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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben
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Wissenschaft Kompakt
Tag des Koffeins
Heute ist der Geburtstag von Friedlieb Ferdinand Runge. Er gilt als
der Entdecker des Koffeins - ein Stoff, der durch so manchen trüben
Tag hilft.
Friedlieb Ferdinand Runge lebte von 1794 bis 1867. Er war ein
deutscher Chemiker, den schon früh die Leidenschaft für die Chemie
und damit verbundene Experimente packte. Er wurde bekannt durch seine
Untersuchungen von Steinkohlenteer und Koffein. Außerdem erfand er
die Kerzen aus Palmwachs (Stearin) und entwickelte die Palmölseife.
Und er war ein Pionier auf dem Gebiet der Papierchromatographie.
Doch nun zum Koffein: Während seines Chemiestudiums in Jena soll
Runge auf Johann Wolfgang von Goethe getroffen sein, der ihm einige
Kaffeebohnen schenkte, um damit zu experimentieren. Und das tat Runge
dann auch. Im Jahre 1819 gelang es ihm erstmals Koffein aus den
Bohnen zu extrahieren. Zwei Jahre später gelang es auch französischen
Apothekern den Reinstoff Koffein aus Bohnen zu gewinnen. Etliche
Jahre später bestimmten Christoph Heinrich Pfaff und Justus von
Liebig die Summenformel für den Stoff, der gemeinhin als
Aufputschmittel gilt.
Koffein steigert nicht nur die Aktivität von Nerven, ihm wird neben
vielem anderen auch eine Bronchialerweiterung, Pulssteigerung und die
Anregung der Darmbewegung zugeschrieben. Es kommt nicht nur in Kaffee
vor, sondern auch in Tee, Cola, Mate, Guarana, Energydrinks und sogar
in Kakao. In chemischer Form ist es ein weißes und geruchsloses
Pulver mit bitterem Geschmack. In der Natur kommt es in über 60
verschiedenen Pflanzen vor. Die umgangssprachliche Unterscheidung von
Koffein (aus Kaffee) und Tein (aus Tee) beruht auf der
unterschiedlichen Wirkung im Körper. Die gerösteten Kaffeebohnen
setzen in Verbindung mit Magensäure sofort Koffein frei, es wirkt
also bereits im Magen. Beim Teegenuss wird das Koffein erst im Darm
freigesetzt, die Wirkung tritt später ein, hält dafür länger an.
Die wichtigste Eigenschaft des Koffeins bleibt die Stimulanz. Sie
tritt bereits bei geringer Dosierung auf und beeinflusst vor allem
psychische Grundfunktionen wie Antrieb und Stimmung. Daher ist den
meisten Menschen der Kaffee oder Tee auch so lieb, denn er hebt die
Laune und lässt Müdigkeit verschwinden. Gleiches tut übrigens auch
die Sonne. Allerdings setzt sie im Körper kein Koffein frei, sondern
sorgt für die Bildung von Glückshormonen bei gleichzeitiger
Unterdrückung der Melatoninbildung (Schlafhormon).
Nun ist die Sonne aktuell eher Mangelware. An etwa 145 Messstationen
gab es in diesem Februar bis heute weniger als 2 Stunden Sonne. An
mehr als 250 Stationen gab es bis heute im Februar nur an knapp der
Hälfte der Tage (3 von 7) überhaupt Sonnenschein. Grund genug also,
sich nach alternativen Stimulanzen umzusehen und da kommt das von
Friedlieb Ferdinand Runge entdeckte Koffein gerade recht, denn es ist
unabhängig der Tageszeit verfügbar.
Dipl.-Met. Jacqueline Kernn
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 08.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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Wetter aktuell
Winter, quo vadis?
Die Tage werden bereits merklich länger, im Südwesten gibt es fast
frühlingshafte Temperaturen und ab Mitte der neuen Woche führt ein
atlantischer Tiefausläufer milde Meeresluft heran, sodass auch der
bisher kalte Nordosten auftaut. Die Frage ist: War es das mit dem
Winter oder wird es noch einmal richtig kalt?.
Aktuell herrschen am Oberrhein bei viel Sonnenschein frühlingshafte
Temperaturen von bis zu 13 °C. Währenddessen sickert im Nordosten bei
Temperaturen um 0 °C schon wieder bodennah kältere Luft ein, wodurch
leichter Schneefall eingesetzt hat.
So geht es auch in den nächsten Tagen weiter. An der großräumigen
Wetterlage ändert sich nämlich wenig: Über Nordosteuropa liegt
weiterhin ein mit bodennaher Kaltluft angefülltes Hochdruckgebiet.
Demgegenüber steht ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, dessen
Weiterkommen vom osteuropäischen Hochdruckgebiet blockiert wird.
Dadurch wird weiterhin milde Luft in den Südwesten gelenkt, während
an der Westflanke des Hochdruckgebietes erneut kältere Luft in den
Nordosten einsickert. Im Nordosten geht es mit recht tristem
Winterwetter, Hochnebel und etwas Schneegriesel weiter. Aber auch im
Südwesten hat die Sonne es zunehmend schwer, sich gegen den Hochnebel
durchzusetzen.
Ab Mitte kommender Woche ändert sich die Wetterlage. Das Hoch über
Nordosteuropa schwächt sich dann ab, sodass das Atlantiktief mit
milder Meeresluft zu uns vorrücken kann. Die genaue Zugbahn des
Tiefdruckgebietes ist noch unsicher, doch die meisten Modelle
berechnen inzwischen eine nördliche Zugbahn. Dadurch kann sich auch
im Norden milde Meeresluft durchsetzen, sodass auch der Nordosten
langsam auftauen wird. Dabei kann es dort anfangs durchaus wieder zu
Glatteis kommen, während es im Südwesten Deutschlands viel regnet.
Die Frage ist: Wie geht es danach weiter? Gibt sich der Winter schon
geschlagen? Die Kaltluft wird voraussichtlich nicht weit in den
Norden verdrängt. Zudem liegt in einem großen Teil von Nordost- und
Nordeuropa Schnee. Dadurch hat sich dort ein großes Kältereservoir
gebildet, das bei entsprechenden Lagen angezapft werden kann. Genau
das wird wahrscheinlich am nächsten Wochenende passieren. Die meisten
Modelle deuten darauf hin, dass das besagte Tief nach Nordosten
abzieht, die Strömung auf seiner Rückseite auf Nord dreht und die
Kaltluft dadurch wieder zu uns zurückkehren kann. Ob dieser
Wintereinbruch von Dauer ist, lässt sich kaum sagen. Die
Modellunterschiede sind zu groß, sodass das Folgende Spekulation
bleibt: Besonders stabil sieht die Wetterlage jedoch nicht aus, denn
wahrscheinlich steigt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik, die
danach rasch wieder Milderung bringen könnte.
Auch wenn in den vergangenen Jahren der Spätwinter meist ziemlich
mild ausgefallen ist, ist es statistisch gesehen eher
unwahrscheinlich, dass es an Mitte Februar zu keinen markanten
Kaltluftvorstößen nach Mitteleuropa mehr kommt.
Dipl.-Met. Christian Herold
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 07.02.2026
Copyright (c) Deutscher Wetterdienst
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