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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wetter aktuell
Gewitter im Anmarsch: So verhalten Sie sich richtig
Die bevorstehende Hitze bringt nicht nur hohe Temperaturen, sondern
auch zunehmende Gewittergefahr mit sich. Gerade im Sommer können sich
rasch kräftige Gewitter bilden. Wer einige Verhaltensregeln kennt,
kann Risiken deutlich reduzieren.
Derzeit rollt eine Hitzewelle auf Deutschland zu. Tageshöchstwerte
von bis zu 38 Grad Celsius im Südwesten bringen uns in den kommenden
Tagen ganz schön ins Schwitzen. Mit einer südwestlichen Strömung wird
aber nicht nur heiße, sondern auch feuchte und energiereiche
Subtropikluft nach Mitteleuropa geführt. In der Folge können sich in
den kommenden Tagen teils kräftige Gewitter entladen.
Bereits ab der kommenden Nacht zum Freitag (19. Juni 2026) treten
erste Gewitter im Nordwesten und Norden auf. Dabei ist die
Unwettergefahr aber zunächst noch gering. Ab Freitagnachmittag bilden
sich dann insbesondere über den westlichen und südwestlichen
Mittelgebirgen sowie an den Alpen teils schwere Gewitter, die
bezüglich Starkregen und Hagel auch unwetterartig ausfallen können.
Innerhalb kurzer Zeit können kleinräumig Niederschlagsmengen erreicht
werden, die einer halben Monatssumme oder mehr entsprechen. Darüber
hinaus können lokal eng begrenzt auftretende (schwere) Sturmböen Äste
abbrechen lassen oder vereinzelt Bäume umstürzen.
Am Wochenende breitet sich die Gewittergefahr dann landesweit aus.
Lediglich im Südwesten könnten die Bedingungen für kräftige
konvektive Entwicklungen aufgrund geringerer Feuchte und fehlender
Auslöse weniger günstig sein. Am Sonntag lässt die Schauer- und
Gewittergefahr in der im Norden einfließenden kühleren Nordseeluft
dann nach. In der Mitte und im Süden muss aber weiterhin mit teils
kräftigen Hitzegewittern gerechnet werden.
Wie so häufig bei sommerlichen Gewitterlagen gilt, dass nicht jeder
Ort in Deutschland getroffen wird. Bilden sich die kräftigen Gewitter
oder ziehen diese auf, erkennt man diese anhand der mächtigen, sich
auftürmenden Wolkenformationen. Durch komplexe Prozesse innerhalb der
Gewitterwolke werden elektrische Ladungen getrennt. Dadurch können
Spannungen von mehreren Millionen Volt entstehen. Der Abbau dieser
Spannung erfolgt dann in Form von Blitzen, vor denen man wohl besser
in Deckung geht. Dort, wo die kräftigsten Entwicklungen auftreten,
muss zudem mit Überschwemmungen, Hagelschlag und lokalen Sturmschäden
gerechnet werden. Aber wie verhalte ich mich denn am besten, wenn ich
im Freien von einem aufziehenden Gewitter überrascht werde?
Natürlich wäre die beste Lösung, Schutz in Gebäuden mit
Blitzableitern oder Fahrzeugen mit metallener Karosserie zu suchen.
Diese wirken nach dem Prinzip des Faradayschen Käfigs: Der
elektrische Strom fließt über die Außenhülle und nicht durch den
Innenraum, sodass die Gefahr von Verletzungen minimiert werden kann.
Hat man im Moment des Gewitteraufzugs allerdings kein Gebäude oder
Fahrzeug "zur Hand", ist man dann dem Gewitter hoffnungslos
ausgeliefert?
Der Volksmund rät im Allgemeinen dazu, "vor Eichen zu weichen und
Weiden zu meiden". Stattdessen sollte man "Buchen [auf]suchen". Davon
ist allerdings abzuraten. Blitze suchen sich häufig hohe Objekte als
Ziel aus, vor allem, wenn diese frei stehen. Dabei macht es keinen
Unterschied, ob es sich dabei nun um eine Eiche oder eine Buche
handelt. Ob ein Baum getroffen wird, hängt vor allem von seiner Höhe,
seinem Standort und seiner Umgebung ab.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt,
sich von offenem Gelände, Berggipfeln sowie frei stehenden Objekten
wie Bäumen, Antennen und ähnlich hohen Objekten fernzuhalten. Zu
Überlandleitungen sollte ein Mindestabstand von 50 Metern unbedingt
eingehalten werden. Schutz findet man möglichst in Bodensenken,
sozusagen am niedrigsten Punkt der Umgebung. Dabei empfiehlt es sich,
mit eng zusammengestellten Füßen in die Hocke zu gehen, damit die
sogenannte Schrittspannung möglichst gering bleibt. Außerdem sollte
man den Kopf und Nacken schützen, da Gewitter unter Umständen
Hagelschlag verursachen. In leeren Flussläufen oder engen Schluchten
sollte man jedoch bedenken, dass hier womöglich die Gefahr von
Überschwemmungen aufgrund von Starkregen besteht. Außerdem empfiehlt
es sich, nach Möglichkeit metallische Gegenstände vom eigenen Körper
zu entfernen (z. B. Regenschirme, Golfschläger, Wanderstöcke, etc.).
Diese erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit eines Blitztreffers,
können aber bei einem Einschlag Verletzungen verursachen und sollten
daher abgelegt werden.
Und falls ich mich nun zufällig in einem Wald befinde, wenn mich das
Gewitter überrascht? Am besten suche ich dann Bereiche auf, an denen
jüngere und kleinere Bäume stehen. Aber auch hier gilt, einen
möglichst großen Abstand zu den höheren Bäumen einzuhalten. Denn dort
kann nicht nur der Blitz einschlagen, kräftige Böen können Bäume auch
durchaus zu Fall bringen.
Grundsätzlich sollte man bei einem Aufenthalt in der Natur immer
aufmerksam sein und bei den ersten Anzeichen eines Gewitters, das
heißt bei aufziehenden dunklen Wolken mit Blitz und Donner in der
Ferne, möglichst einen sicheren Zufluchtsort suchen. Denn auch wenn
sich das Gewitter nicht direkt über dem eigenen Standort befindet,
ist Vorsicht geboten. Zum einen können Gewitterwolken eine große
horizontale Ausdehnung erreichen, theoretisch ist darunter überall
Blitzschlag möglich. Zum anderen können sich Blitze über mehrere
Kilometer seitlich aus einer Gewitterwolke heraus ausbreiten und
anschließend den Erdboden erreichen. Daher kann es in seltenen Fällen
passieren, dass am Himmel die Sonne scheint und trotzdem ein Blitz
aus dem Randbereich einer Gewitterwolke einschlägt - aus "heiterem
Himmel" sozusagen. Bevor man sich nach einem Gewitter wieder ins
Freie wagt, sollte man entsprechend möglichst so lange warten, bis
sich die Wolke verzogen hat und man keinen Donner mehr hört.
Für den Ausflug ins Freie empfiehlt es sich natürlich, bereits im
Vorfeld Informationen über mögliche Wettergefahren unter www.dwd.de
einzuholen. Unterwegs lassen sich Wetterwarnungen auch bequem mit dem
Smartphone über die DWD-WarnWetter-App empfangen.
M.Sc.-Met. Sebastian Schappert
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Wann gibt es Hitzewarnungen und warum?
Die erste deutschlandweite Hitzewelle des Jahres steht vor der Tür
und in Verbindung damit gibt es Warnungen vor starker, eventuell auch
extremer Wärmebelastung. Wann werden diese Warnungen ausgegeben und
wie kann man sich gegen Hitze schützen bzw. welche Maßnahmen können
ergriffen werden, um gut durch die heißen Tage zu kommen?
Wenn der Deutsche Wetterdienst Hitzewarnungen herausgibt, sind damit
häufig sehr hohe Lufttemperaturen verbunden, allerdings können auch
weitere Bedingungen zu gesundheitlichen Belastungen und Gefährdungen
führen. Vor starker Wärmebelastung wird dann gewarnt, wenn Gefühlte
Temperaturen von mindestens 32 °C erreicht werden. Ab einer Gefühlten
Temperatur von 38 °C spricht man von extremer Wärmebelastung.
Zusätzlich sind die nächtlichen Innenraumtemperaturen von Bedeutung,
da diese zu einem erholsamen Schlaf beitragen. Bleibt die Nacht zu
warm, vermindert sich die Schlafqualität. Durch diese zusätzliche
Belastung wird die Hitze tagsüber schlechter verkraftet.
Das Temperaturempfinden des Menschen entspricht der herrschenden
Lufttemperatur nur dann, wenn man sich mit Kleidung bewegt, die für
die herrschende Temperatur angepasst ist, bei mittlerer
Luftfeuchtigkeit und nahezu Windstille im Schatten. In der Sonne und
bei hohem Wasserdampfgehalt der Luft empfindet man die Temperatur als
höher, bei Wind und geringer Luftfeuchtigkeit als niedriger. Außerdem
führen körperliche Aktivitäten dazu, dass der menschliche Organismus
Wärme produziert, die an die Umgebung abgeleitet werden muss, um die
Körpertemperatur in etwa konstant zu halten. Diese Wärmeabgabe wird
zum großen Teil durch Schwitzen bewerkstelligt.
Der anstehende Witterungsabschnitt ist sowohl durch einen hohen
Feuchtegehalt der Luft als auch durch sehr hohe Temperaturen
gekennzeichnet. Dies führt dazu, dass das Schwitzen und somit die
Kühlung des Körpers deutlich erschwert wird. Infolgedessen werden die
kommenden Tage für den Körper sehr belastend sein. Oftmals reichen
bereits schwülwarme Bedingungen bei mäßiger Wärmebelastung laut
Studien aus, dass die Mortalität bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
erhöht ist.
Die Herausgabe von Hitzewarnungen richtet sich insbesondere an
vulnerable Personen und Risikogruppen sowie Pflegeeinrichtungen und
Betreuungspersonal, um rechtzeitig über hitzebedingte,
gesundheitsgefährdende Wettersituationen informiert zu sein und
entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen bzw. einleiten zu können.
Ältere Menschen leiden bereits ab einer Gefühlten Temperatur von 36
°C unter extremer Wärmebelastung und werden mit zusätzlichen
Hinweisen in den Hitzewarnungen berücksichtigt. Für den morgigen
Donnerstag wurden für den Südwesten bereits Hitzewarnungen
ausgegeben.
Aber nicht nur vulnerable Personen und Risikogruppen, deren
Anpassungsfähigkeit eingeschränkt ist, sondern auch sonst Gesunde
können bei extremen Bedingungen in ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem
Wohlbefinden beeinträchtigt sein. Die besonderen Verhältnisse in den
Städten durch die urbane Wärmeinsel werden ebenfalls bei der
Herausgabe von Hitzewarnungen berücksichtigt.
Nun wollen wir noch einen Blick auf die Maxima der kommenden Tage
richten. Während heute nur am Oberrhein die 30-Gradmarke geknackt
wird, steigt die Quecksilbersäule in den kommenden Tagen landesweit
rasant in die Höhe.
Am Donnerstag wird südlich einer Linie Münsterland-Berlin ein heißer
Tag (Maxima von mindestens 30 °C) erwartet. Dazu wird es zunehmend
schwüler und am Abend sind im Nordwesten und Westen örtlich
unwetterartige Gewitter möglich.
Am Freitag steigert sich die Hitze noch weiter. Nach einer regionalen
Tropennacht, die vor allem in den Ballungsräumen West- und
Südwestdeutschlands auftreten wird, stehen mit Ausnahme des äußersten
Nordens und des Küstenumfeldes verbreitet schwülheiße
Höchsttemperaturen zwischen 30 und 35, im Südwesten bis zu 38 °C auf
der Agenda. In der Nordwesthälfte drohen örtlich Unwetter, aber auch
im Osten und Süden sind lokal kräftige Hitzegewitter möglich.
Am Samstag findet die Hitze ihre Fortsetzung. Es wird ähnlich heiß
wie am Vortag und landesweit sind einzelne heftige Gewitter möglich.
Ausgangs des Wochenendes und zum Start in die neue Woche deutet sich
im Norden eine leichte Abkühlung auf zwar noch sommerliche, aber
nicht mehr hochsommerliche Temperaturen an. Im Süden des Landes
bleibt es bis mindestens zum Start der neuen Woche heiß, danach ist
die Entwicklung noch unsicher.
(Die Bilder und Links zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie
immer im Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)
Dipl.-Met. Marcel Schmid
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.06.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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