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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wetter aktuell

Spanien - Olé



Spanien ist Fußball-Weltmeister. Das heutige Thema des Tages schaut
auf das Wetter in Spanien in den kommenden Tagen (sicher mit einigen
ausgelassenen Feierlichkeiten) - und stellt dem Spanien-Wetter das
Wetter in anderen Teilen des Mittelmeeres gegenüber.


Spanien ist Fußballweltmeister! Gratulation dazu auch von dieser
Stelle. Es ist anzunehmen, dass in den kommenden Tagen zwischen den
Pyrenäen und Galicien im Norden sowie Andalusien im Süden noch die
eine oder andere Party gefeiert wird, z. B. beim Empfang am
Flughafen, wenn die so erfolgreichen spanischen Kicker aus den USA
zurückkommen.

Wenn gefeiert wird, dann schwingt immer die Hoffnung mit, das Wetter
möge doch bitte mitspielen. Meist ist damit gemeint, dass es trocken
bleiben soll. Und für Spanien und die SpanierInnen sieht es
diesbezüglich ziemlich gut aus.

Die Abbildung 1 zeigt auf der linken Seite das Geopotential (Linien)
und damit salopp gesagt die Druckverteilung in 500 hPa (entspricht
etwa 5,5 km Höhe). Darüber hinaus wird die tiefe Bewölkung
dargestellt, beides nach dem DWD-Modell ICON für den morgigen
Dienstag um 12 UTC (14 MESZ). Es zeigen sich nur recht kleine Gebiete
mit nennenswerter tiefer Bewölkung, beispielsweise von der Region
Valencia bis zu den Balearen oder auch an den nordwestlichen
Küstenabschnitten. Ansonsten fehlen über Spanien die tiefen Wolken
und die durchaus vorhandenen mittelhohen und hohen Wolken trüben den
Wettercharakter kaum. Einen Faktor für das sonnige Wetter findet man
im Geopotential. Zwar dreht sich westlich der Iberischen Halbinsel
ein Höhentief, aber über dem Norden Algeriens ist ein Höhenhoch
auszumachen, und von dort erstreckt sich ein Höhenrücken, sozusagen
eine Geopotentialbeule, über Spanien hinweg bis zur Biskaya. Im
Bereich dieses Höhenrückens kommt es zu Absinken und Wolkenauflösung,
was den tiefen Wolken den Garaus macht.

Damit bleibt es am Dienstag auch weitgehend trocken, sieht man einmal
von leichten Hinweisen des Modells auf Niederschläge an den Pyrenäen
und unweit des Mittelmeeres ab (Abbildung 1, rechts). Dabei gilt,
dass lokal in Schauern und Gewittern durchaus mehr fallen kann als
die hier in der Spitze vorhergesagten 5 mm (l/qm) in den Pyrenäen.
Abgesehen von diesen nicht gänzlich ausgeschlossenen punktuellen
Niederschlagsspitzen müssen die feierfreudigen SpanierInnen vor allem
auf die Temperaturen aufpassen. Im Süden sollen die Höchstwerte auf
bis zu 43°C ansteigen, verbreitet werden es 35 bis 40°C. Lediglich
der Norden präsentiert sich kühler.

Wer sich die Niederschlagsakkumulation über die Woche hinweg bis in
die Nacht zum Samstag anschaut (Abbildung 2) der erkennt, dass
Spanien auch im weiteren Wochenverlauf nicht übermäßig auf
Regenschutz achten muss. Lediglich im Nordwesten macht sich das o. e.
Höhentief mit etwas Regen bemerkbar. Anders dagegen die Situation von
Italien bis weit in die Türkei hinein. In Italien, wo inzwischen die
Tränen über die erfolglose Qualifikation zur Fußball-WM getrocknet
sein dürften (dabei gilt: Wer sich gar nicht erst qualifiziert, der
erspart sich natürlich die mögliche Blamage eines frühen
Ausscheidens), zeigen sich die kommenden Tage wechselhaft und immer
mal wieder regnerisch. Nochmal deutlich mehr Niederschlag als in
Italien soll sich vom Balkan und der Ägäis bis zur Ukraine
akkumulieren. Die dort erwarteten lokalen Spitzen von 100 mm liegen
etwa dreimal so hoch wie die Regenmaxima in Italien.

Das sind natürlich Informationen, die auch für Urlauber vor Ort nicht
uninteressant sind. Je nach Tagesplanung lohnt sich also ein Blick in
die Wetter-App - und eventuell lohnt es sich auch, die Tagesplanung
anzupassen. Denn wie kräftig die Gewitterentwicklungen mitunter sein
können, das konnte man schon heute Vormittag über Norditalien und der
nördlichen Adria beobachten. Die beigefügte Animation fasst 8,5
Stunden der Gewitterentwicklung zusammen. Die kräftigen Zellen
bildeten sich in den italienischen Alpen und in der Poebene und
verlagerten sich nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina. In der
Animation ploppt auch kurz eine Zahl auf. Es ist die der beobachteten
Regenmengen in Brescia - 21 mm wurden dort gemessen.



Dipl.-Met. Martin Jonas

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 20.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

Deutliches Nordost-Südwestgefälle bei der Temperatur



Der Juli ist nach aktuellem Stand deutlich wärmer als das
Klimamittel. Doch wie verteilte sich die Hitze der vergangenen Wochen
regional und was erwartet uns in den kommenden Tagen? Antworten
darauf liefert das heutige Thema des Tages.


Die Wetterlage hat sich an diesem Wochenende grundlegend umgestellt.
Nachdem in den ersten Juliwochen insbesondere in der Südwesthälfte
öfters Hochdruckeinfluss herrschte und die kräftige Julisonne die
Höchstwerte über die 30-Grad-Marke trieb, bleibt ganz Deutschland nun
von einer weiteren Hitzewelle verschont. Verantwortlich dafür ist zum
einen das Hoch MORITZ mit Schwerpunkt über dem Nordostatlantik und
zum anderen Tief CERRY mit mehreren Tiefdruckkernen über dem
östlichen Skandinavien. Gemeinsam sorgen diese beiden Druckgebilde
dafür, dass verhältnismäßig kühle Luft aus nordwestlicher Richtung
nach Deutschland einfließen kann.



An dieser Grundkonstellation mit hohem Luftdruck westlich von
Deutschland und tiefem Luftdruck nördlich und östlich des Landes wird
sich auch mindestens bis zum nächsten Wochenende nichts ändern. Bei
den Temperaturen ergibt sich dabei ein deutliches
Nordost-Südwestgefälle. Während in der Südwesthälfte zumindest
regional Sommertage mit Höchstwerten über 25 Grad auf der Agenda
stehen, bewegen sich die Höchstwerte in der Nordosthälfte meist
zwischen 19 und 23 Grad. An den Küsten bleibt es bei auflandigem Wind
noch frischer, sodass dort mitunter ein eher frühherbstlicher
Wettercharakter herrscht. Ein teils strammer Nordwestwind tut sein
Übriges dafür.



Bisher war der Juli deutlich wärmer als das vieljährige Mittel.
Derzeit (Stand: 19.07.2026 09 MESZ) liegt die Mitteltemperatur bei
20,1 °C (ausgenommen Bergstationen oberhalb von 920 m NHN). Der Wert
der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 (16,9 °C)
wird damit derzeit um 3,2 Grad überschritten. Auch im Vergleich mit
der aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 (18,3 °C) fällt der
Temperaturüberschuss mit 1,8 Grad noch deutlich aus. Von einem
rekordwarmen Juli ist man mit diesem Wert aber weit entfernt, denn im
Jahr 2006 wurde in Verbindung mit dem Sommermärchen, von dem wir
Deutschen fußballerisch derzeit meilenweit entfernt sind, ein
Temperaturmittel von 22,0 °C registriert. Mit dem derzeitigen Wert
würde zum Monatsende ein sechster Platz zu Buche stehen, aber die
Prognosen deuten an, dass sich der Wert der Monatsmitteltemperatur
noch um etwa ein Grad verringert.

Am meisten Heiße Tage mit einem Höchstwert von über 30 °C gab es
entlang des Oberrheins (12 bis 15 Tage), während im Norden die
30-Grad-Marke nur ganz vereinzelt geknackt wurde. Spitzenreiter ist
Rheinfelden (Baden-Württemberg) mit 15 Heißen Tagen. Auch das
bisherige Deutschlandmaximum wurde mit 36,6 °C am 11.7. in
Rheinfelden gemessen. Gegenüber dem Juni waren Tropennächte
(Tiefstwert nicht unter 20 °C) im bisherigen Juli eher Mangelware.
Nur von der Pfalz bis zum Rhein-Main-Gebiet wurden ein bis drei, an
der Station Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz) sechs Tropennächte
registriert. In der nachfolgenden Tabelle (Stand: 19.07.2026 09 MESZ)
sind einige Stationen mit der Anzahl an Heißen Tagen, Sommertagen
(Maxima mindestens 25 °C) und Tropennächten aufgelistet.


Station Heiße Tage Sommertage Tropennächte
Rheinstetten (BW) 12 18 1
Stuttgart-Schnarrenberg (BW) 7 18 3
Frankfurt-Flughafen (HE) 10 18 5
Düsseldorf (NRW) 5 14 0
München-Stadt (BY) 3 16 0
Dresden-Klotzsche (SN) 0 11 1
Hannover (NI) 0 9 0
Hamburg-Fuhlsbüttel (HH) 0 8 0
Berlin-Tempelhof (BE) 3 12 0
Rostock-Warnemünde (MW) 0 3 0


Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.07.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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