Deutschland bei 32 °C meist
Schluss ist (im Raum Mannheim/Ludwigshafen werden Temperaturen
jenseits der 32 °C-Marke ganz vorsichtig angedeutet), stößt die 32
°C-Isotherme am Sonntag schon wieder bis in den Raum Berlin und nach
Hannover vor. Dann kann es im Rhein-Main-Gebiet, am Neckar und an
einigen Rheinabschnitten auch schon wieder an die 35 °C warm werden.
Und während die Nordosthälfte am Samstag wohl noch fast überall
Spitzenwerte unter 28 °C aufweisen wird, gilt dies am Sonntag nur
noch für das Küstenumfeld. Damit dürfte QUIRIAKUS für einige
Schweißtropfen sorgen.
Neben den hohen Temperaturen droht auch wieder ein trockenes
Wochenende. Es gibt nur geringe Chancen auf ein paar Tropfen, am
größten sind diese in und an den Alpen, an den Küsten und im
Südwesten. Als Hochdruckgebiet sorgt QUIRIAKUS für Absinken und
Wolkenauflösung, und auch wenn ihm aus der Höhe die dynamische
Unterstützung durch einen Höhenrücken fehlt, so zeigt sich doch sehr
oft die Sonne.
Das bildet sich auch in weiteren DWD-Produkten ab, beispielsweise im
UV-Index oder im Waldbrandgefahrenindex (WBI), beide in Abbildung 3
zu sehen. Der UV-Index, in der Abbildung 3 auf der linken Seite
dargestellt, ist im Süden höher als im Norden, weil sich am Samstag
auf der Nordflanke des Hochs in den Norden ein paar Wolkenfelder
schieben. Am Sonntag dürfte der UV-Index dann etwas gleichmäßiger
verteilt sein, wenngleich man abwarten muss, wie stark sich die hohen
Wolkenfelder, die von den Modellen simuliert werden, letztendlich
bemerkbar machen. Auf der rechten Seite der Abbildung 3 findet sich
dann der WBI für Samstag. Mit niedrigen Werten heben sich der
Südosten sowie größere Teile des Nordostens hervor, also die
Regionen, die in den vergangenen sieben Tagen recht viel Niederschlag
abbekommen haben. Perspektivisch sollten diese Werte aber wieder
ansteigen, da - wie gesagt - kaum Regen zu erwarten ist. Folglich
könnte im Süden und in der Mitte, wo der WBI schon aktuell mit Stufe
vier auf der zweithöchsten Stufe rangiert, auch wieder die Stufe 5
erreicht werden.
Das dies nicht völlig aus der Luft gegriffen ist, sieht man in
Abbildung 4. Sie zeigt für Wiesbaden die erwartete
Temperaturentwicklung in rot (oben) sowie die erwarteten
Niederschläge (unten), jeweils mit den dazugehörigen
Unsicherheitsintervallen. Schwache Niederschlagssignale zeigen sich
nur aus dem Sonntag heraus und zu Beginn der Woche. Dazu pendeln die
Höchstwerte wieder um 30 °C, teils kratzen sie sogar an der 35
°C-Marke. Im Vorteil ist diesbezüglich der Norden, dort wird es nicht
ganz so heiß.


Dipl.-Met. Martin Jonas

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 06.08.2026

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