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Thema des Tages
Ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst. Neueste Meldung oben

Wissenschaft kompakt

Wo spielt Wetter überall eine Rolle?


Das Thema Wetter ist omnipräsent im Alltag. Doch wer beschäftigt sich
eigentlich beruflich mit dem Wetter und wo arbeiten überall
Meteorologen?


Kein Thema schafft es so regelmäßig in die Nachrichten wie das
Wetter. Da kann allenfalls der Verkehrsfunk mithalten. Aber auch
sonst spricht jeder fast täglich über Wetter. Ob morgens beim Bäcker
oder im Supermarkt, beim Warten auf die Bahn oder beim gemütlichen
Kaffeeklatsch. Das Thema Wetter ist allgegenwärtig. Oftmals wird
geschimpft, was denn mit dem Wetter los sei, dann wird über den
Schnee und das Winterwetter gestöhnt oder sich beschwert, dass gerade
bei einem selbst kein Schnee gefallen ist. Nur selten sind wirklich
alle zufrieden. Das ist jedoch wenig verwunderlich, denn schließlich
verfolgt jeder Mensch andere Interessen. Während beispielsweise
Kinder eine ordentliche Schneedecke wollen, um Rodeln zu können,
treibt es Autofahrern die Schweißperlen auf die Stirn, wenn mal
wieder ein Verkehrschaos durch Schnee- und Eisglätte ausbricht. Große
Differenzen gibt es auch beim Thema Niederschlag und Sonnenschein.
Bauern brauchen beispielsweise Niederschläge für die Aussaat und die
Zucht von Getreide. Demgegenüber stehen die Menschen die in ihrer
Freizeit gerne Sonnenschein und trockenes Wetter hätten, um zum
Beispiel an den See gehen zu können oder um einfach einen Kaffee im
Freien zu genießen. Einige Bereiche, in denen Wetter eine Rolle
spielt, wurden damit schon angeschnitten. Doch wo spielt Wetter noch
eine Rolle und wo arbeiten Meteorologen eigentlich überall?

Studierten Meteorologen stehen nach Abschluss des Studiums viele Wege
offen. Neben dem "klassisch" angesehenen Weg vor die Kamera oder ins
Radio beziehungsweise in die (Flugwetter-) Vorhersage beim Deutschen
Wetterdienst oder bei privaten Wetteranbietern kann man auch eine
wissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Oftmals vertiefen sich
Meteorologen in Projektarbeiten im Bereich der Klimatologie, der
Modellierung, der Hydrologie, der Stadtplanung oder im Agrarbereich.
Ein weiterer Arbeitsbereich ist in der Energiemeteorologie
angesiedelt. Dabei werden beispielsweise Berechnungen und Prognosen
erstellt, wo es sich lohnen könnte, einen Windpark oder einen
Solarpark zu bauen, beziehungsweise wie deren Ertrag aussieht. Im
Versicherungsbereich finden sich ebenfalls Meteorologen sowohl bei
Rückversicherern als auch bei Firmen, die zum Beispiel
Niederschlags-, Wind- oder Hagelgutachten anfertigen. Selbst der
Strom- und Gaspreis ist vom Wetter abhängig, weshalb in großen
Energiefirmen ebenso Meteorologen beschäftigt werden. Diese erstellen
Prognosen, wie viel Strom durch Wind- und Solarenergie in die Netze
eingespeist werden kann. In der Wettervorhersage für Autorennen oder
andere Events werden ebenfalls Meteorologen benötigt.

Des Weiteren taucht der Begriff Wetter oder alles, was damit in
Verbindung gebracht wird, in vielen Liedern auf. Beispielsweise geht
es in "Leise rieselt der Schnee", "36 Grad", "Here comes the sun"
oder "Wann wird´s mal wieder richtig Sommer" ums Wetter.

Außerdem haben sich einige Dichter mit dem Thema Wetter befasst und
Wetterbedingungen spielen eine grundlegende Rolle in ihren Werken.
Zum Beispiel wäre dabei "Regenwetter", "Der Erlkönig" oder "Unterm
weißen Baume sitzend" zu nennen. Dies sind nur wenige Beispiele für
Lieder und Gedichte. Vielleicht haben Sie, liebe Leserinnen und
Leser, ein selbst geschriebenes Gedicht oder komponierten Wettersong
auf Lager?

Eins ist abschließend auf jeden Fall sicher zu sagen. Das Thema
Wetter beschäftigt viele Menschen Tag für Tag aufs Neue. Das war in
der Vergangenheit bereits der Fall und wird sich sicherlich in der
Zukunft nicht ändern, ganz nach dem Motto:

"Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, dann ändert sich das Wetter oder
es bleibt, wie es ist".

Dipl.-Met. Marcel Schmid

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 27.01.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst



Wetter aktuell

LEONIE - Die Schnee- und Eisbringerin!


Tief LEONIE sorgte und sorgt für turbulentes Winterwetter zum
Wochenbeginn. Mehr dazu im heutigen Thema des Tages.


Zum Teil hochwinterlich präsentiert sich der heutige Wochenstart!
Tief LEONIE, das sich heute Vormittag über dem Osten Deutschlands
befindet, brachte seit gestern Nachmittag beziehungsweise in der
vergangenen Nacht in einem breiten Streifen vom Süden bis in den
Norden verbreitet 5 bis 15 cm, im Süden lokal bis zu 30 cm Neuschnee
- zumeist innerhalb von 12 Stunden. Während dort die
Verkehrsteilnehmer mit den zum Teil tief eingeschneiten Straßen und
Wegen zu kämpfen hatten (und haben), war es im Osten und Nordosten
das Glatteis, das zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt hat.
Zwischen Ostsachsen und Mecklenburg-Vorpommern fielen bis heute früh
verbreitet 5 bis 10 l/qm Regen innerhalb von 6 bis 12 Stunden auf die
gefrorenen Böden.


LEONIE zieht im Tagesverlauf ganz langsam und unter Abschwächung
ost-nordostwärts und erreicht Dienstagfrüh Polen. Bis dahin werden
weitere Schneefälle gegen den Uhrzeigersinn um den Tiefkern
herumgeführt. Davon betroffen sind grob gesprochen die Regionen vom
Norden bis zur bayerischen Donau, wo sich durchaus noch einmal der
ein oder andere Zentimeter Neuschnee ansammelt.


Das meiste fällt voraussichtlich in einem Streifen vom Spessart bis
in den Bayerischen Wald sowie in Ostholstein, wo bis in die Nacht zum
Dienstag durchaus nochmals bis zu 10 cm, lokal vielleicht auch noch
etwas mehr an Neuschnee innerhalb von 12 Stunden zu erwarten ist. Im
Norden ist der Schnee zudem recht nass, sodass es gerade in
Ostholstein örtlich zu Schneebruch kommen kann.

So gut wie gar nichts mitbekommen von Schnee und Glatteis (oder
höchstens durch die Medien) hat man dagegen vor allem westlich des
Rheins, wo LEONIEs Niederschläge nicht ankamen.

In der Nacht zum Dienstag klingt der Schneefall allmählich ab, sodass
der Dienstag selbst erst einmal recht ruhig startet. Wer nun aber auf
anhaltenden, trockenen und vielleicht sogar sonnigen
Hochdruckeinfluss hofft, bei dem sich das hauseigene Winterwonderland
(zumindest da, wo Schnee liegt) genießen lässt, wird herbe
enttäuscht. Denn der Blick geht schon wieder gen Atlantik, wo ein
großräumiger Tiefdruckkomplex rund um die Tiefs MARILU und NORMA
auszumachen ist. NORMA schickt uns im Lauf der zweiten Tageshälfte
einen Ausläufer zu uns, der mit feuchtmilder Luft Regenfälle von
Südwesten her auf Deutschland übergreifen lässt. Während diese im
Westen und Südwesten zunächst meist unproblematisch sein dürften,
wird es abends mit Vorankommen in die mittleren Landesteile
interessant. Vor allem im Mittelgebirgsraum droht dann erneut
Glatteis durch gefrierenden Regen.


Mit Übergreifen der Niederschläge auf die Nordosthälfte in der Nacht
zum Mittwoch gehen sie in Schnee über. Ähnliches wird im Laufe des
Mittwochs auch wieder in Teilen Süddeutschlands der Fall sein.
Kurzum: Spätestens ab der Nacht zum Mittwoch wird es wieder bunt auf
den Radarbildern, die einen "wilden" Mix aus Schneefall, Schneeregen,
Regen und gefrierendem Regen zeigen werden. Und daran ändert sich
wohl auch den Rest der Woche über nichts.

Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 26.01.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst





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